boot Ratgeber - Saisonvorbereitung & Bootspflege

Teil 4: Holzarbeiten

So machen Sie Ihre Yacht fit für eine gelungene Saison an Bord!



Über die Pflege von Holzschiffen kann man ganze Bücher schreiben, auch werden die meisten Eigner solcher Boote wissen, wie es geht – oder sich professionellen Rat von Bootsbauern oder Werften einholen. Aber es gibt auch auf den meisten GFK- oder Stahlschiffen Holzarbeiten zu tun, und um diese soll es hier gehen.















Klar lackierte Holzteile – das sind oft Masten und Spieren, Aufbauten und Cockpitsülls, oder auch der „Fisch“, also die lackierte Mittelplanke eines Teakdecks – sollten einmal im Jahr angeschliffen und einmal lackiert werden. Jedenfalls dann, wenn der Lack noch in Ordnung ist. Denn wenn er sich erst einmal gelblich verfärbt und hochkommt, sich also Feuchtigkeit unter dem Lack gebildet hat, oder das Holz unter dem Lack gar schwarz wird, dann muss man gründlich rangehen. Das bedeutet abschleifen bis auf das rohe Holz – das Holz selber dabei möglichst nicht beschädigen und immer nur längs der Maserung schleifen! – und rund sieben bis zehn Schichten Lack neu aufbauen. Vor dem ersten Lackieren muss das Holz so gut wie möglich gesäubert werden, es sollte sich kein Schleifstaub oder anderer Schmutz mehr auf der zu lackierenden Oberfläche befinden. Am besten mit einem Lackverdünner oder Terpentin feucht sauber wischen, dann trocknen lassen.

Richtige Verdünnung
Lackieren sollte man vor allem kleinere Flächen mit einem klassischen Einkomponenten-Lack wie er beispielsweise von Epifanes angeboten wird. Die ersten Lackschichten stark, also bis zu 50 Prozent, mit Verdünner oder Terpentin verdünnt auftragen, die letzten Schichten ganz unverdünnt, dazwischen immer weniger verdünnt. Zwei bis drei (verdünnte) Schichten kann man „nass in nass“ lackieren, ohne zwischendurch schleifen zu müssen.

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Alles gut im Lack

Foto: Holz an Deck

Teak und Mahagoni in guter Verfassung

Foto: Alles im Lack

Alles im Lack!

Lecknasen & Feiertage
Nach den ersten zwei bis drei Schichten muss der Lack erst einmal härten und vor der nächsten Schicht nur ganz leicht angeschliffen werden. Anfangs noch mit einem 240er Papier, später dann mit immer feinerer Körnung. Den Lack sorgfältig und gleichmäßig auftragen und kreuzweise verstreichen, damit weder „Lecknasen“ noch „Feiertage“ entstehen – letztere sind Flecken ohne oder mit zu wenig Lack. Einkomponenten-Lack kann man gut mit einem Pinsel auftragen, vor allem auf kleineren, verwinkelten Flächen. Also doch ein gewisser Aufwand, den zu betreiben man vermeiden oder zumindest hinauszögern kann, indem man alle lackierten Teile wie eingangs gesagt immer „gut im Lack“ hält! 

Eine Prise Farbpigmente
Übrigens: Mahagoni bleicht mit der Zeit schon auch etwas aus und verliert seine schöne, rötliche Farbe. Dem kann man entgegenwirken, indem man dem klaren Lack eine Prise Farbpigmente beimischt, die es zu eben diesem Zweck gibt. Man könnte das Holz natürlich auch beizen, doch dazu müsste man wieder den kompletten Lack bis auf das rohe Holz abziehen. In jedem Fall sollte man mit der Einfärbung vorsichtig und gerne an einer nicht ganz so prominenten Stelle beginnen.

Pflege des Teakdecks

Foto: Pinsel

Wichtiges Werkzeug: Der Pinsel

Foto: Schleifmaschine

Manchmal unumgänglich: Schleifen

Foto: Lackieren

Nach dem Schleifen kann lackiert werden

Foto: Abziehen

Abziehen alter Lackschichten

Foto: Gereiftes Teakdeck

Wettergegerbtes Teak entfaltet Charakter

Teak-Pflegemittel & Öle
Auch Teakdecks verändern ihre Farbe, denn sie verwittern und werden mit der Zeit grau. Das ist völlig natürlich und normal und sieht auch sehr schön aus. Wer jedoch lieber ein Honig gelbes Teakdeck hat, muss dafür einen hohen Aufwand betreiben. Es gibt Teak-Pflegemittel oder auch Öle, die helfen sollen, diesen frischen Farbton zu erhalten. Allerdings kann dabei das Teak seine natürliche Rutschfestigkeit vor allem bei Nässe durchaus einbüßen.

Viel hilft nicht viel
In diesem Fall kann es also durchaus besser sein, einfach einmal gar nichts zu tun! Denn eigentlich braucht ein Teakdeck keine oder nur minimale Pflege. Zu viel Pflege kann hier sogar schädlich sein: Intensives Schrubben mit harten Bürsten sorgt dafür, dass die weicheren Stellen im Holz schneller abgetragen werden als die harten, was wiederum eine Wellige Oberfläche zur Folge hat. Denn dort, wo die Jahresringe weiter auseinander liegen, ist das Holz weicher als dort, wo sie eng beisammen sind.

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Kampf dem Schimmel
Allerdings sorgt vor allem die Luftverschmutzung bei uns in Europa dafür, dass Decks, vor allem wenn die Schiffe wenig bewegt (und die Decks wenig begangen) werden, nach einiger Zeit Fleckig oder einfach schmuddelig aussehen. Mit viel Salzwasser (!) waschen hilft da schon sehr, Süßwasser dagegen ist für das Deck weniger gut. Für stark verschmutze oder verschimmelte Decks gibt es verschiedene Teakreiniger auf dem Markt, bewährt hat sich vor allem Bocarol. Diese Flüssigkeit wird einfach auf das trockne Deck aufgetragen. Man kann dann darauf warten, dass es vom Regen oder, besser, Seewasser beim Segeln abgewaschen wird, oder dieses nach einigen Tagen selber tun.
Foto: Moos

Hier reicht Salzwasser nicht mehr

Foto: verschutztes Deck

Ein Fall für Reiniger und Schrubber

Foto: Schrubber und Reiniger

Der Reiniger zeigt Wirkung

Schrubben des Decks - Foto: © TCCC / A. Wasem

Kostengünstige alternative zu Reinigern...

Schrubben des Decks - Foto: © TCCC / A. Wasem

...ist der regelmäßige Einsatz von Schrubber und Salzwasser

No-go
Ein absolutes No-go beim Reinigen von Teak ist übrigens der beliebte Hochdruckstrahler. Damit kriegen Sie binnen kurzer Zeit nun wirklich jedes Teakdeck garantiert kaputt! Vorbeugend gegen die Luftverschmutzung kann man sein Schiff, wenn es längere Zeit im Hafen liegt, auch mit einer Persenning abdecken. Auf Binnengewässern kann sich mit der Zeit sogar Moos auf dem Teak ansiedeln, an der See passiert dies nicht – sofern das Deck regelmäßig mit Salzwasser gespült wird.

Vom richtigen Zeitpunkt
Wichtiger als solcherlei kosmetischen Probleme ist die Dichtigkeit des Teakdecks. Wenn sich das Gummi in den Fugen auflöst oder die Holzpfropfen von den Schraubenköpfen fallen und diese dann vielleicht sogar rosten, muss man dringend etwas unternehmen und das Deck sanieren. Die meisten Teakdecks sind entweder auf Sperrholz (bei Holzbooten) oder eben auf einem GFK-Sandwichlaminat (bei GFK-Yachten) verlegt und wenn erst einmal Wasser zwischen das Teck und in das darunter liegende „Trägerdeck“ eindringt, wird es richtig unangenehm. Besser ist es da allemal, das Teak rechtzeitig zu reparieren. Aber das ist ein anderes Thema...

Pflege des Interieurs

Foto: Schlecht gelüftet

Bei spackigem Interieur...

Foto: Politur hilft

...hilft oft schon einfache Möbelpolitur

Feuchtigkeit & Kondenswasser
Die Einrichtung unter Deck leidet und verschleißt weniger als das Holz draußen, da es ja weder der direkten UV-Einstrahlung noch, hoffentlich, der Nässe ausgesetzt ist. Mechanische Beschädigungen wie Kratzer oder Dellen als Folge von Stößen treten hier dagegen schon eher auf. Und besonders, wenn man gerne die Saison in den Herbst hinein verlängert, vielleicht sogar den Winter durchsegelt oder sein Schiff für den Winter falsch einlagert, wird sich sehr bald mit Schimmelbildung unter Deck plagen. Feuchtigkeit, die vor allem durch Kondenswasser im Innenraum an den bekannten „Kältebrücken“ entsteht – also an solchen Stellen der Außenhaut, die nicht oder unzureichend isoliert sind, gerne in den Schränken und Schapps – in Verbindung mit stehender Luft führt unweigerlich zum Blühen des Schimmels.

Lüften, heizen & polieren
Lüften und Heizen sind hier die vorbeugenden Gegenmittel. Aber selbst auf einem gut eingelagerten Schiff kann sich auch auf den Holzflächen ein schimmeliger Belag absetzen. Sofern dieser im Frühjahr noch nicht zu stark ausgebildet ist, lässt er sich gut mit einer Möbelpolitur für Holzmöbel, beispielsweise „Poliboy“, recht einfach entfernen. Auch zerkratzte oder von der Sonne ausgebleichte Holzflächen unter Deck kann man mit solch einer ganz einfachen Möbelpolitur wieder bestens aufpäppeln. Einfach mit einem weichen Lappen auftragen und kurz darauf mit einem trocknen Lappen nachpolieren. Das kann man, auch während der Saison, beliebig oft wiederholen.

Autor: Detlef Jens

Lesen Sie hier den 5. Teil der boot.de Serie zur Saisonvorbereitung - Winschen & Beschläge

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