22.12.2014

Time Out Composite OHG

(November 2010) Ein fliegender Holländer: Carbon-Dach für Chalet in den Alpen

Lufttransport mit Hubschrauber

Nach spektakulärem Transfer per Schiff und Helikopter landete die Spezialkonstruktion eines Leichtbau-Dachs schließlich auf dem gläsernen Dachstuhl einer Schweizer Geschäftsvilla


Sommer 2010. Ungewöhnlicher Auftrag für die renommierte Amsterdamer Werft Rhebergen Composites. Die Anforderung: Entwurf und Herstellung eines dünnen, ultraleichten, jedoch zugleich stabilen und thermisch extrem anpassungsfähigen Hausdaches. Die Lösung: Herstellung aus Faserverbund-Materialien, wie sie im Yacht- und Schiffbau verwendet werden. Destination: eine luxuriöse Villa in der Schweiz.
Ungewöhnliche bauliche Aufträge erfordern ungewöhnliche Lösungen: Am Mittwoch, 13. Oktober, machte Rhebergen Composites aus Amsterdam per Hubschrauber ein 21 Meter langes Dach kurzerhand zum “Fliegenden Holländer”. Ein Dach, das die renommierte niederländische Werft für eine luxuriös modernisierte Geschäftsvilla in den Schweizer Bergen hergestellt hat. Ein Dach, das seine Endposition auf einem vollständig aus Glasverbund hergestellten Hochgeschoss finden sollte. Möglichst dünn und federleicht, zugleich aber auch extrem stabil sollte es daher sein, und darüber hinaus den unterschiedlichsten Temperaturen und Wetterbedingungen standhalten. Um derart hohen Anforderungen gerecht zu werden, entwarf und produzierte Rhebergen die Konstruktion im bewährten Komposit-Verfahren – nach neuestem Stand der Schiffbautechnik.


Höchste Qualitätsansprüche
An das Dach, von Rhebergen im Auftrag eines Schweizer Architekturbüros gefertigt, wurden höchste Qualitätsansprüche gestellt. Dies aus den verschiedensten Gründen: Aufgrund der geringen Anzahl an Stützpunkten kam nur ein Leichtgewicht infrage. Starker Belastung, etwa durch hohe Schneelast, musste die Konstruktion mit sehr hoher Belastbarkeit begegnen. Und die zu erwartenden extremen Temperaturschwankungen erfordern eine geringe thermische Ausdehnung und beste Isolationswerte. Zum modernen Baustil der Villa passte also ausschließlich ein dünnschichtiges Dach, das nahtlos an die bestehende, modernisierte Konstruktion anschließen sollte. Bei der Durchführung des Projekts von der Planung bis zur vollständigen Fertigstellung kam den Ingenieuren die jahrelange Erfahrung mit großformatigen Bauteilen aus Faserverbund-Materialien im Yacht- und Schiffbau entgegen. So produzierten die Experten aus den Niederlanden letztlich ein Dach aus einer Sandwich-Konstruktion, basierend auf Hartschaum und Carbon/Glaslaminat. Dabei wurde das gesamte Dach in einem einzigen Prozess mittels Vakuum-Injektionsverfahren mit Epoxid-Harz injiziert, wodurch ein hoher Anteil Verstärkungs-Fasern bei dennoch insgesamt niedrigem Gewicht erreicht werden konnte.


Transfer per Schiff und Helikopter
Für den Transport von Amsterdam nach Basel wurde erwartungsgemäß der Seeweg auf Flussvater Rhein gewählt. Doch für den Schlussabschnitt hätten auch gestandene Filmregisseure aus Hollywood kaum spektakulärere Drehbücher entwerfen können: Durch kurvige Bergstraßen war die hoch gelegene Villa nur schwierig zu erreichen, für den Transport des Daches stellten die geringen Abmessungen der Zufahrtwege im bergigen Gebiet den Organisator also vor weitere Herausforderungen. Die Konstruktion musste daher neben ihrer Stärke und Größe auch noch transportabel sein. Die “out of the box-Mentalität” der Ingenieure bei Rhebergen, möglichst fertige Bauteile zu liefern, erbrachte die Lösung für dieses Problem: Nach dem Transport per Frachtschiff von Amsterdam nach Basel wird die gesamte Dachkonstruktion von einem Helikopter die letzten beschwerlichen Kilometer zu ihrer Endbestimmung geflogen. Ein filmreifes Finale für diesen “fliegenden Holländer”.


Seit 1987 gehört Rhebergen zu den angesehendsten und wichtigsten Produzenten von komplexen, leichtgewichtigen Komposit-Bauteilen für den Megayachtbereich und hat sich als verlässlicher Lieferant von auf Maß gefertigten Bauteilen außerdem spezialisiert auf die perfekte Anwendung der Vakuum-Injektion zur Herstellung von Bauteilen mit großen Oberflächen. Dadurch sind hochwertigere und leichtere Laminate erreichbar, die sauberer und schneller produziert werden können. Rhebergen beliefert die größten Megayacht-Werften Europas.


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