Segelkunde

Der Spinnaker

Der Spinnakerl - Foto: © UK Sail Makers
Spinnakersegeln ist für viele Segler Segeln in seiner faszinierensten Form. Der Spinnaker ist dabei das klassische Vorwindsegel mit der größten Fläche. Verschiedene Segelschnitte verleihen den Vorwindsegeln dabei unterschiedliche Reckeigenschaften, welche durch die Belastungen an Kopf, Hals und Schot entstehen. Obwohl keiner dieser Schnitte prinzipiell voller oder flacher ist als der andere, werden sie doch in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt. Grundsätzlich werden Form und Profiltiefe immer auf Schiffstyp und Segelrevier abgestimmt. So ist sichergestellt, daß man ein für Einsatzart und Ambitionen optimiertes Segel erhält.

Head-Radial-Spinnaker
Der Head-Radial Spinnaker ist die Einstiegsvariante für den Fahrtensegelbereich. Er eignet sich besonders für Vorwind- und Raumschotskurse von 180 bis 120 Grad Windeinfall. Bei ihm sind die Kopfbahnen radial geschnitten und geben dadurch Stabilität. Sie verhindern, daß der tiefste Punkt des Spinnakers nach achtern wandert. Die übrigen Bahnen des Segels sind bei dieser Schnittvariante aus Horizontalbahnen gefertigt. Das Unterliek ist sehr rund geschnitten, um die Fläche zu vergrößern. Dieser Schnitt wird zumeist für leichte bis mittlere Windstärken verwendet. 

Tri-Radial-Spinnaker
Der Tri-Radial Spinnaker hat sich zum Standard-Spinnaker entwickelt. Bei ihm laufen die Tuchbahnen aus allen drei Ecken strahlenförmig auf die horizontale Mittelnaht. Diese Schnittvariante bildet somit einen guten Kompromiß zwischen Formfestigkeit und Herstellungsaufwand.
Durch die strahlenförmige Bahnanordnung vom Kopf und aus den Schothörnern werden die auftretenden Kräfte genau in Richtung der stärkeren Kettfäden aufgenommen.

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Dieses lastorientierte Segeldesign ermöglicht es somit, den Spinnaker höher am Wind und über einen größeren Windstärkenbereich zu fahren. Er ist für Kurse von 180 bis ca. 70 Grad Windeinfall geeignet. Einziger Schwachpunkt dieser Konstruktion ist die geringfügige Verformung der etwas weniger belasteten Querbahnen durch die Diagonaldehnung. Durch seinen großen Einsatzbereichg ist der Tri-Radial Spinnaker der ideale Allround-Spinnaker an Bord.

Tri-Vertical-Spinnaker

Der aufwendigste und effektivste Spinnakerschnitt ist der Tri-Verticalschnitt. Bei dieser Form laufen die Bahnen vom Kopf und aus den Schothörnern auf ein vertikales Mittelteil. Durch dieses lastorientierte Segeldesign wird erreicht, daß alle Bahnen mit ihren starken Kettfäden den Kraftlinien im Segel optimal folgen. Die Tuchbahnen sind dabei entsprechend der Größe und der Proportion des Spinnakers durch eine oder mehrere Quernähte unterteilt. Dieser hohe konstruktive und fertigungstechnische Aufwand ermöglicht maximal formfeste Spinnaker, die den Winddruck direkt in Vortrieb umsetzen.

Der Tri-Vertical Spinnaker eignet sich für alle Kurse von 180 bis ca. 60 Grad Windeinfall. Er steht schon bei wenig Wind, ohne sich bei viel Wind zu verziehen. Er ist einfach zu trimmen und sehr belastbar. Durch diese hervorragenden Eigenschaften ist der Tri-Vertical Spinnaker der ideale Spinnaker für anspruchsvolle Club-Racer, sowie ambitionierte Regattasegler. Seine außergewöhnliche Formstabilität prädestiniert ihn für den harten Regattaeinsatz an Bord

Quelle: Moritz Segel

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