Der Fischereischein

Ein wichtiges Dokument für fachkundigen Spaß am Angeln



   














Wer sich fürs Angeln begeistert, kommt nicht um ihn herum: Der Fischereischein. Gerne und oft auch einfach Angelschein genannt. Wie beim Autofahren den Führerschein, so sollte man ebenso den Fischereischein immer bei sich haben, wenn man mit der Rute loszieht. Und solange man ihn noch nicht hat, heißt es erstmal bis auf ein paar wenige Ausnahmen: "Angucken, nicht anfassen". Mit diesem Bericht wollen wir Euch jedoch Hemmungen und Prüfungsängste nehmen und zeigen, dass der Weg bis zum Fischereischein gar nicht so schwer ist!

Weshalb braucht man überhaupt eine Genehmigung von einer Behörde für sein Hobby? Das Tolle am Angeln ist, dass es so vielfältig ist: Ob zur Entspannung oder für aufregende Drills, an Flüssen und Seen, oder auch am Meer - Angler sind mitten in der Natur, beschäftigen sich mit Lebewesen und haben dabei auch direkten Einfluss auf Flora und Fauna, besonders was Fischbestände angeht. Da sollte man sicher sein, was man tut, findet auch der Staat.

Natürlich kann man als Einsteiger zuerst einmal mit Freunden und Bekannten zum Angeln gehen, um ihnen über die Schulter zu schauen. An gewerblichen Angelteichen, auch Forellenseen genannt, kann zudem unter Aufsicht des Inhabers auch mal zur Probe geangelt werden. In manchen Urlaubsgebieten ist es zudem möglich, sich ohne eigenen Angelschein einen Tourismusfischereischein ausstellen zu lassen. Jedoch solltet ihr euch auch dabei von einem erfahrenen Angler begleiten lassen, der den Umgang mit Gerät, Umwelt und Fang erklärt.

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Wer dann für sich den Entschluss fasst, selbst Petrijünger werden zu wollen, muss für den Erwerb des Angelscheins die nötige Zeit zum Lernen, für den Vorbereitungskurs und Kosten von 150 bis zu 300 € für Gebühren und Lehrmaterial einkalkulieren. Wer ohne Papiere "schwarzangelt" macht sich strafbar! Dafür werden auf dem Weg zum Schein viele wichtige Fragen zur richtigen Ausrüstung und ihrer Handhabung, dem Naturschutz sowie dem artgerechten Umgang mit dem Fang geklärt. Vor allem auch, wo man die Rute eigentlich überall auswerfen darf und wo nicht.
Angeln macht Spaß / © Jan Peter Ottlik
Natur beim Angeln genießen / © Jan Peter Ottlik
Gemeinsam Angeln gehen / Foto: © pixabay
Gemeinsam Angeln gehen / Foto: © pixabay, isakarakus
Gemeinsam Angeln gehen / Foto: © pixabay, jackmac34

Der Weg zum Wasser

Vorbereitungskurse und Fischereiprüfung

Wie bei Schul- oder Polizeiangelegenheiten sind Regelungen zum Angeln in Deutschland Ländersache. So hat jedes Bundesland sein eigenes Fischereigesetz und die Vorgaben, um einen Angelschein zu machen - was den Besuch des Vorbereitungskurses und die Prüfung angeht - variieren mitunter stark. Hierzu haben wir Euch im Bericht eine Übersicht mit den Vorgaben der jeweiligen Länder zusammengestellt. Wer aber den Angelschein erstmal hat, kann damit dann in ganz Deutschland Angeln gehen.

Sich für Vorbereitungskurse und Prüfung anmelden, kann man an vielen Stellen: Bei den Landesfischereiverbänden, in Angelvereinen, oft auch schon im Angelladen um die Ecke und bei weiteren Ausbildungsstätten für den Fischereischein. Das Mindestalter für den ersten Fischereischein ist fast überall das vollendete 14. Lebensjahr. Zwar ist der vorherige Besuch eines Vorbereitungskurses nicht überall Pflicht, wir empfehlen aber in jedem Fall hinzugehen. Denn die Kursleiter können Euch dort das nötige anglerische Fachwissen persönlich weitergeben, ihr habt die Möglichkeit bei Fragen nachzuhaken und könnt Kontakte für Lerngruppen oder spätere Angelausflüge knüpfen.
Habt ihr die in der Regel rund 30 Kursstunden besucht und gut gelernt? Dann kann die Prüfung kommen! Die meisten Bundesländer beschränken sich dort auf einen theoretischen Teil. Dieser besteht aus einem Fragenkatalog, der ca. 360 bis 1000 Fragen zu den erlernten Sachgebieten enthält, und der länderspezifisch jedes Jahr neu entworfen wird. Insgesamt werden in der Prüfung 60 Fragen gestellt. Zum Bestehen müssen 3/4, also 45 Fragen richtig beantwortet worden sein.

Es kann zudem eine Mindestanzahl an richtigen Antworten zu Fragen aus bestimmten Sachgebieten erforderlich sein. Sachgebiete sind: Allgemeine Fischkunde (Anatomie und Biologie der Fische), Spezielle Fischkunde (die Fisch- und Krebsarten aus den heimischen Gewässern), Gewässerkunde und Umwelt, Umgang mit Gerät und Fang, sowie Rechtkunde. Ebenso kann es neben dem theoretischen Teil mancherorts einen praktischen Prüfungspart geben, bei dem Fische auf Schautafeln erkannt werden müssen oder Angelequipment aufgebaut werden soll.
So kann ein Prüfungsbogen aussehen! Teste Dein aktuelles Angelwissen online auf Fischereischeinprüfung M-V

Prüfungsanforderungen der Länder

© Flag of North Rhine-Westphalia

Nordrhein-Westfalen

Anmeldung zum Vorbereitungskurs nicht zwingend

Theoretischer Teil:
Fragenkatalog mit 360 Fragen aus 6 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde und Fischhege
-Natur- und Tierschutz
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 10 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, dazu mind. 6 richtige Antworten in jedem Themengebiet.

Praktischer Teil:
-Zusammenbau von Gerät und Handhabung der gefangenen Fische
-Erkennen von Fischarten

Voraussetzung zum Bestehen: 6 richtig erkannte Fischarten, und eine richtig zusammengebaute Rute
www.rhfv.de
© Flag of Baden-Württemberg

Baden Württemberg

30-stündiger Präsenzkurs

Fragenkatalog mit ca. 835 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerökologie und Fischhege
-Gesetzeskunde
-Gerätekunde

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, dazu mind. 50% richtige Antworten bei jedem Themengebiet.
www.lfvbw.de
© Flag of Bavaria

Bayern

Anmeldung zum Vorbereitungslehrgang, mind. 30 Std.

Fragenkatalog mit ca. 1000 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gewässerschutz und Pflege
-Fanggeräte und Handling des Fangs
-Rechtsvorschriften

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, zusätzlich muss mind. 50% der Fragen eines jeden Themengebietes richtig beantwortet sein.
lfvbayern.de
© Flag of Berlin

Berlin

Wichtig: Berliner können die Fischereiprüfung sowohl in Berlin als auch in Brandenburg absolvieren und sich dann in ihrer Gemeinde den Fischereischein ausstellen lassen.

Fragenkatalog mit Fragen aus folgenden 7 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde und -hege
-Spezielle Fischkunde
-Pflege der Fischgewässer
-Gewässerkunde und einschlägige Fragen der Gewässerökologie sowie über Pflanzen- und Tierarten im und am Gewässer
-Fanggeräte und deren Gebrauch
-Behandlung gefangener Fische
-einschlägige Rechtsvorschriften
landesanglerverband-berlin.de
© Flag of Brandenburg

Brandenburg

Onlinekurse möglich

Fragenkatalog mit ca. 600 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Fischkunde und -hege
-Pflege der Fischgewässer
-Fanggeräte und deren Gebrauch
-Behandlung der gefangenen Fische
-Einschlägige Rechtsvorschriften

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, zusätzlich mindestens 50% richtige Antworten in jedem Themengebiet.
www.landesanglerverband-bdg.de
© Flag of Bremen

Bremen

Teilnahme Online- oder Präsenzkurs

Fragenkatalog mit ca. 360 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Fischkunde
-Fanggeräte und deren Gebrauch
-Umgang mit dem Fang
-Gesetzeskunde
-Natur-, Umwelt- und Tierschutz

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten.
www.lfvbremen.de
© Flag of Hamburg

Hamburg

30 Unterrichtsstunden vorgeschrieben

Theoretischer Teil:
Fragenkatalog mit 360 Fragen aus folgenden 6 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde
-Umgang mit Natur und Umwelt

Jeweils 10 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, plus mind. 6 richtige Antworten pro Themengebiet

Praktischer Teil:
Knotenkunde, sowie Zusammenstellen einer Rutenmontage.
www.asvhh.de
© Flag of Hesse

Hessen

Fragenkatalog mit 650 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung um Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, plus mind. 9 richtige Antworten in jedem Themengebiet.
www.lav-hessen.de
© Flag of Mecklenburg-Western Pomerania

Meck-Pomm

Vorherige Lehrgangsteilnahme

Fragenkatalog mit 1180 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Besondere Fischkunde
-Gerätekunde
-Gewässerkunde
-Rechtskunde

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, dazu mind. 50% richtige Antworten in jedem Themengebiet.
www.lav-mv.de
© Flag of Lower Saxony

Niedersachsen

Theoretischer Teil:
Fragenkatalog mit 360 Fragen aus 6 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Natur-, Tier- und Umweltschutz
-Gesetzeskunde

Jeweils 10 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, dazu mind. 6 richtige Antworten bei jedem Themengebiet.

Praktischer Teil:
-Gerätekunde
-praktische Handhabung von Ruten
-Erkennen von Fischen und gesetzliche Regelungen
www.anglerverband-niedersachsen.de
© Flag of Rhineland-Palatinate

Rheinland-Pfalz

Fragenkatalog mit 1000 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, plus mind. 7 richtige Antworten in jedem Themengebiet.
www.lfvrlp.de
© Flag of Saarland

Saarland

Anmeldung zum Lehrgang

Fragenkatalog mit 240 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässer
-Gerätekunde
-Rechtskunde (speziell: Fischereirecht)

Jeweils 12 Fragen Pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten.
www.fischereiverband-saar.de
© Flag of Saxony

Sachsen

30-stündiger Vorbereitungslehrgang erforderlich

Fragenkatalog mit 900 Fragen aus 5 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 12 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, zusätzlich mind. 8 richtige Antworten pro Themengebiet.
sachsen.de
© Flag of Saxony-Anhalt

Sachsen-Anhalt

Keine Lehrgangsteilnahme zwingend erforderlich

Theoretisch-schriftlicher Teil:
Fragenkatalog mit 612 Fragen aus 4 Themengebieten:
-Fischkunde
-Gerätekunde
-Gewässerkunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 15 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten.

Mündlich-praktischer Teil:
-Verhalten während der Fischereiausübung
-Umgang mit Fischereigeräten
-Fischereirecht
-Umgang mit dem Fang
http://www.lav-sachsen-anhalt.de/
© Flag of Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein

Fischereischeinlehrgang mit 30 Ausbildungsstunden

Fragenkatalog mit 400 Fragen aus 6 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Umwelt-, Natur- und Tierschutz
-Hege- und Gewässerkunde
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 10 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindesten 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, plus mind. 6 richtige Antworten pro Themengebiet.
www.lsfv-sh.de
© Flag of Thuringia

Thüringen

30-stündiger Vorbereitungslehrgang erforderlich

Fragenkatalog mit 600 Fragen aus 6 Themengebieten:
-Allgemeine Fischkunde
-Spezielle Fischkunde
-Gewässerkunde
-Natur-, Tier- und Umweltschutz
-Gerätekunde
-Gesetzeskunde

Jeweils 10 Fragen pro Themengebiet

Voraussetzung zum Bestehen: mindestens 45 von 60 möglichen richtigen Antworten, plus mindestens 6 richtige Antworten pro Themengebiet.
www.lavt.de

Nach der bestandenen Prüfung

Fischereischein beantragen - Beiträge, Regelungen, Genehmigungen

Wenn ihr die Prüfung hoffentlich gleich beim ersten Anlauf bestanden habt, könnt ihr euren Fischereischein danach sofort beantragen. Je nachdem wie schnell, beziehungsweise organisiert die jeweiligen Behörden, Ämter oder Ausgabestellen in eurer Nähe sind, haltet ihr euren Schein dann schon ein paar Tage, oder aber ein bis zwei Wochen später zum ersten Mal in euren Händen! Bereitlegen, damit es möglichst schnell geht, solltet ihr:

Die Prüfbescheinigung, euren Personalausweis oder Reisepass, Passbilder und Geld für die Bearbeitungsgebühr.

Bevor ihr mit dem Angeln startet, ist es nun noch notwendig, sich eine aktuelle "Fischereiabgabemarke" für das Bundesland zu kaufen, in dem ihr Angeln wollt. Nur mit diesem jährlichen Beitrag wird der Fischereischein gültig. Teilweise gibt es sogar Abgabemarken mit gleich fünf Jahren Gültigkeit. Auch hier gilt es, die Regelungen des Fischereigesetzes des jeweiligen Bundeslandes zu beachten.
Angeln macht Spaß / © Jan Peter Ottlik
Angeln macht Spaß / © Jan Peter Ottlik
Angeln macht Spaß / © Jan Peter Ottlik
Zuletzt solltet ihr euch immer auch über die individuellen Regelungen und Vorschriften am Angelspot, zum Beispiel zu Schonzeiten und Mindestmaßen, informieren. In den meisten Fällen braucht ihr vor Ort noch einen Erlaubnisschein vom Pächter des jeweiligen Gewässers, bevor ihr loslegen könnt. Tatsächlich ist es oft am einfachsten, Mitglied bei einem Angelverein in der Nähe zu werden, um leicht Zugang zu vielen interessanten Angelstellen zu bekommen. Und wenn der zunächst etwas bürokratische Teil ersteinmal geklärt ist, kann der Spaß am Wasser richtig losgehen! Allen künftigen Anglern viel Erfolg bei der Prüfung und viel Spaß am Wasser. Petri Heil!

Autor: Jan Peter Ottlik

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