Bergseetauchen extrem

Das Licancabur-Tauchprojekt auf 6.000 m Seehöhe

MonteRosa16 © H. Hois
15 Taucher aus Österreich, Deutschland und der Schweiz stellen sich im Februar 2017 der Herausforderung, einen Tauchgang auf knapp 6.000m zu absolvieren. Der Licancabur, ein erloschener Vulkan in Chile, direkt an der Grenze zu Bolivien, birgt einen kleinen aber optisch viel versprechenden Kratersee in sich. Es war zwar vorab nie der Plan, doch so nebenbei könnte der eine oder andere Weltrekord im Zuge dieses Tauchprojekts fallen. Unterstützt wird die Expedition von Subal, Paramo und Mares, an deren Stand das Projekt auf der boot 2017 vorgestellt wurde.
Licancabur-Tauchprojekt auf der boot / © TCCC

Test für Subal Kameragehäuse

Licancabur-Tauchprojekt auf der boot / © TCCC

Dräger und Subamatex Kreislaufgeräte

Viel Planung und lange Vorbereitung
Knapp zwei Jahre lang dauerte die Vorbereitungszeit, darunter Höhentrainingslager in Österreich (Rudolfshütte – auf rund 3.000 m), in der Schweiz (Monte-Rosa-Gebiete auf über 4.100 m) bzw. Schneeschuhtraining im Allgäu (auf ca. 2.000 m), immer wieder Fitnesstrainings und Grundlagenausdauer, und eine elftägige Akklimatisierungstour ausgehend von La Paz in Richtung Titicacasee-See, Pico Austria (5.400 m), um sich dem Licancabur anzunähern. Alles für diesen einen Tauchgang von rund 20-30 Minuten. Der Aufstieg und Tauchgang ist je nach Wetterlage zwischen 22. und 24. Februar 2017 geplant.

Helidiving-Projekt ohne Heli
Die Projekt-Teilnehmer sind erfahrene Bergseetaucher, insbesondere Helidiver. Denn eigentlich war das Licancabur-Projekt als Helidiving-Projekt ausgelegt. Sämtlichen chilenischen Hubschrauberunternehmen war jedoch das Flugrisiko - mit Equipment auf 6.000 m steigen - zu hoch. So holten sich die Helidiving-Initiatoren Harald Hois und Gerald Kapfer "Andean Expeditions" (Michael Dirninger) als Spezialisten für den Aufstieg über Land an Bord.

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CCR-Geräte bieten wichtige Vorteile
Um Ausrüstung und Gewicht zu sparen greift die Gruppe auf Kreislaufgeräte von Dräger bzw. Subamatex zurück, durch die auch die Stickstoffsättigungsproblematik komplett ausgeschaltet werden kann. Für die geplante Tauchhöhe von etwa 5.910 m - einem Umgebungsdruck, der etwa bei einem Viertel des sonst üblichen Luftdrucks entspricht - liegen bisher keine zuverlässigen, auf Erfahrung basierenden Tauchtabellen, Stickstoff-Sättigungswerte bzw. Messungen vor. Jens Höner und Klaus Diersch begleiten hierbei das Projekt als technische Leiter, zuständig für die Ausbildung auf den CCR-Geräten. Alle Teilnehmer haben inzwischen ihre nötige Geräte-Zertifizierung.
© Licancabur_Green_LakeValdineyPimenta
© 2016 Wallis 077_StefanSchmidt (1)
© D_Loebejuen2016_FotoHHois010

Kaum Taucherfahrungen im ca. 8 Meter tiefen Kratersee
Die Verwendung von Kreislaufgeräten gewährleistet längere Tauchzeiten pro Gerät im Vergleich zu den gängigen Pressluftgeräten. Der Plan ist, in 4er Teams zu tauchen, 5-6 CCR werden auf 6.000 m gebracht, somit ist auch technische Redundanz gewährleistet. Jedes 4er Team taucht rund 20 Min. – danach erfolgt der Wechsel aufs nächste Team. Laut Recherchen tauchte die NASA bereits vor vielen Jahren im Licancabur-Kratersee und entnahm dort Wasserproben. Ähnliches plant das Licancabur-Team 2017: Entnahme von Wasserproben, um gegebenenfalls vorliegende Besonderheiten zu dokumentieren. Weitere Infos zum Projekt auch auf: licancabur-helidive.com.

Subal Underwater Housings
Subal Kameragehäuse aus Österreich lieben extreme Bedingungen, somit ist diese Expedition wieder ein Abenteuer, bei dem Subal seine Stärke beweisen, die Fotografen mit Zuverlässigkeit unterstützen, und zum Erfolg guter Bilder beitragen kann. Ihre Tauglichkeit bis zu Temparaturen von bis zu -63° haben die Gehäuse schon bewiesen. Erstmals kommt das Equipment nun in so großer Höhe zum Einsatz!

MonteRosa16_HHois_139
Danja Klink - Lübejün-8988
D_Loebejuen2016_FotoHHois026

Ausstattung von Mares und Páramo
Mares stattet das gesamte Projektteam mit nötigem Equipment zum Tauchen aus. Páramo® stellt dem Licancabur-Team dazu wasserdichte Outdoor-Ausrüstung zur Verfügung, ohne dass die Taucher auf ökologische und ethische Grundsätze verzichten müssen. Faire und nachhaltige Produktion sind Páramo besonders wichtig. Die Bekleidung soll ohne Schadstoffe und garantiert ohne PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) auskommen. Hierfür arbeitet man bei Páramo auch mit Greenpeace zusammen. Aus den Wasserproben, die das Team sammeln will, erhofft man sich Kenntnisse, in wie weit PFC auch in entlegensten Gegenden wie dem Kratersee am Licancabur verbreitet ist. Deshalb hat man sich seitens Páramo zur Unterstützung der Expedition entschlossen.

Wir wünschen den Teilnehmern eine erfolgreiche Expedition und mögen alle wieder gesund zurückkehren.

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