Hechtangeln im Frühjahr

Herausforderung zum Saisonstart

Angeln auf Hecht / © pixabay.com
Es gibt viele Gründe, die Herausforderung Hechtangeln zum Saisonstart zu suchen. Das Fischen auf Meister Esox ist zu dieser Zeit wegen des aufregenden Drills ein echtes Abenteuer. Denn nach ihrer Laichzeit (Schonzeit) über Winter sind die Räuber im Frühjahr besonders hungrig. Dann beweisen sie auf ihrer Jagd nach Beute ihre Stärke und Aggressivität. Das zeigt sich vor allem an den Einschlägen in die Rute, wenn der Fisch anbeißt.
Aggressiver Räuber
Hat man es geschafft, den Fisch an Land zu holen, kann man an den ersten warmen Sonnentagen des Jahres die besonders schöne goldgrüne Färbung der Hechte bewundern. Zuvor müssen jedoch beim Drill die immer wieder schnellen Fluchten gemeistert werden. Die Chancen, viele Hechte zu fangen, sind im Frühjahr gut. Doch ohne das Wissen, wie man sie fängt und wo man sie findet, wird der Angeltag schnell zum Schneidertag. Hier Tipps & Tricks für gute Fänge zum Start in die Saison:
Das Gerät - Rute, Rolle & Schnur
Zum Hechtangeln sind im Frühjahr kurze Ruten bis zu 2,40 m Länge und einem Wurfgewicht von 20 bis 80 gr sehr geeignet. Ob straffer oder weicher ist hierbei Geschmackssache. Als Rolle ist eine Baitcast Multirolle zu empfehlen. Im Gegensatz zu stationären Rollen hat man mit der Baitcaster mit einiger Übung ein besseres Handling. So klappen die gezielten Würfe zu Hotspots hin. Dies liegt an der direkten Schnurführung der Rollen und der direkt zu erreichenden Spule.

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Kontrolliertes Stoppen der Schnur
Der Bügel stationärer Rollen ist für präzise Würfe hinderlich. Im Gegensatz zur Baitcaster, bei der das Stoppen der Schnur genau kontrolliert werden kann, ist bei der stationären Rolle nur ein sofortiger Stopp drin. Eine geflochtene 0.18 mm Schnur sollte es fürs Hechtangeln mindestens sein. Geflochtene Schnur hat nämlich bei gleichem Durchmesser eine bis zu fünffach höhere Tragkraft als monofile Schnur und dehnt sich nicht, was für eine bessere Bisserkennung sorgt. Mit der Dicke der Schnur ist man auch bei starken Bissen auf der sicheren Seite. Dennoch bleibt die Schnur im Wasser unauffällig. Ein Stahlvorfach am Ende der Schnur ist fürs Hechtangeln ein echtes Muss!
Gewässer & Standorte
Nie zu tief fischen: Die ersten Wochen verbleibt der Hecht noch in seinem Laichgebiet. In 2 bis 4 m tiefem Wasser hat man deshalb gute Chancen. Sollte es keine Bisse geben, kann man sich weiter in flachere Gefilde vorarbeiten. Durch die ersten kräftigeren Sonnenstrahlen nach dem Winter wird es gerade in den flacheren Teilen von Seen und Flüssen wieder wärmer. In und um Krautfelder herum erwacht das Leben von Neuem. Sollten Bisse dennoch weiterhin ausbleiben, können Sie es notfalls auch einmal im tieferen Wasser probieren. Ein Echolot ist sehr hilfreich, um die Fische zu lokalisieren.

Gierig auf Beute
Nach der Laichzeit zeigen Hechte selbst im klaren Wasser keine Scheu. Sie sind gierig auf Beute. Grelle Köder erwecken dabei schnell ihre Aufmerksamkeit. Wer also mit Ködern in Signalfarben aus der Masse heraussticht, fängt mehr Fisch! Fangen Sie ruhig mit kleineren Ködern an. Hechte spezialisieren sich im Frühjahr oft auf zierliche Beute. Wenn die angeworfenen Hechte nicht darauf reagieren, können dann auch größere Köder angeboten werden. Geduld zahlt sich aus, wenn bei den ersten Versuchen die Fischkontakte noch ausbleiben!

Verhalten verstehen
Gut ist, die natürliche Beute der Hechte über die Rute imitieren zu können. Langsame und dabei leicht unkontrollierte Bewegungen des Köders machen besonderen Eindruck auf Esox. Wenn man größere Schwärme kleiner Fische im Wasser entdeckt, sind ebenfalls die Räuber nicht weit entfernt. Dass Hechte Kannibalen sind, ist unter Anglern bekannt. Hechte, die gerade noch Weißfischen Angst gemacht haben, lassen Konkurrenz durch kleinere Artgenossen nicht auf sich sitzen. Also nehmen Sie ruhig auch einen Köder im Hechtdesign mit ans Gewässer.
Hechtangeln / © Bertus Rozemeijer
Top-Köder fürs Hechtangeln
Flach laufende Wobbler im Stil von Crank- und Twitchbaits sind als Frühlingsköder für Hecht sehr gut geeignet. Mit Spinner und Spinnerbaits hat man generell eine gute Fängigkeit. Ein Spinnerblatt erzeugt viel Vibration im Wasser. Damit ist Aufmerksamkeit gerade bei Hechten garantiert. Ein Stück Fell oder Federn am Haken des Köders lässt ihn größer wirken und verstärkt noch einmal den Vibrationseffekt. Ideales Einsatzgebiet für den Spinnerbait sind Krautfelder. Ebenfalls Jerkbaits sind besonders interessant für Hechte. Glider erzeugen ein Zickzack-, Diver ein Sägezahnmuster, was für den Hecht einen Leckerbissen darstellt.

Gelungener Angeltag
Alles in allem ist der Frühling eine tolle Jahreszeit, um auf Hecht zu fischen. Endlich wieder im T-Shirt draußen stehen, den Hechten nachstellen und sich über viele agressive Bisse freuen! Ich zum Beispiel hatte eines meiner schönsten Erlebnisse auf Hecht im Frühjahr 2012, zusammen mit einem Freund, der noch nie einen Hecht gefangen hatte. Nach langer Terminsuche hatten wir einen Tag gefunden, an dem wir beide Zeit hatten. Am Wasser angekommen, empfahl ich ihm einen Bucktail Spinner. Wir fingen an, am Kraut entlang zu schleppen und schon nach drei Minuten Rudern schrie er „Fisch!“. Der Hecht war zwar nicht sonderlich groß, aber für die Jahreszeit gut genährt, sodass ich ihn nach schnellem Drill ins Boot heben konnte. Mein Mitangler war außer sich und fand ihn „rieeeeeeeesig“. Das Messen ergab 61 cm - gar nicht schlecht für seinen allerersten Hecht! Ein weiterer Hecht blieb an dem Tag zwar aus. Dennoch war mein Kumpel überglücklich und inzwischen sind bei ihm noch einige Hechte dazugekommen. Petri Heil, Jan Peter Ottlik.
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