E10 Biokraftstoff

Tipps für den Gebrauch

E10 in Bootsmotoren - Foto: © Suzuki
Bei vielen Bootseignern herrscht Unsicherheit, ob der neue Kraftstoff in den Motoren ihrer Boote gefahren werden kann. Die Motorenhersteller verweisen darauf dass generell im Umgang mit dem neuen Kraftstoff einige Aspekte beachtet werden sollten: Der neue Ottokraftstoff E10 ist aggressiver gegenüber Kunststoffen und Lacken als das bisherige Benzin mit 5 Prozent Ethanol und kann Oberflächen, die lackiert sind oder aus Kunststoff bestehen angreifen, bzw. beschädigen. Besondere Vorsicht ist daher beim Betanken geboten. Die Hersteller raten dazu, verspritzte oder überschüssige Mengen sorgfältig zu entfernen. Der umweltbewusste Skipper wird das allerdings sowieso tun.
Neuer Brennstoff vermindert lagerfähig
Der aggressivere Brennstoff kann außerdem im Inneren des Motors Dichtungen anlösen oder nicht resistente Materialien wie ältere Aluminiumlegierungen angreifen. Auf ein ernst zu nehmendes Problem für Bootseigner verweisen alle großen Hersteller: Die verminderte Lagerfähigkeit des neuen Brennstoffes. E10 reagiert stärker auf Einflussfaktoren wie Lichteinstrahlung, Umgebungstemperatur und Lagerzeit. Diese können die Beschaffenheit des Benzins verändern und es schneller unbrauchbar machen. Ethanol neigt zum Anziehen von Feuchtigkeit, die eine aus Ethanol und Wasser bestehende Schicht bilden kann. Im Laufe der Zeit wird diese Schicht von Benzin abgeschieden und sinkt auf den Boden des Kraftstofftanks. Dieser Prozess wird als Phasentrennung bezeichnet. Ein Wasserabscheider am tiefsten Punkt des Tanks kann hier nützlich sein, allerdings ist dessen Nachrüstung nicht überall möglich und gerade bei mobilen, kleinen Tanks schlecht realisierbar.
Rapsfeld - Foto: © m5tef / pixabay
Brennstofffilter mit Wasserabscheider verwenden
Deswegen sollte auf jeden Fall ein Brennstofffilter mit Wasserabscheider verwandt werden. Boote werden oft eine längere Zeit nicht betrieben, so dass hier durch die längere Lagerzeit des Kraftstoffes ein Problem entstehen kann. Darüber hinaus kann während der Lagerung Korrosion auftreten, wenn das Ethanol die schützende Ölschicht der internen Motorkomponenten abgespült hat. Wenn eine längere Außerbetriebsetzung des Motors geplant ist, sollte der Kraftstofftank sowie ggf. der Vergaser entleert werden.
Nur für Motoren mit Freigabe
Grundsätzlich sollten nur Motoren mit E 10 betrieben werden, die vom Hersteller eine Freigabe für diesen Kraftstoff erhalten haben. Zumal der bisherige Kraftstoff bis 2013 weiterhin angeboten wird, und das jetzige Super Plus soll auch darüber hinaus noch im Handel bleiben, Die Motorenhersteller können zwar ihre Motoren für den neuen Kraftstoff freigeben, ob jedoch die Peripherie des Kraftstoffsystems dem neuen aggressiveren Brennstoff standhält, kann nur der Bootseigner in Erfahrung bringen. Ob also Brennstoffleitungen, Dichtungen oder ältere Kunststofftanks für E10 geeignet sind, sollte daher ebenfalls geprüft werden.

Motor und Tank regelmäßig überprüfen
Generell sollten Bootseigner, die E10 Kraftstoff nutzen, den Motor und das Kraftstoffsystem penibel kontrollieren, Wasserabscheider einbauen und Tanks und Leitungen regelmäßig reinigen. Weiterführende Informationen zum Thema E10 und Links zu Verbänden und Organisationen sind auf der Webseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unter www.bmu.de zu finden.

Quelle: Wassersport

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