Sicheres Tauchen

Tipps zu Dekompression

Dekompressions Tipps - Foto: Höhlentaucher
Tauchgänge mit Dekompressionspflicht sind sicherer als Wiederholungstauchgänge, die jeweils an der Nullzeitgrenze stattfinden. Keine Angst also vor der Dekompression - letzlich ist es auch nur ein langsamer Aufstieg mit kleinen "Pausen". Bereits kleinste Veränderungen haben dabei eine große Wirkung. Mit dem folgenden Wissen, das unser Contntpartner unterwasser aufbereitetg hat, können Sie Ihre Tauchgänge um ein Vielfaches sicherer gestalten.
Viel Bewegung 
Bewegung statt Anspannung ist das beste Rezept gegen das Verkrampfen eines Muskels. Beim Festklammern an ein Seil oder Riffhaken quetscht der dauerkontrahierte Muskel die Gefäße, durch die er mit Nährstoffen versorgt und von Inertgasen befreit werden sollte.

Sicherheitsstopps
Inzwischen ist es üblich und wird gelehrt, dass vor dem Auftauchen ein Sicherheitsstopp auf fünf Meter für drei Minuten Dauer gemacht werden sollte, auch wenn innerhalb der Nullzeitgrenze getaucht wurde. Zusätzlich wird neuerdings ein Stopp von einer Minute auf der Hälfte der Maximaltiefe empfohlen. Während des Sicherheitsstopps sollten übermäßige Anstrengungen verhindert werden. Letzteres gilt auch für Stopps, die im Rahmen der Dekompression durchgeführt werden müssen.
Waagerechte Wasserlage
Die waagerechte Wasserlage verhindert ein Druckgefälle in der Lunge und beansprucht somit die Atemmuskulatur weniger, was das Ein- und Ausatmen erleichtert und somit mehr Lungenvolumen zum Gasaustausch bereitstellt. Sparatmung ist einer der Fehler, den viele Taucher begehen. Gerade dann, wenn der Gasvorrat knapp wird, neigen viele Taucher dazu, flach zu atmen. Genau das Gegenteil ist aber nötig. Tiefes Durchatmen fördert den Gasaustausch, da hierbei mehr Lungenkapazität genutzt wird.

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Gasbreak
Bei der Deko auf sechs Metern hat es sich bewährt, nicht über die gesamte Dekophase reinen Sauerstoff zu atmen, sondern zwischen reinem Sauerstoff und einem Gas mit reduziertem Sauerstoffgehalt zu wechseln. Dieser Gasbreak bedeutet, dass man bei längeren Dekozeiten auf sechs Meter Tiefe nach zwölf Minuten reiner Sauerstoffatmung für sechs Minuten auf einen sauerstoffreduzierten Gasmix wechselt. Da unsere Lunge auf hohen Sauerstoffpartialdruck empfindlich reagiert und die Lungenbläschen anschwellen lässt (verringert die Sauerstoffabgabe ins Blut), wird durch zuviel Sauerstoff der Gasaustausch zwischen Blut und Lunge behindert.

Achtung beim Bergseetauchen
Neben der körperlichen Adaptation (Kälteeinwirkung und »dünnere« Atemluft) verschieben sich die Dekompressionsstufen je nach Höhe. Da die Druckunterschiede hier noch größer sind, erhöht sich auch die Gefahr der Blasenbildung. Der Computer muss deshalb entsprechend eingestellt werden. Je nach Definition gelten Höhen ab 400 bis 700 Meter als Bergseetauchgang.

Foto: Waagerecht im Wasser
Vermeiden von Auskühlung
Das Vermeiden von Auskülung verhindert eine typische Schutzreaktion unseres Körpers: Dieser neigt beim Frieren dazu, die lebenswichtigen Organe mit mehr Blut und die »unwichtigen« Körperregionen mit entsprechend weniger Blut zu versorgen. Dadurch werden die Inertgase nicht in dem Maße abtransportiert, wie es das Dekomodell des Tauchcomputers berechnet hat, und es kann zu einem Dekounfall kommen. Warm anziehen und gemäßigte Bewegung in der Austauchphase sind die besten Mittel, um das Frieren auf ein Minimum zu beschränken.

Vor dem Tauchen ausreichend trinken
Dies sorgt für eine gute Viskosität des Blutes. Somit können auch die kleinsten Kapillaren gut »durchspült« werden. Wer wenig trinkt riskiert, dass sich das Blutvolumen und somit auch das Herzzeitvolumen verringern. Die überlegte Flüssigkeitszufuhr sollte am besten schon Stunden vor dem Tauchgang beginnen und nicht erst zehn Minuten vor dem Abtauchen.

Helium als Atemgas
Beim Tauchen mit Stickstoff kommt es aufgrund der Fettlöslichkeit zu einer Anreicherung des Inertgases in den fetthaltigen Zellwänden des Gehirns, die gleichzeitig anschwellen. Beim Helium passiert genau das Gegenteil: Das Schrumpfen der Membranen führt zu unkontrollierbaren Impulsübertragungen. Um dies zu vermeiden, ist ein Reststickstoff im Atemgas erforderlich, der der Schrumpfung entgegenwirkt – so entsteht Trimix, das aber seine eigentlichen Vorteile nicht in punkto Dekompression hat: Helium sättigt sich im Körper dreimal so schnell auf wie Stickstoff. Aufgrund der relativ kurzen Grundzeiten überwiegt dieses Phänomen bei der Aufsättigung mehr als bei der Entsättigung. In der Anfangsphase eines Tauchgangs benötigt Helium im Vergleich zu Stickstoff mehr Zeit, um den Körper wieder zu verlassen. Erst wenn die Grundzeit länger als 30 Minuten wird, verlässt Helium den Körper schneller als Stickstoff und führt zu einer verkürzten Dekompressionsdauer. Problematisch ist, dass es deutlich schneller zu Mikroblasenbildung führt als Pressluft. Aus diesem Grund darf auch in großen Tiefen die Aufstiegsgeschwindigkeit von zehn Meter pro Minute nicht überschritten werden. Zur weiteren Sicherheit werden Tiefenstopps von ein bis zwei Minuten eingeplant.

Fitness
Wer sich fit hält stärkt automatisch sein Herz-Kreislauf-System, was eine langsamere Ermüdung bei körperlicher Belastung zur Folge hat. Das führt auch dazu, dass das Kapillarsystem besser durchblutet wird und somit Inertgase besser abtransportiert werden können. Bei Erkältungen sollte man auf Dekotauchgänge verzichten. Hier arbeitet das Immunsystem von Haus aus schon auf Volltouren und jeder Fremdkörper wird angegriffen. Entstehen auch nur kleinste Blasen, so werden diese isoliert und verkapselt (umhüllt). Diese Pfropfen stellen eine große Gefahr dar und können im schlimmsten Fall zu Gefäßverstopfungen führen.

Weitere Tipps & interessante Berichte zu Tauchen, Reisen und Fotografieren gibt es monatlich in der Zeitschrift unsers Contentpartners 'unterwasser'

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