boot Ratgeber - Saisonvorbereitung & Bootspflege

Teil 5: Winschen & Beschläge

So machen Sie Ihre Yacht fit für eine gelungene Saison an Bord!



Die Beschläge an Deck unserer Segelyachten sorgen ja dafür, dass unterwegs alles funktioniert – Segel setzen, bergen, reffen, wenden, und so weiter. Daher sollten wir zum Beginn der Saison auch dafür sorgen, dass die Beschläge funktionstüchtig sind, denn sonst funktioniert wie gesagt das ganze Boot nicht mehr. Die gute Nachricht dabei ist, dass die meisten Beschläge heute so gut wie wartungsfrei sind und man eher ein Auge auf mechanischen Verschleiß oder Korrosion haben muss.















Eine Ausnahme sind die Winschen. Dies sind natürlich auch relativ komplexe Wesen mit vielen beweglichen Teilen, die man regelmäßig warten sollte. Die Hersteller raten sogar dazu, die Winschen mehrmals in der Saison auseinander zu nehmen, von innen zu reinigen und anschließend neu zu fetten und zu ölen. Das allerdings würde ich persönlich eher als Maximalforderung betrachten. Für die gängige Familien- oder Fahrtenyacht reicht es normalerweise vollkommen aus, wenn dies einmal im Jahr oder sogar noch seltener geschieht. 

Akustische Warnzeichen
Aber natürlich hängt das auch davon ab, wie viel gesegelt wird und wie sehr die Winschen tatsächlich beansprucht werden. Dafür gibt es ein akustisches Warnzeichen: Wenn das normalerweise helle Klingeln beim Winschen dumpf wird oder gar nicht mehr zu hören ist, muss gehandelt werden. Wird es zu alt, kann das Winschenfett verharzen, wodurch es nicht mehr richtig schmiert und ein erhöhter Verschleiß einsetzt.

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Zerlegen und Reinigen der Winschen

Saisonvorbereitung Winsch & Beschläge - Foto: © TCCC / A. Wasem

Winsch im Einsatz

Foto: Ankerwinde

Ankerwinde an Deck

Foto: zerlegte Winsch

Zum zerlegen der Winschen...

Saisonvorbereitung Winschen und Beschläge - Foto: © TCCC / A. Wasem

...sollten das nötige Werkzeug und...

Foto: Zerlegte Winde

...passende Schmiermittel zur Hand sein

Sicherung der Kleinteile
Bevor man nun den Sprengring auf dem Kopf der Winschentrommel entfernt und das Ding auseinander nimmt, sollte man sich vergegenwärtigen, dass im Inneren einige, auch kleine Teile zusammenwirken, einige davon, wie die Sperrklinken, mit kleinen Federn ausgestattet. Wenn man Pech hat oder unvorsichtig zu Werke geht, kann einem so ein Teil entgegen und vielleicht sogar über Bord springen. Das ist auch in der Winterlagerhalle noch fast so ärgerlich, wenn vielleicht auch nicht unbedingt so final, wie im Wasser. Als Vorsichtsmaßnahme könnte man an der Seereling neben der Winsch ein Tuch oder ähnliches befestigen, damit solche Teile dann auch ganz bestimmt an Bord bleiben.

Reinigen, fetten und ölen
Nachdem man die Trommel abgehoben hat, kann man alle weiteren Teile, vorsichtig und der Reihe nach, entfernen und alles mit einem weichen Tuch und vielleicht auch etwas Waschbenzin reinigen. Die Lager und Zahnräder kann man dann vor dem Zusammenbau mit speziellem Winschenfett schmieren, doch die kleinen Sperrklinken und Federn dürfen niemals gefettet werden. Dann besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr frei beweglich sind, sondern irgendwann „festkleben“, was tatsächlich gefährlich werden kann. Diese Teile also immer ölen, auch dies mit einem von den Winschenherstellern dafür angebotenen Spezialöl – es sei denn, Oma hat noch etwas Nähmaschinenöl übrig, dann kann man auch das nehmen. Während des Schmierens und Ölens alles in umgekehrter Reihenfolge wie beim Ausbau zusammensetzen, vorsichtig die Trommel aufsetzen – dabei muss man sie vermutlich leicht drehen damit die Sperrklinken einrasten können -  Sprengring wieder anbringen und fertig!

Decksbeschläge & Seereling

Foto: Ankerwinde

Die Ankerwinde sollte auch geprüft werden,...

Foto: Ankerkasten

...besonders wenn im Ankerkasten montiert

Saisonvorbereitung Rigg & Segel - Foto: © TCCC / A. Wasem

Auch Splinte sollten geprüft werden

Foto: Reling & Wantenspanner

Und auch die Seereling...

Foto: Reling

...verträgt einen prüfenden Blick

Wehret den Anfängen
Dann alle weiteren Decksbeschläge kontrollieren. Vor allem auch die Ankerwinsch, auf Funktionstüchtigkeit prüfen und ruhig auch einmal von unten anschauen, auch wenn das nur mit unbequemen Verrenkungen oder mithilfe eines Taschenspiegels geht. Denn dort, im feuchten und salzigen Klima des Ankerkastens, gammelt es sich besonders gut und wenn man Korrosion hier frühzeitig erkennt und etwas dagegen unternimmt, hat man schon wieder ein Stück gewonnen.

Befestigungen prüfen
Als nächstes wäre vielleicht die Seereling dran. Auch hier alles auf Verschleiß kontrollieren. Wackeln die Stützen? Bilden sich gar Haarrisse im Deck an den Relingsfüßen (vergleiche hierzu unsere Folge über das Deck)? Schließlich auch die Splinte sowie die Relingsdrähte und deren Befestigung prüfen. Natürlich auch gleich alle Splinte an Püttingen und Wantenspannern nachsehen, sofern der Mast schon steht oder man das beim Aufriggen noch nicht geschafft hat.

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Blöcke, Rollen, Klemmen

Saisonvorbereitung Winschen und Beschläge - Foto: © TCCC / A. Wasem

Sind die Blöcke gängig?

Foto: Verschlissene Rolle

Die Rollen verschlissen?

Saisonvorbereitung Winschen & Beschläge - Foto: © TCCC / A. Wasem

Die Fallenstopper funktionsfähig?

Hardware für das laufende Gut
Schließlich geht es an die Hardware für das laufende Gut: Blöcke, Rollen, Klemmen. Auch hier: alles gangbar? Wenn nicht hilft manchmal schon etwas Zaubermittel, alias WD40 (oder ähnliches Produkt). Obacht: Nicht alle Kunststoffrollen, beispielsweise in den Umlenkern für Fallen und Strecker an Deck, sind auf Dauer wirklich UV-Beständig. Dann brechen oder bröseln kleine Fasern am Rand aus, und die möchte man anschließend weder im Tauwerk, noch in den Fingern haben. Ist dies der Fall, muss man wohl oder übel mal die eine oder andere Rolle, oder gleich den ganzen Beschlag, auswechseln und erneuern.

Wenn dann auch noch die Fallstopper und Klemmen alle gangbar sind (falls nicht: ersetzen!), kann die Saison beginnen!

 

Autor: Detlef Jens

Lesen Sie hier den 6. Teil der boot.de Serie zur Saisonvorbereitung - Die Bordelektronik

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