Designtrends bei Segelyachten zur boot 2017

Neue Modelle mit markanter Knickspantform, Doppelrudern oder sogar Foils

Neue Segelyachten - C57 © BAVARIA-YACHTBAU
Die boot Düsseldorf ist das Schaufenster zur Segelbranche. Dort, wo wo alle aktuellen Neuheiten in vivo zu begutachten sind, kann man bestens die aktuellen Trends beobachten, inklusive der gerade angesagten und neuen Yachten.
Wenn es um modernes Yachtdesign geht, scheint „neu“ immer von Vorteil zu sein
Neue Modelle finden die größte Beachtung, neue Trends ebenso – vor einigen Jahren wurde bei Segelyachten beispielsweise die markante Knickspantform im hinteren Teil der Rümpfe eingeführt: Eine Folge der besonders breiten Hecks, abgeschaut wie so vieles aus der Open 60 Klasse – das sind die Boote, die beim Nonstop-Einhand-Weltrennen „Vendée Globe“ segeln. Hier wurde diese Spantform eingeführt, um für mehr Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu sorgen.
Racing Yacht HUGO BOSS / © press-service.hugoboss.com
Solaris 55 / © Facebook Solaris Yachts
Rumpfform mit Sexappeal
Nun rauschen selbst moderne, sportliche Familienyachten nicht unbedingt mit über 20 Knoten durchs Südpolarmeer. Aber sexy sieht diese Rumpfform in jedem Fall aus. Und sie bringt noch einen weiteren, für uns deutlich relevanteren Vorteil mit sich: Viel mehr Platz im hinteren Schiffsbereich, also im Cockpit, aber auch in den Backskisten (sofern vorhanden) und in den Achterkabinen. Vorgeführt wird dies aktuell von der neuen Solaris 55, einer brillanten Yacht, die auf der boot 2017 ihre Weltpremiere feiert!
Doppelruder und doppelte Steuerstände
Eine weitere Folge dieser breiten Hecks sind die schon fast typischen Doppelruder. Doppelte Steuerstände im Cockpit sehen wir ebenfalls immer öfter auf Yachten, und das aus gutem Grund. Es macht einfach das Leben an Bord beim Segeln - bester Platz für den Rudergänger in Luv oder Lee - und im Hafen - freier Durchgang zwischen den Steuerrädern vom Heck zum Niedergang - besser.

Werde Mitglied im boot.club!

Mitglied im Club der boot Düsseldorf werden und sich damit exklusive Vorteile sichern.
Weiterlesen

Bei Speed zuverlässiger auf Kurs
Die zweifachen und dafür jeweils kleineren Ruderblätter unter Wasser haben den Vorteil, dass sie das Schiff bei Speed zuverlässiger auf Kurs halten, dass vor allem bei Lage das Leeruder kräftigen Biss hat, während ein in der Mitte angebrachtes Ruderblatt dann weit aus dem Wasser taucht und rasend schnell an Effizienz verliert. Das kennen wir von früheren Segelyacht-Generationen mit großer Breite: Die Folge ist meist der berühmte „Sonnenschuss“. Das Boot läuft aus dem Ruder, weil dieses nicht mehr wirkt und luvt unkontrolliert an bis es fast im Wind steht.

Bug- und Heckstrahler für mehr Manövrierfähigkeit
Kein Vorteil jedoch ohne Nachteil. Bei den Doppelrudern betrifft dies die Manövrierfähigkeit unter Maschine. Ein Schiff lässt sich am besten und auf kleinstem Raum drehen, wenn das Ruderblatt vom Propeller unmittelbar angeströmt wird. Das geht bei Doppelrudern nicht. Kompensiert wird das auf modernen und vor allem größeren Yachten durch Bugstrahler, immer mehr auch in der Kombination mit Heckstrahlern, so dass sich diese Yachten zumindest bei wenig Wind fast wie eine Fähre quer zur Schiffsrichtung einparken lassen.

Viel Neues kommt aus der Regattaszene
Jüngstes Beispiel für Weiterentwicklungen im Segelsport sind Foils. Mit ihnen fliegt das Segelboot wortwötlich über das Wasser. Was zunächst für kurze Binnensprints in geschütztem Wasser entwickelt wurde, zum Beispiel beim America’s Cup, findet nun auch auf See statt: Die schnellsten Boote im eingangs erwähnten Vendée Globe Rennen haben ebenfalls schon Tragflügel, die seitlich aus den Rümpfen herausragen. Allerdings, aus praktischen Erwägungen – Längsseits anlegen? – dürfen wir wohl kaum erwarten, dass demnächst alle unsere Fahrtenyachten abheben werden. Angekommen im Leben des normalen Seglers sind Foils aber doch schon: Nicht nur in der experimentierfreudigen Konstruktionsklasse Moth, jene kleinen, aber rasanten Jollen, die weltweit verbreitet sind, sondern zunehmend auch auf etwas größeren Funbooten – ein Beispiel dafür ist die kleine, aber sehr innovative Bootsschmiede Quantboats in der Schweiz. Schauen wir auf dieser und den kommenden boot Messen, wie sich dieser Trend weiter entwickeln wird!
foiler F1 - Tragflächen-Katamaran von Enzmann auf der boot / © MD, ctillmann
Ansprüche der Kunden steigen
Tatsächlich haben wir heute eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Booten, in allen Größen und Bereichen. Mit den Ansprüchen der Kunden steigen jedoch natürlich die Herausforderungen an Designer, Techniker und Werften. Wie gut diese gerüstet sind, die Herausforderungen anzunehmen und umzusetzen, zeigen auf der boot vor allem drei beeindruckende Yachten: Die Solaris 55, die X6 von X-Yachts und die Bavaria C57, das neue Flaggschiff der Giebelstädter Werft.

Was haben sie gemeinsam?
Klare Linien, sachlich, effizient, nicht verspielt. Eher ein kühles Understatement aber doch mit ausgeprägtem Design, dazu ein großes Augenmerk auf die vielen Details, damit auch solche Yachten von ihren Crews möglichst einfach gebändigt werden können. Einfaches Handling also, ermöglicht nicht nur durch Technik, sondern auch durch cleveres Decks- und Cockpitdesign. Diese klaren, aufgeräumten Decks und Cockpits, auf allen drei Yachten mustergültig durchdekliniert, führen zu mehr Sicherheit und auch Komfort an Bord.

Stand des technisch Machbaren
Dabei passt es ins Bild, dass der Designer der neuen, großen Bavaria C57, Maurizio Cossutti, in seiner Heimat vor allem dafür bekannt ist, dass er schnelle Regattayachten entwirft. Also auch hier: Gerader Steven, gerades und breites Heck, dazu dann aber auch ein Rigg mit Selbstwendefock zum Beispiel. Bug- und Heckstrahlruder für einfaches Manövrieren. Wie bei der X6 und der Solaris 55 ein ausklappbares Heck, welches zur großen Badeplattform und Startrampe für das dort verstaute Beiboot wird. Vielseitigkeit ist für moderne Yachten ein unverzichtbares Kriterium. Soll heißen: Schnell und gut segeln sollen die Schiffe, auf See also „funktionieren“, im Hafen dann den gewünschten Lebensraum an und unter Deck bieten - Rennyacht und Ferienwohnung möglichst zugleich.
X6 / © x-yachts.com
Yacht der neuen Generation
Beeindruckend wird dieses Konzept auf der X6 umgesetzt, die ja in ihrer Ahnenreihe direkt von vielen international erfolgreichen Rennyachten abstammt: Designer und Werftchef Niels Jeppesen machte X-Yachts in den 1980er und 1990er Jahren vor allem durch viele Serienyachten bekannt, die reihenweise die Pokale abräumten. Eine puristische Rennyacht ist auch die neue X6 nicht, sondern eben eine Yacht der neuen Generation. Perfekt gelöst: Das Handling einer mit fast 20 Metern sehr großen Yacht, die sich von zwei Personen bewegen ließe. Niels Jeppesen sagt dazu: „Diese Yacht hat wieder die reine X-DNA!“ Was damit gemeint ist, und was ohne jeden Zweifel zutrifft, ist dies: Es ist ein durch und durch modernes Produkt, eine Yacht, die das Optimum des derzeit möglichen an technischen Lösungen sinnvoll nutzt und welche damit, wie schon die früheren X-Yachten der vorangegangenen Jahren, in jeder Hinsicht führend ist.

Yachten auf der boot live erleben und direkt miteinander vergleichen
Die kleinste des hier exemplarisch vorgestellten Trios moderner „Universalyachten“ ist die erwähnte Solaris 55. Auch sie zeigt das durch und durch modernes, schnörkelloses und klares Styling. Auch sie ließe sich von zwei Personen segeln und auch sie verfügt über Kernmerkmale wie die großen Deck- und Cockpitflächen, die Dinghi-Garage im Heck, die helle und weiträumige, dabei variable Inneneinrichtung. Und das Beste ist – Sie können alle diese drei bemerkenswerten Yachten auf der boot live erleben und direkt miteinander vergleichen! (Text: Detlef Jens)
Alle Yachtpremieren der boot 2017 im Überblick...

Vorschau auf die boot 2018

Erlebe 360° Wassersport in den verschiedenen Themenwelten der boot Düsseldorf.
Weiterlesen

Der boot.club

boot.club Mitglied werden und viele Vorteile sichern!
Weiterlesen

Besucher Service

Alle Informationen zur Planung deines boot-Besuchs.
Weiterlesen

Schnuppersegeln

Erlebe auf der boot, wie toll sich Segeln anfühlt!
Weiterlesen