boot Ratgeber - Saisonvorbereitung & Bootspflege

Teil 2: Der Bootsrumpf & das Deck

So machen Sie Ihre Yacht fit für eine gelungene Saison an Bord!



Nach einem langen Winter an Land, oder im Wasser, braucht der Rumpf liebevolle Zuwendung, um wieder im schönsten Glanz zu erstrahlen. Holz- oder Stahlschiffe müssen alle paar Jahre – je nach Qualität und Art des Anstrichs auch jährlich – geschliffen und neu lackiert werden, alle Boote sollten mindestens einmal im Jahr gründlich poliert werden.















Das gilt vor allem für GFK-Yachten, denn eine gute Politur (oder ein Wachs) bildet eine harte und kratzfeste Schicht, die das ursprüngliche Gelcoat auch vor den Folgen der UV-Sonneneinstrahlung schützt. Mit der richtigen Behandlung können auch verwitterte oder stumpfe GFK-Flächen wieder, im Wortsinne, aufpoliert werden. Im Fachhandel gibt es eine Vielzahl spezieller Produkte, beispielsweise von Starbrite oder 3M (Händlerverzeichnis und Pflegetipps über www.vonderlinden.de), für die beiden Dinge, die bei GFK-Booten entscheidend sind zur Pflege: Reinigen und Polieren. Kleinere Boote kann man noch per Hand polieren, mit weichen Lappen und kreisförmigen Bewegungen, aber man muss es nicht.

Denn selbst bei einer Jolle lohnt sich im Grunde schon die Anschaffung einer preiswerten Poliermaschine, mit der die Arbeit nicht nur wesentlich leichter geht, sondern aus eben diesem Grund vermutlich auch ein besseres Ergebnis bringen wird. Und es lohnt sich natürlich, jedes Schiff generell in einem guten Pflegezustand zu halten – also regelmäßig einmal im Jahr zu polieren und bei Bedarf ruhig öfter zu reinigen - , denn das macht nicht nur das Schiff schöner, sondern auch die Arbeit leichter. Es ist erstaunlich, über wie viele Jahre, um nicht zu sagen: Jahrzehnte, ein Gelcoat seinen harten, festen Glanz behalten kann, wenn es nur regelmäßig gepflegt wird.

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Feinschliff für den Rumpf

Foto: Polieren des Rumpfes

Polieren des Rumpfes

Foto: Wasserpass

Verdreckter Wasserspass

Foto: Kielbolzen neu

Anstrich Wasserpass

Foto: Schaden am Rumpf

Kleinerer Schaden am Rumpf

Foto: Vorbereitende Arbeiten

Vorbereitende Arbeiten zum Spachteln

Wie neu
Ist das Schiff dagegen schon einige Jahre lang vernachlässigt worden und die Oberfächen sind stumpf, porös und schmutzig, muss man nicht unbedingt gleich neu lackieren. Oft hilft auch hier eine besonders gründliche Reinigung mit sehr feinem Nassschleifpapier von 1500er oder 2000er Körnung in Verbindung mit seifigem, lauwarmen Wasser (mit Spülmittel versetzt). Damit wird grober Schmutz entfernt, der sich in der porösen Oberfläche festgesetzt hat. Anschließend sollte man den Rumpf mit einer Boots- , Auto- oder Metallpolitur polieren, schließlich könnte man noch ein Hartwachs auftragen. Die raue, poröse Oberfläche des Gelcoat wird wieder glatt, weil eine hauchdünne Schicht (im Hunderstel-Millimeter-Bereich) abgetragen wird. So sieht fast wieder aus, wie neu. Erfreuliche Nebenwirkung: weil die Oberfläche nun wieder glatt ist, verschmutzt sie auch nicht mehr so schnell oder lässt sich zumindest sehr viel einfacher reinigen.

 
Der Wasserpass
Den Wasserpass, der ja abwechselnd im Wasser und an der Luft und immer dem im Wasser treibenden Schmutz ausgesetzt ist, sollte gut geschliffen und mit einer speziellen Wasserpassfarbe gestrichen werden, die von eigentlich allen großen Farbenherstellern angeboten wird. Sauber abkleben mit einem dafür gemachten Klebeband und gleich nach dem Farbauftrag auf dem Wasserpass wieder abziehen. Lässt man das Klebeband über Nacht oder gar ein paar Tage auf dem Rumpf, kann das Entfernen durchaus mühsam werden!

Viel Arbeit an Deck

An Deck warten andere Aufgaben. Leider ist es aufgrund von Luftverschmutzung und Trittspuren oft besonders stark verdreckt, und leider kann man es nur wesentlich mühsamer reinigen als die glatten Oberflächen der Rumpfseiten. Nicht nur das rutschfeste Profil ist hier hinderlich, sondern auch die vielen Beschläge, um die man dann eben doch immer per Hand „herum“ putzen muss.

Foto: Haarrisse an der Reling

Feine Risse am Relingfuß...

Foto: Haarrisse

...hier muss man ran...

Foto: Haarrisse

...bevor zuviel Wasser eindringt!

Foto: Altes Teakdeck

Ein Teakdeck braucht gute Pflege

Foto: Pflegemittel

Behandeltes Teakdeck: macht was her

Vorsicht bei Haarrissen
Dabei sollte man auch auf Haarrisse im Gelcoat achten, die meist mehr oder weniger Sternförmig von einem Punkt besonderer mechanischer Belastung ausgehen. Das kann eine Stelle im Deck sein, die durch Stoß oder Druck punktuell beschädigt wurde, oder, was sehr viel öfter vorkommt, rund um Beschläge wie insbesondere die Füße der Relingstützen, an den Befestigungen von Bug- oder Heckkorb oder auch zuweilen rund um Winschen. Eben überall dort, wo der Bereich im Deck besonders belastet wird und vielleicht sogar, über die Jahre, etwas flexibel wurde und nun nachgibt. Anfangs mag dies noch ein rein kosmetisches Problem sein, das der eine oder andere Yachteigner gerne übersieht. Doch wenn die Risse stärker werden, kann dort Feuchtigkeit in das Sandwichlaminat des Decks eindringen. Das wiederum hat unangenehme Langzeitfolgen: Die meisten GFK-Decks haben einen Balsaholzkern und der gammelt mit der Zeit weg, wenn es dort dauerhaft nass wird. Das Deck wird also insgesamt weich, beim Begehen gibt es etwas nach oder knarrt, und reißt immer weiter ein. Dann bleibt nur noch eine Lösung, nämlich eine komplette Deckssanierung indem man die äußere GFK-Schicht entfernt, den Kern trockenlegt und wo notwendig erneuert und anschließend ein neues Laminat darüber aufbaut. Das ist aufwändig, anstrengend und teuer.

Sanieren alter Teakdecks
Oft wird solch eine Decksanierung leider auch notwendig, wenn wir es mit einem sehr alten Teakdeck zu tun haben, das noch verschraubt ist und wo das Teak soweit abgenutzt ist, dass die Pfropfen über den Schraubenköpfen abgefallen und die Fugen zwischen den Leisten nicht mehr dicht sind. Das muss zwar nicht gleich zwingend bedeuten, dass Feuchtigkeit in das Sandwichdeck darunter eingedrungen ist, aber die Gefahr besteht dann durchaus. Also lieber das Teakdeck sanieren, solange es noch möglich ist und solange das Sandwichdeck darunter noch keinen Schaden genommen hat.

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Foto: Alte Luke

Alte Luke auf altem Deck

Foto:Neue Luke

Luke gereinigt und gepflegt

Foto: Fenster

Fast wie neu - guter Pflege sei Dank!

Schnelles Handeln beugt vor
Analog dazu ist es eben auch viel besser, den Haarrissen gleich zu Leibe zu rücken, noch bevor sich daraus ein größeres Problem entwickeln kann. Das ist vergleichsweise einfach, indem man mit einem scharfen Stecheisen die feinen Risse zu etwas größeren V-Förmigen Rinnen ausweitet und diese dann, wenn sie trocken sind, mit frischem Gelcoat auffüllt. Das einzige Problem dabei ist, dass man nicht immer die Farbe des umliegenden originalen Gelcoats treffen wird. Je nachdem wie viele Risse im Deck auf diese Weise bearbeitet wurden, kann man das Deck anschließend auch ganz oder Stellenweise neu lackieren. Oder, falls es sich zum Beispiel um die Bereiche bei den Relingsfüßen handelt, die Relingsstützen anschließend mit einer kleinen VA-Platte neu anbringen, die nicht nur für mehr Stabilität der Reling sorgen, sondern die dann auch die Reparatur darunter überdecken würden

Spezialpflege für zerkratzte Fenster und Luken
Das alles klingt nach viel Arbeit und ist es auch, die zuweilen auch besser von einem Fachmann oder einer Fachfrau ausgeführt werden sollte. Glücklich kann sich also schätzen, wer sein Boot nur polieren und im Unterwasserbereich behandeln muss. Für zerkratzte Fenster und Luken hingegen gibt das spezielle Reinigungsmittel Vuplex (erhältlich im Fachhandel, Händlernachweis über www.lindemann-kg.de), das man sogar für die PVC-Fenster in Sprayhoods und „Kuchenbuden“ benutzen kann. Es reinigt und versiegelt in einem Arbeitsgang. Viele Anwender reinigen damit auch GFK-Flächen an Bord, allerdings wird die Oberfläche danach nicht nur sauber, sondern auch extrem rutschig: Decks oder andere begehbare Flächen sollte man mit diesem Mittel also auf gar keinen Fall reinigen!

Autor: Detlef Jens

Lesen Sie hier den 3. Teil der boot.de Serie zur Saisonvorbereitung - Segel & Rigg

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