Kieler Woche 2016:
Deutsche Crews sammelten siebenmal Gold im olympischen Teil

49er FX - Tina LUTZ - Susann BEUCKE Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

49er FX - Lutz/Beucke
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Eine große Medaillen-Ausbeute für die Segler des Deutschen Segler-Verbandes gab es bei den Regatten der olympischen und paralympischen Klassen zur Kieler Woche 2016. Insgesamt 15 DSV-Teams standen am Sonntag zu den Siegerehrungen auf dem Treppchen, nachdem die Medal Races in direkter Nähe zum Olympiahafen gesegelt wurden – unter Bedingungen, die zwischen Kaiserwetter und manchen Überraschungsmomenten schwankten. In den sieben olympischen Disziplinen gab es fünf deutsche Siege, zudem wurden die beiden paralympischen Klassen von Schwarz-Rot-Gold dominiert.

49erFX
Champagner-Laune herrschte bei den Skiff-Damen Tina Lutz und Susann Beucke (Bergen/Strande). Nach der verlorenen Olympia-Kampagne trat das Duo vor Kiel auf, als hätte es nie eine Enttäuschung gegeben: Fröhlich, locker und erfolgreich segelten die beiden in der Strander Bucht, ließen nach großem Vorsprung vor dem Medal Race auch im finalen Rennen nichts anbrennen. Rang drei reichte, um die gesamte Konkurrenz in Schach zu halten und schließlich noch auf dem Wasser die Sektkorken knallen zu lassen. Hinter Lutz/Beucke rundeten Victoria Jurczok/Anika Lorenz sowie die Zwillinge Jule und Lotta Görge (alle Kiel) auf den weiteren Podiumsplätzen das starke deutsche Ergebnis ab.

Alle Regatta-Ergebnisse der Kieler Woche sind im SAP Live Center abrufbar.

49er
Schon nach den Wettfahrten am Samstag standen bereits die neuseeländischen Superstars Peter Burling/Blair Tuke im 49er als Sieger fest. Dennoch wurde am Sonntag noch mit harten Bandagen bei den Skiff-Männern um Silber und Bronze gekämpft. Während an der Spitze des Medal Races die Österreicher Benjamin Bildstein/David Hussl ihre Bahnen zogen, lag der Fokus auf den Crews direkt dahinter. Das spannende deutsch-dänische Duell zwischen Schmidt/Boehme für Deutschland und Jonas Warrer/Christian Peter Lübeck (Dänemark) konnten Schmidt/Boehme für sich entscheiden und nach Gold im vergangenen Jahr nun Kieler-Woche-Silber feiern.

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Nacra17
Keine Überraschung gab es zum Abschluss der Regatta in der Nacra17-Klasse. Die deutsche Mixed-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner fuhr zum zwölften Sieg im 13. Rennen. „Ein kleines Bisschen ärgert mich der eine zweite Platz. Das hätte sonst richtig klasse in der Ergebnisliste ausgesehen“, so Paul Kohlhoff. Kohlhoff/Werner hatten damit auch die stärkste Siegesserie über alle Klassen während der Kieler Woche 2016 gefahren – das allerdings in einem überschaubaren Feld von sechs Teilnehmern. Nach großen Erfolgen auf internationaler Ebene im vergangenen Jahr (Junioren-Welt- und -Europameister) feiern sie nun ihren ersten Internationalen Deutschen Meistertitel in der jüngsten aller olympischen Disziplinen.

470-GER 10 M Ferdinand GERZ Oliver SZYMANSKI SVW-ok-1084 ©okpress

470er Gerz/Szymanski ©okpress


470er
Auch im 470er war das Feld nur klein. Ein Grund waren die parallel laufenden Junioren-Meisterschaften auf der Kieler Förde, die ein Gros der Konkurrenten abzogen. So war der Sieg der deutschen Olympia-Starter Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (München/Berlin) vor den russischen und ukrainischen Olympia-Teams ungefährdet.

Laser Radial
Das Medal Race der Laser-Frauen zeigte zwar noch mal ganz andere Ergebnisse als während der zehn Rennen zuvor. Doch an den Platzierungen unter den ersten Drei änderte das nichts mehr. Trotz eines neunten Ranges im finalen Rennen durfte die Norwegerin Tiril Hartvedt Bue über Gold jubeln. Svenja Weger (Kiel) kam hinter der Finnin Monika Mikkola auf Rang drei.

Laser Standard
Ein solides Rennen zum Abschluss reichte Philipp Buhl (Kiel), um sich den vierten Titel bei der Kieler Woche zu sichern. Der letzte verbliebene Konkurrent – zumindest theoretisch – war schon an der ersten Bahnmarke ausgeschaltet. Während Buhl sich in der Mitte des Feldes hielt, rundete der Ungar Jonatan Vadnai als Letzter. Und der Deutsche arbeitete sich noch nach vorn, ging auf Platz zwei durch das Ziel. Nur verhalten jubelte der Sportsoldat über den Gesamterfolg: „Das liegt auch daran, dass die Konkurrenz in diesem Jahr hier nicht so hoch war. Aber ich bin zufrieden. Momentan bin ich auf dem absoluten Leistungshoch, auch wenn das Medal Race nicht optimal verlief. Die Kieler Woche war ein guter Test für Rio.“

Finn
Nach drei sehr guten Tagen zur Kieler Woche war der Erfolgsfaden für Max Kohlhoff gerissen. Am vorletzten Tag musste er die Führung abgeben, am letzten rutschte der Kieler noch auf Rang drei ab. Phillip Kasüske (Berlin) zeigte sich dagegen souverän. Sein zweiter Platz im Medal Race reichte für den Sieg und um sich gegen den Kroaten Ivan Gaspic zu behaupten. Gemeinsam mit Max Kohlhoff blickt Phillip Kasüske nun nach Aarhus, wo beide bei der Junioren-WM auf einen deutschen Doppelsieg im Juli hoffen.

Sonar
Mit einem Sieg im ersten Rennen des Tages stellten Lasse Klötzing/Jens Kroker/Siegmund Mainka (Berlin) den Kieler-Woche-Sieg im Sonar schon sicher. Doch die Crew legte noch einmal nach und gewann auch die letzte Wettfahrt. Damit sicherte sich das Trio auch den Titel bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft und brachte sich nach der Umformierung der Mannschaft im April in Form für die Paralympischen Spiele in Rio. Auf den weiteren Plätzen folgten die Mannschaften Jürgen Brietzke/Reinhard Bauer/Clemens Kraus (Gottesgabe) und Michael Kern/Ulf Hollenbach/Jörg Meierdiercks (Metzingen).

2.4mR
Heiko Kröger bleibt eine feste Medaillenbank für die Deutschen. Auch wenn der Paralympics-Sieger von 2000 inzwischen nicht mehr in Kiel lebt, ruft er auf seinem ehemaligen Heimrevier doch beständig Top-Leistungen ab. Bereits zum neunten Mal gewann der 50-Jährige die Kieler Woche und kann damit optimistisch in die Paralympics von Rio gehen – die vorerst letzten, denn Segeln wurde für 2020 aus dem paralympischen Programm gewählt. In der vor Kiel offen ausgesegelten Klasse gewann Kröger auch den Titel des Internationalen Deutschen Meisters vor dem Schweden Hans Asklund und dem zweimaligen Olympia-Medaillen-Gewinner Ulli Libor (Frei-Laubersheim).

Gelungene Kieler Woche 2016
Auch nach dem Aus für die Kieler Bewerbung um die olympischen Segelwettbewerbe 2024 bleibt Kiel somit ein Mekka des Segelsports. In diesem Jahr gingen während der weltgrößten Segelveranstaltung knapp 4.000 Seglerinnen und Segler aus mehr als 50 Nationen auf den Regattabahnen vor Schilksee an den Start. Für viele Olympiateilnehmer – darunter die deutsche Segel-Nationalmannschaft – war die Kieler Woche das letzte internationale Kräftemessen vor den Spielen in Rio de Janeiro. Zu den weiteren Höhepunkten im Segelprogramm gehörten die Junioren-WM der 470er, die Europameisterschaft der Klasse J/70 und vier Internationale Deutschen Meisterschaften. Maritimer Höhepunkt der Kieler Woche war erneut die traditionelle Windjammerparade – rund 80.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten in diesem Jahr trotz Regenschauern das imposante Spektakel. Insgesamt mehr als 3 Millionen Gäste feierten neun Tage lang bei überwiegend trockenem Wetter das größte Sommerfest im Norden Europas und die gleichzeitig größte Segelsportveranstaltung der Welt.

Quelle: www.kieler-woche.de