Der Chartermarkt im Vorfeld der boot Düsseldorf 2016

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14.01.2016

„Im internationalen Bereich liegen bei den Buchungen für 2016 die klassischen Charterreviere weiter im Aufwind“, so Felix Wolf von YachtBooker, in dessen Reservierungssystem YachtSys sich die bedeutendsten internationalen Vercharterer präsentieren und über das auch eine große Anzahl der Buchungen erfolgt. „Betrachten wir die Frühbuchungen“, so Felix Wolf, „das heißt, Buchungen die mindestens fünf Monate vor Reisebeginn erfolgen, so haben Spanien und insbesondere die Balearen und Italien kräftig zugelegt. Kroatien verzeichnet ein leichtes Plus. Griechenland und die Türkei haben dagegen im gleichen Zeitraum Verluste hinnehmen müssen.“

Spanien und Italien legen zu
Laut den YachtSys-Buchungszahlen stieg Kroatien (Stand: 14.12.2015) mit 29 Prozent (im Vorjahr 28 Prozent) auf Platz 1. Auf dem zweiten Platz liegt Griechenland, in diesem Jahr mit 25 Prozent (im Vorjahr 34 Prozent). Es folgen Spanien mit 20 Prozent (im Vorjahr 16 Prozent), Italien mit 16 Prozent (Vorjahr 12 Prozent) und die Türkei mit fünf Prozent (Vorjahr 8 Prozent).

Deutschland und Niederlande stabil
Deutschland und die Niederlande spiegeln sich in den YachtSys-Zahlen nicht repräsentativ wider, weil die Boote hier überwiegend direkt beim Vercharterer gebucht werden. Die Binnen- und Küstenreviere liegen laut den Anbietern auf stabilem Niveau, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Die Reviere sind mit dem Auto erreichbar und damit für Familien preiswert. Auch die Hafengebühren liegen auf akzeptablem Niveau. Und sie verfügen über eine überaus große Hafendichte, sodass man zu günstigen Konditionen in einer Marina festmachen kann. Hannes Niessen von Mola Yachting führt die Beliebtheit des Charterreviers Ostsee zu einem Großteil auf das ausnehmend gute Preis-Leistungsverhältnis zurück.

In den vergangenen Jahren waren die Frühbuchungen richtungsweisend für den Verlauf der gesamten Saison. Ob das auch 2016 so sein wird, ist noch ungewiss. Denn auch wenn die Saison bei der weltweit größten Anbietergruppe Sunsail, The Moorings und Le Boat mit zusammen rund 2.150 Booten die Saison 2016 zufriedenstellend gestartet ist, „merkt man, dass die Kunden insgesamt zögerlicher sind,“ so Katja Meinken-Wiedemann, die PR-Managerin Northern Europe der Gruppe.“

Was Chartergäste wollen: Größe, Komfort und Service
Ungebrochen stark ist dagegen der Trend zum größeren Boot und vorwiegend neuen Yachten mit hochwertiger Ausrüstung. War für Bareboat – das Segeln ohne Skipper - bislang noch bei 15 m Schluss, so nimmt die Nachfrage nach größeren Yachten bis 18 m und auch immer mehr nach Katamaranen deutlich zu. Um die positive Entwicklung zu stärken, werden die anspruchsvollen Kunden mit neuen Services umworben. So bietet Dirk Kadach von 1. Klasse Yachten im Yacht- und Charterzentrum Heiligenhafen, zur kommenden Saison erstmalig an der Ostsee, auf Mallorca und in Kroatien einen Gepäckstransfer bis an Bord an. „Damit es unsere Gäste so bequem wie bei einem CheckIn in einem Sternehotel haben.“

Frühbuchen lohnt sich. Das wissen inzwischen die meisten Chartergäste, vor allem wenn es im Sommer ins Mittelmeer oder in ferne Reviere gehen soll. Das liegt einerseits an den Flugpreisen, weil auch hier gilt: Zeitig buchen heißt preiswert buchen. Aber auch daran, dass nur Frühbucher die freie Wahl bei Booten, Reisezeit und Revieren haben.

Luxus-Charterer sind Motoryacht-Fans
Im Superyachtbereich mit erfahrener Crew an Bord sind nach wie vor größere Schiffe über 35 m Länge generell gut gefragt. Bevorzugtes Revier ist das westliche Mittelmeer, vor allem Frankreich und Italien, gefolgt von Kroatien und – mit Abstand – der Türkei und Griechenland. Die Nachfrage nach Motoryachten ist größer als nach Segelyachten. Bei den Motoryachten geht der Trend weg vom schnellen Gleiter zu wirtschaftlicheren Verdrängern. Die Segler möchten es dagegen schnell und sportiv. In diesem speziellen Bereich wird seit Jahren spät gebucht, in der Regel etwa drei Monate vor Charterbeginn. „Generell lässt sich die Charter im Luxusbereich nicht mit dem Bare Boat-Geschäft vergleichen“, weiß Adelheid Chirco von Ocean Independence.

Die beliebtesten Reviere für Segler 2016
Segelyachten sind vor allem für das offene Meer verfügbar. Denn Segler wünschen freies Wasser und Wind, wobei sich Familien eher für Schwachwindreviere begeistern, sportlichere Segler aber mehr für Starkwindreviere. Aktuell sind die gefragtesten Segelreviere für 2016:
  1. Ostsee
  2. Kroatien
  3. Griechenland
  4. Spanien
  5. Türkei
  6. Karibik

Die Top Five für Motorbootfahrer

Motorbootfahrer sind in erster Linie beschaulich auf Flüssen, Seen und Kanälen im Binnenland unterwegs. Aktuell sind die gefragtesten Motorboote für 2016:
  1. Deutschland Binnen
  2. Niederlande Binnen
  3. Frankreich Binnen
  4. spanische Balearen
  5. Polen Binnen

Die Gewässer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern profitieren in erheblich von der Charterschein-Regelung, nach der geruhsame Motorboote auf vielen Wasserwegen, vorwiegend im Osten Deutschlands, mit Charterschein statt mit Führerschein befahren werden dürfen. Durch die Führerscheinfreigrenze von 15 PS besteht diese Möglichkeit bei einer Motorisierung der Charterboote mit maximal 15 PS auf allen Bundeswasserstraßen (binnen- und seewärts) in Deutschland mit Ausnahme des Rheins.

Eine gute Gelegenheit, diverse Bootstypen für den Chartertörn in Augenschein zu nehmen und sich von Verchartern umfassen beraten zu lassen, bietet der Reisemarkt der boot Düsseldorf 2016 vom 23. bis 31. Januar in den Hallen 13 und 14.

Weitere Informationen sind erhätlich beim Arbeitskreis Charterboot (AKC), www.charterboot.net und der Vereinigung Deutscher Yachtcharterunternehmen (VDC), www.vdc.de, erhältlich. Über führerscheinfreie Bootscharter informiert: www.entdecke-wassersport.de.
Cathrin Imkampe
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