Nemo's Garden Projekt

Liegt die Zukunft von Gartenbau und Landwirtschaft unter Wasser?

Unterwassergärten - Foto: © nemosgarden.com
Beim ersten Blick auf dieses Projekt denkt man wohl unweigerlich an Science-Fiction Erzählungen und Jules Verne Romane. Doch es passiert genau jetzt! In diesem Moment gedeihen Pflanzen wie Basilikum, Thymian, Tomaten, Blattsalat, Bohnen und Erdbeeren. Nicht an Land, sondern vor der Küste Italiens, unter Wasser, in der Bucht von Noli.
Im Meer schwebende futuristische Kuppeln
Ermöglicht wird die Pflanzenzucht unter Wasser durch spezielle Biosphären, taucherglockenähnliche Kuppeln, die im Meeresboden verankert sind und so einige Meter unter der Wasseroberfläche schweben. Die Idee stammt von Sergio Gamberini, dem Präsidenten der Ocean Reef Gruppe, der mit dem Nemo’s Garden Projekt das ehrgeizige Ziel hat, Alternativen für die bisherige Landwirtschaft zu entwickeln.
Unterwassergärten - Foto: © nemosgarden.com
Projektentwicklung
Fanden erste Tests zu Beginn des Projekts noch mit kleinen Ballonen in Wasserbecken statt, umfasst das Projekt inzwischen schon mehrere Sphären im Meer, in denen die Mitarbeiter auftauchen können, um sich um die Pflanzen zu kümmern. Das größte Unterwasser-Gewächshaus hat ein Volumen von 2.000 Litern. Ebenso hat sich mit der Zeit das Projektteam mit seinen „Agrinauten“ vergrößert.
Untersuchungen, Tests und Experimente
Experimentiert wird nicht nur mit verschiedenen Pflanzenarten. Auch unterschiedliche Materialien, Konstruktionen und Umweltbedingungen in den Sphären werden getestet. Über Sensoren und Kameras werden eine Vielzahl von Daten erfasst. Diese kann man sich sogar im Internet auf monitor.oceanreefgroup.com live ansehen. Wichtige Faktoren sind hier vor allem die Luftfeuchtigkeit in den Kuppeln, Temperatur- und CO²-Werte.

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Gartenbau und Landwirtschaft unter Wasser?
Werden Taucher in naher Zukunft also ihre eigenen Gewächshäuser und Schrebergärten im Meer haben? Wird Landwirtschaft in Zukunft unter Wasser betrieben werden? Nicht nur, dass es nun erwiesener Maßen überhaupt möglich ist, Nahrung im Meer anzupflanzen. Der Anbau unter Wasser hat durchaus weitere Vorteile. Unter Wasser bleiben die Pflanzen von starken Temperaturschwankungen und Unwettern verschont. Zudem können keine Schädlinge die Saat befallen, wodurch Pestizide unnötig werden. Durch Verdunstung innerhalb der Sphäre gibt es quasi von selbst eine kontinuierliche Bewässerung und die Sphären können mit nur minimalem Energieaufwand autark betrieben werden.
Unterwassergärten - Foto: © nemosgarden.com
Herausforderungen für die „Agrinauten“
Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Probleme und Herausforderungen, denen sich die „Agrinauten“ stellen müssen. Der Aufwand für die Wartung der Kuppeln ist hoch. Schließlich müssen Taucher mit Ausrüstung die Sphären instand halten. Das beginnt schon beim Reinigen. Das Meerwasser absorbiert einen Teil des Lichts. Werden zudem die durchsichtigen Kuppeln trüb, bekommen die Pflanzen nicht mehr genug Sonnenlicht zum Wachsen. Bisher gelang die Aufzucht auch nur mit speziellen Nährböden. Für normale Erde ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Es bildet sich leicht Schimmel. Auch Pflanzen, die viel Pflege benötigen, konnten noch nicht erfolgreich angebaut werden. Hinzu kommt, dass es auf unserem blauen Planeten zwar viele Wasserflächen und tiefe Meere gibt, allerdings nicht viele flache Küstengebiete, die alle erforderlichen Bedingungen für Unterwasser-Biosphären bieten.
Unterwassergärten - Foto: © nemosgarden.com
Unterwassergärten - Foto: © nemosgarden.com

Zukunft des Projekts und weitere Nutzungsmöglichkeiten
Zusammengenommen müsste an Land wohl recht viel passieren, damit Unterwasser-Landwirtschaft zu einer wirklichen Alternative würde. Jedoch bleibt die Erforschung der Möglichkeiten durchaus spannend und die Daten aus den Sphären könnten noch so manche neue Erkenntnis hervorbringen. Darüber hinaus könnten sich zukünftig noch ganz andere Nutzungsmöglichkeiten für die Unterwasser-Installationen ergeben: Als spezielles Taucherlebnis-Angebot im Tourismussektor, als Stationen zur Zucht und Regeneration seltener Korallenarten oder zur Beobachtung für die Meeresforschung. „Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist, ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustoßen.“ (Arthur C. Clarke)

Miniatur-Biosphäre für Zuhause
Wer Lust hat, selbst sein Können als Unterwasser-Gärtner zu testen, soll schon bald über die Projektseite www.nemosgarden.com eine eigene Miniatur-Biosphäre für Zuhause bestellen können. Über den aktuellen Stand des Nemo’s Garden Projekts kann man sich auf der boot Düsseldorf am Ocean Reef Messestand informieren.

Nemo’s Garden...
...liegt in der Bucht von Noli, bei Savona, in Italien. Rund 100m von der Küste entfernt schwimmen die Sphären in Tiefen zwischen 6 und 10m.
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