19.01.2012

Graf GbR Bootsbau, Florian u. Günther Graf

Graf IPANEMA - Neuheitenvorstellung

Die Geburt einer neuen Legende
Im bayerischen Breitenbrunn, etwa auf halbem Wege zwischen
Bodensee und München, haben Florian und Günther Graf ein
neues Vollholz-Motorboot geschaffen. Der Riss stammt aus der
Feder von Winfried H. Wilke, Grandseigneur des Motorbootbaus
und selbst schon fast eine Legende. Als klassisches Runabout aus
luxuriösem Mahagoni, überzeugt das Boot mit der Bezeichnung
„Ipanema“ spontan durch zeitlose und erhabene Eleganz. Schon
nach der ersten Besichtigung wird klar: Dieses Boot hat das Zeug
zu einer neuen Legende.
40 Jahre Bootsbautradition
Seit über 40 Jahren ist Günther Graf, Seniorchef der gleichnamigen
Werft in Breitenbrunn im Allgäu, vom Motorboot-Virus befallen. Groß
und bekannt geworden ist der Familienbetrieb freilich zunächst mit
individuellem Möbelbau. „Aber das Herzblut fließt für die Boote!“ ergänzt
Graf schnell.
Sein Sohn und Juniorchef Florian hat das süchtig machende Gemisch
von Gischt und sonorem Motorengeräusch schon mit der Muttermilch
aufgesogen. Heute ist er zu einem versierten Kenner der Bootsbauerszene
avanciert. Was beide eint, ist eine beeindruckende Liebe zum
Detail und ein geradezu versessenener Drang zu handwerklicher Perfektion.
Fruchtbare Zusammenarbeit
Begonnen hat das Projekt mit dem Arbeitstitel „Graf Classic 880“ vor
etwa zweieinhalb Jahren, als sich die beiden Grafs auf die Suche nach
einem namhaften Konstrukteur für ihr Boot umgesehen haben. Mit
Winfried Wilke wurde schließlich ein Partner gefunden, der dieselbe
Sprache spricht.
„Wenn sie ein klassisches Holzboot im Sinn haben und wie wir auf
ausgesuchte Qualität, zeitlose Eleganz und herausragende Fahreigenschaften
Wert legen, dann können sie keine Kompromisse eingehen,“
so Graf junior. Wilke dazu: „Ich habe selten erlebt, dass meine konstruktiven
Ideen so professionell und kreativ umgesetzt wurden. Von
der Virtuosität im Umgang mit dem Werkstoff Holz kann sich so
manch klangvoller Name hier eine Scheibe abschneiden.“
Erstwasserung im Juli 2007
Nach zahllosen Arbeitstunden fand am 19. Juli 2007 in Kressbronn
am Bodensee die Erstwasserung statt. Die ersten Meter aus eigener
Kraft - in filmischer Dokumentation festgehalten - liefern ein Bild,
das Liebhaberherzen höher schlagen lässt: Es scheint, als ob sich Boot
und See zu einer symbiotischen Einheit zusammengefunden haben.
Umfangreichen Tests unter kundiger Leitung und Aufsicht von Konstrukteur
Wilke geht jedoch eine ausgiebige Spritztour der beiden Erbauer
voraus. „Es ist schon so, dass man das Grinsen nicht mehr aus
dem Gesicht kriegt,“ so Florian Graf. Sein Vater fügt hinzu: „Nach
unzähligen Stunden, den vielen Wochenenden und nach zwei Jahren
ohne Urlaub ist das wie Ostern und Weihnachten zusammen.“
Grandiose Fahreigenschaften
Wie auf unsichtbaren Schienen kreuzt die Graf Ipanema die Heckwelle
des Kameraboots. Wieder und wieder zeigt sie sich völlig unbeeindruckt
vom aufgewühlten Wasser. Die Gischt bleibt an der Wasseroberfläche,
wo sie hingehört. Auch engste Kurvenradien meistert das
Boot souverän und bleibt in allen Fahrsituationen leicht beherrschbar.
40,5 Knoten weist das Testprotokoll als erreichte Höchstgeschwindigkeit
aus. „Bei einem Gewicht von rund 3 Tonnen und einer Schraubenleistung
von 300 PS ist das ein höchst zufrieden stellender Wert,“
so Wilke.
Die Konstruktion des Bootes ist so ausgewogen, dass die Grafs sogar
auf die sonst üblichen Trimklappen verzichten konnten. Ein feines
Holzlenkrad, ein Gashebel mit Holzknauf und ein trimbarer Z-Antrieb;
mehr ist nicht nötig, um die Ipanema jederzeit auf Kurs zu halten.
Feine Ausstattung bis ins Detail
Trotz der eleganten Erscheinung und der herausragenden Fahreigenschaften,
den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen die handwerkliche
Detailqualität und die verwendeten Materialien: Feinstes Rindleder
und Alcantara, hochwertige Wollstoffe, edle Hölzer (Mahagoni, Teak,
Lärche, Eiche, Okoumé), verchromtes Messing und Edelstahl, eine Panorama-
Windschutzscheibe aus Verbundglas und manches mehr garantieren
ein haptisches und sensorisches Erlebnis.
Dem Perfektionismus der Grafs ist auch geschuldet, dass feinstes Leder
nicht nur das Armaturenbrett (dessen Kern aus massivem,
schichtverleimtem Holz besteht), sondern zudem die Polsterrückseiten
und die Abdeckung des verstauten Sonnenverdecks ziert. Die Schlupfkajüte
verfügt über einen Dachhimmel aus Alcantara und eigens umgebaute
Bullaugen, die auch während der Fahrt geöffnet bleiben können.
Praktischer Luxus
Sechs Personen finden um den klapp- und verstaubaren Mahagoni-
Tisch mit eingelassenen Sektgläsern bequem Platz. Zwei davon dürfen
gar auf dreh- und verstellbaren ledernen Pilotensitzen Platz nehmen.
Selbst an diesen Sitzen wurden alle ursprünglichen Kunststoffteile in
sattlerischer Meisterleistung mit Leder kaschiert. Unter der belederten
Sitzbank findet sich genügend Stauraum und eine geräumige Kühlbox.
Zum Heck hin erstreckt sich die großzügige Liegewiese (ebenfalls in
Vollleder), deren Abschluss eine rutschsichere Badeplattform aus Teakholz
bildet.
Die meisten Beschläge an und unter Deck wurden eigens für die Ipanema
entworfen, gegossen und verchromt oder gleich in V4A-Stahl
ausgeführt. Alle Anzeichen auf die selbstverständlich vorhandene moderne
Steuerungselektronik wurden geschickt kaschiert, so dass im
unmittelbaren Umfeld von Steuermann und Passagieren nichts den
nostalgisch-perfekten Eindruck trübt.
Klassische Bootsbaukunst
In der Grafschen Werft werden klassische Bootsbauertugenden gepflegt.
Kiel, Spanten und Stringer der Ipanema sind aus massiver Eiche
und Lärche gefertigt. Dieses Skelett ist mit Mahagoni doppeldiagonal
karweelbeplankt; eine Ausführung, die selbst eingefleischte
Klassikfans aufhorchen lässt. Hinzu kommt, dass sich die oberste
Plankenschicht über die gesamte Bootslänge in einem Stück zieht.
„Dafür müssen sie bei der Materialbeschaffung ein vorausschauendes
Auge haben,“ so Florian Graf, „denn das liegt selbst bei großen Holzhändlern
nicht mal eben so auf Lager.“ Diese Materialauswahl und
höchste Sorgfalt bei der Oberflächenbearbeitung führen dazu, dass
selbst das schonungslose Arbeitslicht in der Werfthalle keine Unebenheiten
in der Lackierung (aus poliertem Zwei-Komponenten-PU-Lack)
zu Tage bringt.
Neuer Virtuose im Konzert großer Namen
Die Ipanema taugt wohl zum Angeben, wenngleich sie nicht zu diesem
Zweck gebaut wurde. Man sieht und fühlt ihr an, dass sie das
Ergebnis klugen Konstruktionswissens, gepaart mit dem unbedingten
Willen zu handwerklicher Qualität in der Ausführung ist. In ihr
schwingt ein Ethos, wie ihn nur gestandene Handwerker alter Prägung
besitzen. Und Innovationen, die aus diesem Ethos heraus entstanden
sind, finden sich häufig unter den Meilensteinen menschlicher
Errungenschaften.
Mit der Ipanema steht der Name Graf unversehens im Wettbewerb
mit den großen Marken Riva, Pedrazzini und Boesch. Demzufolge
überrascht ein Grundpreis jenseits der 400.000 EUR Marke kaum.
Doch wer sich auf die Ipanema einlässt, bekommt mit ihr ein den
genannten Marken ebenbürtiges Schmuckstück mit herausragenden
Fahreigenschaften. „Uns fehlt noch etwas der Glamour,“ so Graf senior
wehmütig. Der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung einer
großen Marke ist aber allemal gelegt.
Zusatzinformationen:
• Technisches Datenblatt der Graf Ipanema
Länge: 9,05 m; Breite: 2,70 m; Tiefgang: 0,46 m; Freibord: 1,03 – 0,78 m
Gewicht: 3.200 kg (teilbeladen)
Tankinhalt: 430 Liter (2 x 215 Liter)
Höchstgeschwindigkeit: 40 kn
Motorisierung: Einzel- oder Doppelanlage mit Z-Antrieb oder V-Getriebe
Benzin- oder Dieselmotor(en) mit 300 bis 2 x 400 PS

Ausstellerdatenblatt