Diagnose Dieselpest

Mit Additiven Dieselpest vorbeugen

Diesel Additive - Foto: © ESC
Bemerkt der Skipper eine Trübung des Diesels, ist es in der Regel auch schon zu spät. In diesem Fall hilft nur eines: Tank und Kraftstoffsystem komplett entleeren, gründlich reinigen und desinfizieren. Schritt Nummer zwei: Künftig bei jeder Tankfüllung ein geeignetes Additiv mit Biozid-Bestandteilen dem Diesel beimischen. Diverse Hersteller biozidhaltiger Additive wollen Eignern Glauben machen, ihre Mittel beseitigen Dieselpest selbst noch im fortgeschrittenen Stadium. Das ist sowohl chemisch als auch praktisch unmöglich, da das Biozid bei stärkerem Befall nur die äußere Hülle der Bakterienkolonien angreift und abtötet.
Situation im Tank richtig einschätzen
Die abgestorbenen Kleinstlebewesen dienen den noch lebenden Hefen und Pilzen im Inneren im wahrsten Sinne des Wortes „als willkommene Nahrung“. Unterm Strich bedeutet das: Biozid-Zusatz bei bereits eingetretenem Befall, kann die Situation eher verschlimmern. Erst nach einer umfassenden Tankreinigung machen Additive Sinn und beugen einem Neubefall vor.

Dr. Martin Müller, Chefchemiker beim Additivspezialisten ERC im niedersächsischen Buchholz, forscht und kreiert in seinem Labor Cocktails, die Mikroorganismen im Diesel ganz und gar nicht schmecken. Die „WasserSport“-Redaktion fragte nach.

WS: Könnten die Kraftstofflieferanten nicht schon bei der Herstellung von Diesel etwas dagegen tun?

Müller: Theoretisch schon. Sie könnten den Diesel mit einem Biozid versehen. Aber erstens würde dann der Diesel zu Ungunsten der Saisonaggregate teurer, zweitens würde man für Sonderfälle ein Produkt allgemein „sterilisieren“, mit allen Nachteilen der möglichen Adaption der Tierchen, der möglichen Sensibilisierung der Menschen bei dauerhaftem Umgang und nicht zuletzt der Verteuerung des Diesel. Wir sollten nicht außer Acht lassen, dass der Einsatz in Saisonaggregaten die Nische ist, nicht die mehrheitliche Anwendung. Ein weiterer Aspekt spricht ebenfalls dagegen: Wie schon gesagt, ist auch ein Dieseltank in gewisser Hinsicht ein Ökosystem. Befall führt aber nicht immer zu Störungen. Würde man nun einen „Biozid-Diesel“ in den Markt bringen, dann könnte man wohl die Uhr danach stellen, dass durch Abtöten von bis dahin unauffälligen Kulturen, die vielleicht nie zu Problemen geführt hätten, es zu massenhaften, unerwarteten Filterverstopfungen käme. Das riskiert keiner.
WS: Gibt es derzeit bereits Möglichkeiten, einen befallenen Dieseltank chemisch so zu behandeln, dass sich die Hinterlassenschaften der Mikroorganismen auflösen?

Müller: Leider kann man der Chemie nicht sagen, „WO“ sie wirken soll... Auf den Punkt gebracht: Eine effektive Auflösung dieser kleinen Tierchen kann ich mir nicht vorstellen, ohne gleichzeitig den Motor erheblich zu schädigen. Da ist der notwendige, häufige Filterwechsel nach einer „Dekontamination“ das kleinere Übel.

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WS:Was empfehlen Sie den Bootseignern schlussendlich?

Müller: Der erste Schritt ist immer eine vernünftige Tankhygiene. Wasser, wo es geht, ablassen. Tanks vor der Winterpause komplett füllen, damit möglichst wenig Luftsauerstoff und Feuchtigkeit während der Lagerung eindringen kann. Geschützt vor Regen lagern. Und natürlich ein die Alterung schützendes Additiv verwenden. „Wir wissen nicht, was der Tankwart empfielt...“, wie es so schön heißt, ich empfehle zum Beispiel die Verwendung von „Diesel Plus“.

WS: Das ERC-Additiv Diesel Plus bekämpft nicht nur die Bakterien, sondern hat auch noch andere Funktionen, u.a. die Reinigung der Injektoren, die Verbesserung der Centanzahl, den Schutz gegen Korrosion und den Schutz gegen Kraftstoffalterung. Wird mit solch einer Allzweckwaffe nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen?

Müller:Überhaupt nicht. Wir müssen doch einmal festhalten, dass in der Schifffahrt aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der unmittelbaren Nähe zum Wasser, fraglos eher Bakterien, Algen, Pilze etc. zu Störungen führen können, als andere Ursachen. Hinzu kommt die oxidative Zersetzung des Biodieselanteils. Gute Pflanzenöle – auch die für Biodiesel verwendeten – lassen sich durch den Luftsauerstoff gut „oxidativ spalten“. Wir kennen es vom „ranzig werden“. Und dabei bilden sich auch organische Säuren, die korrosiv sind. Genau das passiert auch im Diesel bei längerer Lagerung, was ebenfalls zu Ausfällungen und Verstopfungen im Motor führt. Der Bootseigner sollte den Diesel gegen Biobefall, übermäßige Alterung, Eindringen von Fremdstoffen und Korrosion durch gebildete Säuren umfassend schützen, und das tut er mit einem Performance-Paket wie ERC Diesel Plus.

WS: Herr Dr. Müller, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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