boot Ratgeber - Saisonvorbereitung & Bootspflege

Teil 6: Die Bordelektronik

So machen Sie Ihre Yacht fit für eine gelungene Saison an Bord!



Volt, Watt, Ampere und Ohm – ohne uns gibt’s keinen Strom! Viel mehr als das, das gebe ich hier gerne zu, wusste ich bis vor einiger Zeit nicht über Elektrik. Aber vorbei sind die Zeiten, in denen man mit einer Petroleumfunzel an Bord auskam.















Moderne Schiffe werden immer hungriger nach Energie, je mehr Verbraucher installiert werden – von der Beleuchtung über Autopilot und Kühlschrank bis zur immer „cleverer“ werdenden Navigationselektronik. Gut, dass auf den meisten Yachten zumindest ein Teil dieses rasanten Energiebedarfs durch Sonne, Wind oder auch Wasser (Wellen- oder Schleppgenerator) selbst erzeugt wird.

Dennoch, je leichter wir uns das Leben machen wollen, desto komplizierter wird es zuweilen. Wer sich intim mit seinem Schiff und den darauf befindlichen Systemen auskennen möchte, sollte daher am besten auch gleich noch Elektriker und IT-Spezialist sein. Zumindest beschäftigen müssen wir uns damit und die Grundbegriffe kennen. Auch bei dem Frühjahrscheck, um den es hier ja geht. Wobei wir uns hier auf die wirklich einfachen Basics beschränken, denn sonst wird aus diesem Beitrag ein Buch.

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Foto: Begehbare Solarpanele an Deck

Solarpanele an Deck und...

Foto: Schleppgenerator

...Schleppgeneratoren liefern Strom

Wartung der Batterien

Beginnen wir bei den Batterien, denn ohne die geht ja buchstäblich nichts. Hoffen wir, dass diese über Winter in einem guten Ladezustand gehalten und nicht zu kalt gelagert wurden, dann sieht es schon mal gut aus. Wenn sie jedoch zu tief entladen wurden und weniger als 12 V Spannung anzeigen, dann können sie beschädigt sein. Das kann man zuweilen auch schon sehen: wenn sich an den Polen weißlich-grünliches Pulver absetzt, dann dampfen sie beim Laden aus. Und sind leider hinüber. Und müssen ersetzt werden. Schlimmer noch: Wenn man in einer Batteriebank nur eine davon ersetzt, bringt das wenig. Denn leider zieht eine alte Batterie alle anderen mit hinunter, also in den sauren Apfel beißen und am besten alle einmal austauschen.

Kriechströme vermeiden
So genannte „nasse“ Batterien müssen von Zeit zu Zeit mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden, bis dieses etwa zwei oder drei Millimeter über den Platten steht. Das gilt natürlich nicht für Gel- oder verschlossene Batterien. Für alle sollte jedoch das Batteriefach sauber und trocken sein, vor allem sollten die Batterien auf der Oberseite zwischen den Polen trocken sein – schon feuchter Staub oder Schmutz kann hier zu Kriechströmen und schleichendem Ladeverlust führen.

Foto: Intakte Batterien

Augenscheinlich intakte Batterien

Foto: Ablagerungen an den Polen

Ablagerungen - höchste Zeit zum Tausch

Foto: Batterie Ausbau

Ausbau der defekten Batterie...

Foto: Ladekabel

...eventuell neue Ladekabel...

Foto: Bei Nacht

...und es wird Licht

Check des Bordsystems

Sind die Batterien in Ordnung, können wir einmal das ganze Bordsystem durchchecken – einfach mal, der Reihe nach, alle Verbraucher anschalten. Wenn ein elektrisches Gerät nicht funktioniert, liegt es sehr oft einfach an der Stromversorgung oder, genauer, am Mangel daran. Prüfen: Kommt dort überhaupt Strom an? Wie sehen die Kontakte aus? Sind die Kabel intakt?

Der Tod jeder elektrischen Verbindung

Das gilt vor allem für die „Außenbeleuchtung“, also Positionslampen, Dampferlicht und so weiter. Die sind besonders anfällig, weil sie ja ständig widrigen Umständen ausgesetzt sind: Vor allem die dauernden Salzwasserduschen, die im Bugkorb montierte Positionslichter über sich ergehen lassen müssen, sind auf die Dauer der Tod für jede elektrische Verbindung. Grünlich-schwarz oxydierte Kontakte und vergammelte Kabel sind die häufige Folge, und da wird dann eben auch nichts mehr an Strom weitergeleitet.

Kontakte und Anschlüsse prüfen
Also: Kontakte reinigen (mit Schleifpapier am besten), Kabelanschluss prüfen – sind die Drähte im Kabel schon schwarz, läuft da meistens auch nichts mehr. Dann das Kabel zurückschneiden bis wieder blanke Drähte zum Vorschein kommen. Oft bedeutet dies leider, dass solch ein Kabel, zuweilen unter erheblichen Mühen, falls es so schön elegant im Inneren des Bugkorbs versteckt ist, verlängert oder ganz neu eingezogen werden muss. Zuerst kann man natürlich auch die Glühbirne prüfen und hoffen, dass nur diese kaputt ist... Und alle Lampen im Mast kontrolliert man natürlich auch am besten, solange der noch an Land liegt: Ruhig mal die Glühbirnen, Kontakte und Kabelverbindungen anschauen!  

Foto: Positionlicht

Andauernde Salzwasserduschen...

Positionslicht - Foto: © TCCC / A. Wasem

...setzen der Beleuchtung zu,...

Foto: Positionlampen

...machmal muss dann auch was neu!

Foto: Korrodierte Kontakte

Korrodierte Kontakte lassen sich oft reinigen

Foto: Multimeter

Ein Multimeter hilft bei der Fehlersuche

Spannungsprüfer - der unerlässliche Helfer
Ein Spannungsprüfer oder „Multimeter“ zum Prüfen der Spannung ist an Bord eigentlich unerlässlich, doch muss man auch damit umgehen können. Denn selbst, wenn nur eine Sicherung durchgebrannt ist: Ganz ohne Grund passiert das nicht. Es muss also irgendwo ein Fehler sein, entweder ist das Gerät kaputt oder eben die Verkabelung defekt. Das könnte man dann mit solch einem Spannungsprüfer durchaus herausfinden.

Auch der Motor braucht Strom
Auch wenn der Motor nicht startet liegt es fast immer an der Stromversorgung. Die Anlasser eines Diesels ziehen sehr viel Strom, sind aber davon abgesehen ziemlich robust und zuverlässig. Hört man beim Versuch, den Motor zu starten, nur das gefürchtete Klacken, dann liegt das an einer zu geringen Spannung: Der Magnetschalter arbeitet, aber bekommt den Motor nicht zum Drehen.

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Motorraum - Foto: © Hallberg Rassy

Motorraum einer Hallberg Rassy

Positionslicht - Foto: © TCCC / A. Wasem

Elektrischer Anlasser eines Außenborders

Foto: Magnetschalter

Masseband am Magnetschalter abkorrodiert

Foto: © Fjord

Navigationssysteme im Cockpit einer Motoryacht...

Foto: Multimeter

...und im Steuerstand einer Segelyacht

Die Navigationselektronik

Das liebste Spielzeug an Bord
Kommen wir zum oftmals liebsten „Spielzeug“ an Bord: Die Navigationselektronik. Heute meist in einem Netzwerk aus allen Instrumenten integriert, würde das genaue Erklären und Untersuchen solcher Systeme hier den Rahmen sprengen. Nur so viel an dieser Stelle: Der Winter und das Frühjahr vor dem Zuwasserlassen des Bootes sind die ideale Zeit, sich intensiv mit dem Handbuch zur Navigationselektronik zu befassen. Vor allem die modernen integrierten Systeme können enorm viel, müssen aber auch richtig konfiguriert sein und bedient werden. Ein Computer an sich ist immer nur so schlau, wie die Person, die ihn bedient!

 

Autor: Detlef Jens

Lesen Sie hier den 7. Teil der boot.de Serie zur Saisonvorbereitung - Der Bootsmotor

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