Die Lippe

Auf Äsche und Bachforelle in der Soester Börde

Lippe bei Hamm - Foto: © Stadt Hamm
Auf ihrem 255 Kilometer langen Weg von der Quelle in Bad Lippspringe bis zur Mündung in den Rhein erreicht die Lippe nach etwa einem Fünftel der Strecke die Soester Börde - fruchtbarstes Weide- und Angelland. Der Soester Sportanglerverein heißt auf dem Streckenabschnitt zwischen der Fußgängerbrücke im Lippstädter Ortsteil Eickelborn und der Brücke (Wehr) an der Kesseler Mühle auch Gastangler herzlich willkommen!
Struktur und Charakter
Der herrliche, verschlungene Fluss ist in diesem Bereich sehr abwechslungsreich - schnell fließende, flachere Passagen wechseln sich mit ruhigen Abschnitten und bis zu drei Meter tiefen Gumpen ab. Egal, ob Forellen, Friedfische oder Raubfische, alle sind sie im sauberen Wasser der Lippe zu finden. Die Fischvielfalt erstreckt sich auf gut 20 verschiedene Arten. Die Frühjahrshochwasser haben das Flussbett teilweise tief in den weichen Ackerboden der Börde getrieben, so dass man auch steile Uferabschnitte findet. Überwiegend sind die Ufer der Lippe aber gut zugänglich und unter dem überhängenden Buschwerk finden besonders die Räuber Standplätze. Zu den guten Angelplätzen ist ein etwas längerer Fußweg notwendig, da nicht überall Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Suche nach Salmoniden
Edelfische mit der kennzeichnenden Fettflosse am Heck sind im gesamten Streckenabschnitt zu Hause: Äschen, Bach- und Regenbogenforellen. Während die Bachforellen regelmäßig besetzt werden und so reichlich vertreten sind, kommen die Regenbogenforellen nicht mehr so häufig vor. Man kann aber immer mit Fischen zwischen einem und drei Pfund rechnen. Die Forellen beißen sowohl beim Flug-, Spinn- als auch beim Grund- und Stippangeln. Die Lippe-Äschen nehmen gerne die Trockenfliege oder Nymphe. Beim Stippen fängt man sie auch auf Made.

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Friedliche Fische
In den ruhigen, tiefen Abschnitten, zum Beispiel zwischen Hovestadt und Eickelborn in Höhe von Schoneberg oder im unteren Streckenteil bei Kesseler, kann man mit Karpfen und schönen Schleien rechnen. Gut sind Plätze, an denen sich Seerosenfelder im ruhigen Wasser bilden. In der gesamten Strecke kann man auch Rotaugen, Brassen, Döbel und Barben fangen. Ausgenommen die wenigen, flachen und schnellen Bereiche, wie bei Uelentrup. Die Feederrute ist an diesen Ecken das richtige Fanginstrument. Immer wichtig: ausreichendes Anfüttern, um die Fische an den Angelplatz zu locken und dort zu halten. Man sollte einen Teil der Hakenköder unter das Futter mischen. Gängigster Köder ist die Made beim Feedern, aber auch Mistwürmer und Mais bringen immer wieder gute Fische. Beim Angeln auf Barben sollte außerdem ein Teil geriebener Käse beigemengt oder entsprechendes Fertigfutter mit Käseanteilen verwendet werden. In den ruhigen, tiefen Bereichen ist die Bologneserute eine Alternative. Besonders Brassen und Barben nehmen gerne einen am Grund nachschleifenden Köder.

Anfüttern ist das A und O
Große Rotaugen sind für solche Angebote ebenfalls gerne zu haben. Das Anfüttern ist auch bei dieser Variante das A und O, genauso wie bei der dritten Methode des Weißfischangelns: dem Stippen mit der unberingten Rute. Kopfruten in Längen zwischen sieben und zehn Metern reichen an der 15 bis 25 Meter breiten Lippe aus, um Rotauge & Co an den Haken zu locken. Je nach Strömung benötigt man Posen mit einer Tragkraft zwischen vier und acht Gramm. Wichtig ist ein Gummizug in der Spitze, denn auch Barben oder Karpfen beißen bei dieser Angelart und bieten einen extrem aufregenden Drill. Döbel steigen in den Abendstunden nach Insekten und lassen sich gut mit der Fliegenrute fangen. Als Köder sind buschige Palmer in dunklen Farben zu empfehlen. Regelmäßig beißen beim feinen Stippen und Fliegenfischen auch Hasel. Diese sind in der Lippe ganzjährig geschont und müssen nach dem Fang zurückgesetzt werden. Gehältert werden darf kein Fisch, die Benutzung eines Setzkeschers ist untersagt. Nachdem in den letzten Jahren weiter stromab regelmäßig Rapfen gefangen wurden, haben die räuberischen Friedfische mittlerweile auch die Soester Strecke erreicht. Beim Angeln mit Spinnködern, insbesondere mit schlanken Blinkern und Wobblern, sind schöne Exemplare drin. Weitere Friedfische in diesem Bereich: Nase, Güster, Rotfeder und Ukelei.
Angeln in der Lippe
Räuber-Roulette
Zum Schluss zu den Räubern - im Sommer und Herbst steht der Aal ganz oben auf der Liste. Die Schlangen lassen sich mit Tauwürmern, dicken Madenbündeln oder Fischfetzen an den Haken locken. Das Nachtangeln ist erlaubt. Ideal ist es, wenn ein gutes Sommergewitter mit Platzregen das Wasser der Lippe leicht steigen lässt und braun färbt. Unter solchen Bedingungen werden die Aale sogar am Tage aktiv. Barsche beißen auf Wurm oder Spinnköder und erreichen kapitale Gewichte. Wobbler, große Spinner, schlanke Blinker und natürlich tote Köderfische sind Köder für die feisten Lippe-Hechte. Diese haben ihre Jagdreviere in den ruhigen Bereichen unter Bäumen, besonders dort, wo das Astwerk bis ins Wasser ragt. Aber auch in den vielen Krautfeldern lauern die Hechte.

Hauptfangzeiten
Zu Saisonbeginn im Mai und dann wieder im Herbst und frühen Winter ist Hauptfangzeit. Wichtig zu beachten ist, dass mit dem Beginn der Forellenschonzeit am 20. Oktober nicht mehr mit der Spinn- und Flugangel gefischt werden darf. Erlaubt ist es erst wieder ab dem 1. Mai, dem Start der Hechtsaison. Das bedeutet für die kalten Monate, dass der tote Köderfisch den Hecht- Trumpf Nummer eins in der Lippe darstellt. Die hungrigen Räuber können Gewichte von mehr als acht Kilo auf die Waage bringen, deshalb sollte immer solides Gerät mit dabei sein. Zu empfehlen sind Grundruten mit einem Wurfgewicht bis zu 80 Gramm oder fünf bis sechs Meter lange Stellfischruten. Vereinzelt kommen auch Zander vor. Die Bestandsdichte ist aber nicht sehr hoch und so lohnt sich gezieltes Angeln kaum. Mit etwas Sorge blicken die meisten Angler der Region auf einen weiteren Räuber: den Wels. Er soll mittlerweile in den tiefen Bereichen der Lippe auf Raubzug gehen. Ideale Nahrungsbedingungen findet er hier auf jeden Fall vor, doch ein vermehrtes Aufkommen wird den Friedfischbestand um einiges dezimieren. Also, Abwechslung pur auf diesem schönen Lippe- Abschnitt in der Soester Börde. Zu erwähnen ist noch, dass nach der Schneeschmelze im März und April der Fluss hohes, trübes Wasser führen kann. Sollte das der Fall sein, kann man notfalls auf die nicht weit entfernte Möhnetalsperre ausweichen.

Quelle: Rute & Rolle

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