Kleine Zocker

Auf Barsch, Forelle oder Saibling

Kleine Zocker / © MD, ctillmann
Fix noch mal ein paar Würfe riskieren, bevor die Sonne endgültig am Horizont verschwindet. Mein Ziel: große Regenbogenforellen und dicke Saiblinge aus einem glasklaren, bis zu 60 Meter tiefen See zu entführen. Der spontane Entschluss musste nur noch in die Tat umgesetzt werden. Mit der Fliegenrute in der einen Hand und der Spinnrute in der anderen, ging's mit dem Boot hinaus. Echolot an und schon nach fünfzehn Minuten der totale Frust: Die Fische stehen in über dreißig Meter Tiefe, meine Köder erreichen aber nur maximal drei bis vier Meter - verdammt, das heißt Abbruch. Schnellschüsse gehen eben manchmal in die Hose. Heute ist nicht alle Tage, ich komm' wieder, keine Frage. Zwei Tage später war ich wieder da: mit neuen Ideen, neuen Ködern, anderem Gerät und reichlich Selbstvertrauen im Gepäck.
Abgezockt
Die Fische stehen sehr tief, also muss auch mein Köder weit runter. Mit den herkömmlichen Spinn- und Kunstködern ist da kein Start zu machen - bis 35 Gramm Gewicht müssten sie haben, um direkt zum Grund zu sausen. Die Lösung: kleine Zocker. Die gibt es inzwischen in allen möglichen Größen und Gewichten zum Beispiel von Exori, Dega, Mann's oder Paladin. Je nach Wind, Strömung und Tiefe des Gewässers sollte der kleine Helfer aus Blei gewählt werden. Die Spannbreite der Zockergewichte liegt in der Regel zwischen 8 und etwa 30 Gramm. Die Formen und Farben der Zocker sind dabei völlig unterschiedlich - probieren geht über studieren.
Zocker sauber führen
Dazu kommt eine steife, etwa 2,10 Meter lange Spinnrute mit einem Wurfgewicht bis maximal 30 Gramm. Die braucht man, damit der relativ schwere Zocker sauber geführt werden kann. Eine Stationär- oder kleine Multirolle mit 12er geflochtener Schnur rundet die Ausrüstung ab. Mit der Geflochtenen halten Sie perfekten Kontakt zum Köder und außerdem Fische bis über fünf Kilo in Schach.

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Angeln / © pixabay.com
Ausgebremst
Was jetzt noch fehlt, um an zum Beispiel Salmoniden heranzukommen? Ein kleines Boot, ein Echolot und ein Treibanker. So ausgestattet, geht's auf die Suche nach den großen Fischanzeigen auf dem Gewässergrund. Haben Sie eine heiße Stelle lokalisiert? Dann ist die Zeit für die H-Boje (zum Beispiel von Cormoran) gekommen: Einfach über Bord werfen, die Boje wickelt sich von selbst ab. Der Platz wird markiert, damit man mit Sicherheit immer wieder über die gleiche Stelle gleitet. Danach kommt der Treibanker zum Einsatz. Er wirkt wie ein Bremsfallschirm beim Dragsterrennen und verhindert zu schnelles Driften, besonders wenn der Wind etwas frischer bläst. So bleiben Sie fast auf der Stelle stehen und können ganz beruhigt Ihren Zocker zu Wasser lassen.

Tief gewinnt
Und ab nach unten - einunddreißig, zweiunddreißig Meter - plumps. Mit der Geflochtenen merken Sie ganz genau, wenn der Köder am Grund angekommen ist. Kleiner Tipp: Markieren Sie Ihre Schnur mit einem wasserfesten Edding. Einmal herunterlassen, dann ein paar Wicklungen aufspulen und die erste Markierung setzen, danach etwa alle fünf Meter einen weiteren Strich aufzeichnen. Das hilft die Fische schneller zu finden, wenn sie nicht direkt am Grund lauern, sondern sich im Mittelwasser oder fünf Meter über dem Gewässerboden aufhalten.

Erfolgreich auch bei anderen Tiefenräubern
Fast wie beim Pilken wird der Zocker leicht nach oben gezupft und wieder abgelassen - die taumelnde Bewegung des Köders bringt nach einigen Versuchen so richtig Leben in die Rute. Der Biss ist hart und ohne jede Vorwarnung. In dieser Tiefe kennen die Fische kein Pardon. Ein Gegner von drei Pfund macht ein Höllenspektakel an der leichten Spinnrute. Nur, was hängt dran? In meinem Fall ein herrlicher Seesaibling und kurz danach eine Regenbogenforelle von drei Pfund. Nicht schlecht für den Anfang. Übrigens: Diese Methode ist auch sehr erfolgreich, wenn Sie's auf andere Tiefenräuber abgesehen haben: Barsch und Hecht haben die Zocker ebenfalls zum Fressen gern. (Rute & Rolle)

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