Boots- & Yachtversicherungen

Blitzschutz auf Yachten

Gewitter auf See - Foto: © mcbeaner / Pixabay
Bei einem Gewitter ist es nicht ratsam, sich auf dem offenen Wasser aufzuhalten. Gerade bei Segelschiffen, wo der Mast meist das höchste Objekt ist, ist ein Schutz gegen Blitze enorm wichtig, denn der Blitz sucht sich in der Regel das höchste Objekt aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Segelschiff von einem Blitz getroffen wird, ist zwar gering und kein Grund zur Panikmache, jedoch sind sowohl das Schadenpotenzial als auch die Chancen groß genug, um einmal genauer über den Blitzschutz auf Yachten nachzudenken.
Oft kein ausreichender Blitzschutz vorhanden
In Gebäuden sind Blitzschutzanlagen weit verbreitet, in Schiffen hingegen weniger. Großyachten, die nach Klassenrichtlinien gebaut wurden, verfügen häufiger über eine solche Anlage als Serienyachten, bei denen ein Blitzschutz in den meisten Fällen fehlt. Meist muss sich der Eigner selbst um einen geeigneten Schutz kümmern. Yacht-Blitzschutz benötigt jedoch eine Menge Fachwissen, ist aufwendig und kostenintensiv. Auch die heutige Bordelektronik bietet da keinen Vorteil, denn heute sind die Geräte alle miteinander verbunden. Bei einem Blitzschlag rauscht der Strom durch das gesamte Netzwerk und kann sämtliche Geräte beschädigen.
Gefahr für Geräte und Boot
Neben den technischen Geräten ist auch das Boot selbst in Gefahr. Der Blitz sucht sich den Weg mit dem geringsten Widerstand zum Erdpotenzial. Trifft er auf einen Widerstand, können Ruderblätter gespalten werden, Masten bersten und Rumpf- oder Kielverschalungen weggesprengt werden. Um diese Risiken zu minimieren, benötigt jede Yacht eine Blitzschutzanlage.

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Die Blitzschutzanlage verhindert zwar nicht das Einschlagen eines Blitzes, jedoch können Einschlagpunkt und Weg des Blitzstroms des einschlagenden Blitzes besser kontrolliert werden. Die gewaltige Stromstärke eines Blitzes, die zwischen 20.000 und 100.000 Ampere erreichen kann, muss auf dem schnellsten und einfachsten Weg ins Wasser geleitet werden. Während dies bei Alu- und Stahlyachten weniger das Problem darstellt, ist es bei Holz- und GFK-Schiffen schon komplizierter.

Die einfachste Lösung für den Blitzschutz
Eine behelfsmäßige, schnelle Lösung ist ein Kupferleiter-Klemmen-System, das an Mast, Wanten und Stagen befestigt wird. Die Enden der Kabel hängen 1,5m tief im Wasser. Darüber können die Blitze abgeleitet werden, allerdings ist das System nicht umfassend, da das Verhalten von Blitzen extrem komplex ist. Blitze teilen sich, schlagen über und können auch aus dem Wasser wieder zurück an Bord gelangen. Auch ein Blitzeinschlag von außen, wie über den Landanschluss im Hafen, ist möglich. Ein Fachmann sollte bei entsprechenden Umrüstungen stets zurate gezogen werden.

Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen
Natürlich gelten bei Gewitter stets die üblichen Sicherheitsmaßnahmen: Hafen oder geschützte Bucht anlaufen (wenn möglich), Badende müssen das Wasser verlassen, Angelrouten einholen, unter Deck gehen oder sich an Deck möglichst klein machen (hinhocken), Schuhe mit Gummisohlen tragen, keine Metallteile berühren, nicht an der Ankerkette hantieren, Landstromverbindung im Hafen trennen, Hauptschalter ausschalten, alle Netz- und Antennenstecker ziehen, Kabelverbindungen zu Empfängern am Masttopp trennen. Mit einem guten Blitzschutz an Bord und einigen Sicherheitsmaßnahmen bei Gewitter kann an Bord kaum noch etwas passieren.


Quelle: Pantaenius Yachtversicherungen

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