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Mit dem Hintern ans Wasser: Segeln lernt man auf der Jolle

Optisegeln - Foto: © birgitt müller /DODV
„Die Jolle ist ein formstabiles Schwertboot, dessen Konstruktionsschwerpunkt meist über der Wasserlinie liegt. Eine krängende Jolle richtet sich nur bei sehr begrenzten Krängungswinkeln von allein wieder auf, sobald der Winddruck nachlässt. Bei stärkerem Wind oder in Böen verlagert die Crew ihr Körpergewicht in Luv nach außen, indem sie ausreitet oder in das Trapez geht. Dadurch verlagert sich der Masseschwerpunkt der Jolle nach Luv, das Boot stabilisiert sich wieder. Reagiert die Besatzung nicht, oder nicht rechtzeitig auf Veränderungen des Winddrucks, kann die Jolle nach Luv oder auch nach Lee kentern. Je nach Verwendungszweck werden Jollen in Renn- und Wanderjollen unterschieden und bilden in Bootsklassen einheitliche Klassentypen".
Soweit Wikipedia, die freie Enzyklopadie des world wide web zum Thema Jolle. Etwas sperrig, doch fachlich richtig. Einfacher ausgedrückt: Wer mit dem Hintern dicht am Wasser sitzt, lernt das Einmaleins des Segelsports auf seine ursprüngliche Art, entwickelt zwangsläufig ein Gefühl für Boot und Welle, begreift intuitiv viele Feinheiten der Segeltechnik. Das galt schon immer und zählt heute umso mehr, weil in einigen Segmenten des Segelsports die Auseinandersetzung mit dem Wasser, die Herausforderung bei Wind und Welle eine immer geringere Rolle spielt. Wer ein knapp 5 Meter langes Dinghy bei 4 Beaufort im Trapez stehend sicher im Griff hat, erlebt Segeln pur und erfährt auf einem Raumschotritt neben echten Glückgefühlen mehr über die Zusammenhänge zwischen Boot und Segel, als der Neueinsteiger auf einem „Komfort" Dickschiff im ganzen Jahr.
Start vieler Karrieren
Nahezu alle Spitzensegler begannen ihre Karriere im nassen Cockpit einer Jolle. Heros wie Poul Elvström suchten noch im fortgeschrittenen Alter immer wieder die Herausforderung in offenen Booten, oder auf dem Trampolin eines Catamarans. Und auch viele Fahrtensegler sind im Optimisten und Piraten groß geworden, lernten das Handwerk Segeln mit der Großschot in der einen und dem Pinnenausleger in der anderen Hand.

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RS 500 vor Warnemünde - Foto: © rssailing.com
Und das musste nicht zwangsläufig beim Regattasegeln enden. Vielmehr ging es regelmäßig mit Sack und Pack am Wochenende auf Törn, unterm Hochpersenning ließ sich auf Luftmatratzen hervorragend schlafen und der Eimer ersetzte das Bordklo. Zunehmend entwickelte sich das Jollensegeln aber zum reinen Regattasport, der Begriff „Wanderjolle" war regelrecht verpönt, neue Einstiegsboote gab es kaum, segeln in der Jolle war zum Leistungssport geworden.

Aktuell aber heißt es „back to the roots, Jollensegeln erlebt auch und gerade im Einsteigerbereich eine Renaissance. Die neuen Boote sind sportlicher, robuster, bieten vielfältige Einsatzbereiche und das Handling ist um vieles einfacher geworden. Doch eins ist geblieben....einen nassen Hintern bekommt man beim Jollensegeln immer noch.

Quelle: Segler-Zeitung
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