Praxis Bootsausrüstung

Bordelektronik ist nur ein Hilfsmittel

Sextanten - Foto: © skeeze / pixabay
Im Straßenverkehr haben Navigationssysteme deutlich zur Verkehrssicherheit beigetragen: Anstatt in unhandlichen Straßenkarten herumzublättern, kann sich der Fahrer vollständig auf den Straßenverkehr konzentrieren. Auch in die Sportschifffahrt haben Navigationssysteme Einzug gehalten, nahezu jede Yacht ist heute mit der modernen Technik ausgestattet. Wer sich jedoch ausschließlich auf technische Geräte verlässt, kann schnell erheblichen Schaden anrichten.
Ein Ausguck ist Pflicht
Die Schadenexperten von Pantaenius wissen: Sich ausschließlich auf die Geräte zu verlassen, ist eine grob fahrlässige Handlung. Ein Ausguck ist Pflicht. So erreichte ein Fall den Yachtversicherungsexperten, in dem ein Motorboot mit 22 Knoten Geschwindigkeit frontal gegen einen Leuchtturm gefahren ist. Der Skipper hatte eben diesen als Wegepunkt in den Plotter eingegeben und auf Autopilot gestellt. In einem anderen Fall kollidierte eine Segelyacht tagsüber bei bester Sicht und flacher See mit einem anderen Schiff, das Wegerecht hatte. Auch dieser Skipper hatte den Autopiloten eingestellt.
Oft Abweichungen im GPS-System
Meist basieren die Karten in Navigationsgeräten auf großräumigen Karten der Berufsschifffahrt, sie sind zum Navigieren auf engeren Räumen nicht ideal. Außerdem muss eine gewisse Ungenauigkeit auch bei sehr gutem Kartenmaterial einkalkuliert werden. Die Positionsbestimmung oder die Satellitenkonfiguration können zu Abweichungen führen, die auch in modernen Geräten noch bis zu 200 Meter betragen können.

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Gerade bei vielen Untiefen oder zwischen größeren Inselgruppen wie in den schwedischen Scheren oder der griechischen Inselwelt kann es schnell passieren, dass man auf einen Stein fährt oder sich - laut Anzeige - über Land befindet. Dies soll nun nicht bedeuten, dass generell auf die Technik verzichtet werden sollte, aber man sollte stets im Hinterkopf haben, dass auch Technik fehlerhaft sein kann oder nicht alles erkennt, was das menschliche Auge wahrnimmt. Zur Sicherheit sollten immer auch Papierkarten zu Rate gezogen werden, die natürlich regelmäßig aktualisiert werden müssen.
Kompass - Foto: © A. Wasem
Aktualisierung und Korrektur von Seekarten ist wichtig
Papierkarten und die Daten der elektronischen Geräte müssen regelmäßig aktualisiert bzw. korrigiert werden. Durch Wracks oder in starken Tidengewässern kann es schnell zu neuen oder veränderten Untiefen kommen, im besten Fall wundert sich der Navigator nur über die Abweichungen von Karte und eigener Beobachtung.

Radar oder kein Radar?
Ob ein Radargerät benötigt wird, hängt vom bevorzugten Fahrtgebiet ab. In stark befahrenem Gebiet oder in Gebieten mit Sichtbehinderungen wie Nebel (z.B. der Englische Kanal oder die Straße von Gibraltar) ist ein Radargerät sicherlich sinnvoll. Allerdings ist die ungewohnte Darstellung gewöhnungsbedürftig. Ein Automatisches Identifizierungssystem (AIS) würde sich unter Umständen besser eignen. Über das AIS identifizieren sich Schiffe und geben ihre statischen, reisebezogenen und dynamischen Daten für andere eindeutig bekannt. Allerdings sind diese Geräte noch selten in der Freizeitschifffahrt.

Quelle: www.pantaenius.de

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