Ratgeber Yachtcharter

Ein- und Auscheck: die Schiffsübergabe

Ratgeber - Ein- und Auscheck: die Schiffsübergabe
Kein Grund nervös zu werden - An den großen Charterstützpunkten herrscht zum Wochenende regelmäßig reger bis hektischer Betrieb. Von Freitag Spätnachmittag bis Samstag Abend befindet sich ein gut frequentierter Charterstützpunkt in hoher Anspannung. Der Stützpunkt Crew steht nur relativ wenig Zeit zur Verfügung, die rückkehrende Flotte technisch und optisch wieder auf optimalen Stand zu bringen. Der Charterer möchte so schnell wie möglich an Bord, und seinen wohlverdienten Tom antreten. Ein Interessenkonflikt scheint vorprogrammiert, doch in den meisten Fällen läuft alles zur beidseitigen Zufriedenheit.
Die schönsten Wochen...
Mit Akzeptanz, ein wenig Abgeklärtheit und der Gewissheit die "schönsten Wochen des Jahres" erst vor sich zu haben, können die notwendigen organisatorischen und administrativen Arbeiten vor Törnbeginn sogar richtig Spaß machen.

"Dumme Fragen"
Dazu gehören Aufmerksamkeit und Konzentration der Crew Verantwortlichen bei Übernahme der Yacht, aber auch eine Portion Zivilcourage vermeintlich "dumme" Fragen zu stellen. Denn die Bereitschaft einer Crew auch die versteckten Winkel ihrer Yacht "auf Zeit" kennenlernen zu wollen, signalisiert dem Vercharterer Interesse am Schiff und Engagement für dessen Bedienung. Die Stützpunkt-Crew ist ein Serviceunternehmen und wird immer bestrebt sein, Fragen zufriedenstellend zu beantworten und Wünsche zu erfüllen.
Falsche Horrormeldungen
Horrormeldungen von schwimmenden "Wracks", nicht versicherten Yachten oder zahlungsunfähigen Agenturen führen in wenigen Ausnahmefällen im Vorfeld eines ersten Chartertörns zu Unsicherheit und Misstrauen. Mit einem AKC-Mitgliedsunternehmen haben Sie die richtige Wahl getroffen und einen seriösen Partner an Ihrer Seite. Haben Sie Vertrauen in das erfahrene Personal etablierter Stützpunktbetriebe, signalisieren Sie der Übergabemannschaft ihre Bereitschaft zur Mitarbeit, seien Sie sicher, dass man ihnen und ihrer Crew alle Voraussetzungen für einen schönen Segelurlaub mitgeben will.

Welche Scheine brauche ich als Charterer?

Vor dem Chartertörn auf dem Wasser steht in vielen Ländern ein Führerschein für Boote. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.
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Nachfolgende Tipps sollen helfen Übernahme und Rückgabe zu erleichtern und von Beginn an für richtiges "Urlaubsklima" zwischen Stützpunkt und Charterer sorgen.

Ankunft:
Melden Sie Ihre Ankunft dem Stützpunktbüro und vereinbaren einen Termin für den Eincheck. Das Gepäck bitte noch nicht an Bord bringen, sondern an der Basis stauen. Nutzen Sie die Zeit zum Relaxen, erstellen ggf. den Einkaufsplan, machen sich mit der nahen Örtlichkeit - Einkaufen - vertraut. Einchecken: Bei Übergabe sollten nicht mehr als 2 Personen an Bord sein.

Bootsübernahme:
Inventar nach Übergabeliste sorgfältig kontrollieren, Stauplätze einzelner Ausrüstungsgegenstände merken, zusätzliche Fragen notieren. Bei technischer Einweisung Priorität auf die "Lebensnerven" des Schiffes legen. (Motor, Elektrik, Sicherheit, Segelbedienung). Die detaillierte Bedienung des Plotters z.B. kann man sich später aneignen. Jetzt ist Zeit für die Beantwortung der Zusatzfragen, ggf. für die Klärung weiterer Ausrüstungsdetails wie Kinderschwimmwesten, Gennaker, Außenborder o.a. Skipper und Stellvertreter sollten die Zeit nutzen, sich mit Details der Yacht vertraut zu machen.
Cruiser 37 - Foto: © Bavaria Yachtbau
Vor dem Ablegen:
Bei optimalem Timing hat die restliche Crew zwischenzeitlich eingekauft und der Proviant kann gestaut werden. Nachdem die Crew ihre Kammern bezogen hat, sollte ausreichend Zeit für eine gemeinsame Pause eingeplant werden. Gelegenheit die Mannschaft mit wichtigen Sicherheitseinrichtungen vertraut zu machen, und Einsteigern die Bedienung der Toiletten, Pumpen oder Gasherd zu erklären.

Törnplanung:
Informieren Sie die Stützpunktleitung in groben Zügen über den geplanten Törn. Sie werden sicher einige gute Tipps erhalten. Man kennt das Revier, die sicheren Buchten und die Restaurants mit guten Preis/Leistungsverhältnis. Treten unterwegs Probleme auf, unbedingt den Vercharterer informieren. Ohne seine Zustimmung sollten keine Reparaturaufträge - egal welcher Art - an Fremdfirmen vergeben werden. Die Station verfügt in der Regel über ein gut sortiertes Ersatzteillager, kennt das Schiff und ist meistens mit eigenen Leuten in kürzester Zeit vor Ort.

Rückkehr:
Es hilft der Stützpunkt-Crew sehr, über kleinere Defekte Notizen zu machen. So ist sichergestellt, dass der Schaden nicht vergessen wird, und die nachfolgende Crew ein intaktes Schiff erhält. Nach Rückkehr in der Basis, mit dem Stützpunktleiter einen Übergabetermin vereinbaren. Informieren Sie die Verantwortlichen beim Auscheck über alle technischen Unregelmäßigkeiten, mögen sie auch bei erster Betrachtungsweise nicht gravierend sein. Bitte unbedingt alle Verluste angeben. Die Basis braucht diese Mitarbeit, und wird den Charterer z.B. für ein verlorenes Trinkglas nicht zur Kasse bitten.

Rückreise:
Versäumen Sie nicht - wenn nötig - die Rückflüge bestätigen zu lassen, und organisieren Sie den Transfer zum Flughafen. Auch hier ist das Stützpunktbüro sicher behilflich.

Streitfragen:
Grundsätzlich wird es in den meisten Fällen eine akzeptable Regelung bei strittigen Fragen geben, nur für eine verspätetete Rückkehr gibt es keine Entschuldigung und Erklärung. Es fällt in die Verantwortung des Skippers den Törn so zu planen, dass eine rechtzeitige Beendigung des Charterurlaubs unter allen Wetterbedingungen sichergestellt ist.

Quelle: Charter-Brevier, Arbeitskreis Charterboot

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