Seemanschaft

So liegen Sie richtig - Ankern leicht gemacht

Ankern - Foto: © Markus Enzinger - Fotolia.com
Wenn Sie an der Küste segeln wollen, so müssen Sie nicht zuerst das Jollensegeln erlernen. Natürlich schadet das nicht und man kann auch auf kleinen, leichten Booten einige besondere Feinheiten des Segelsports erlernen. Aber für viele ist es auch einfach eine Zeit- und Geldfrage für welchen Bootstyp man sich entscheidet.
Der geeignete Ankerplatz
Bevor der Ankerplatz angesteuert wird, sollten Sie sich mit Hilfe der Seekarten und Handbücher ein möglichst genaues Bild von den landschaftlichen Gegebenheiten machen. Zu prüfen sind in erster Linie die Wassertiefen: Ob zum Beispiel vorgelagerte Sände zu umfahren sind. Oder wie weit man unter Landschutz gehen kann, ohne während des Schwojens in Schwierigkeiten zu kommen. In guten Seekarten wird auch auf schlechten Steingrund hingewiesen.

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Schutz bei vorherrschenden und zu erwartenden Windrichtungen
Klären Sie vorab, ob der Ankerplatz gegen die vorherrschenden oder zu erwartenden Windrichtungen ausreichend Schutz bietet. In der Ostsee brist es nach abendlicher Flaute nachts oder gegen Morgen oft kräftig auf, und der Wind hat dabei um 180 Grad gedreht. Dann kann der Anker durch die entgegengesetzte Zugrichtung ausbrechen und einige Meter über den Grund rutschen, bis er wieder festkommt. Außerdem vermindert der Seegang durch den fehlenden Landschutz die Haltekraft des Ankers weiter. Liegt man dann dem Ufer zu nahe, heißt es den Platz so schnell wie möglich zu verlassen - wenn es nicht schon zu spät ist. Also: stets genügend Abstand zum Ufer oder flachen Wasser halten, auch wenn die Wetterlage noch so sicher erscheint
Ankerplatzerkundung mit Echolot - Foto: © Dehler
Ansteuerung mit Echolot
Hat man schließlich eine Entscheidung getroffen, sollte der Ankerplatz und dessen nähere Umgebung genau in Augenschein genommen werden. Man fährt ihn ab, ermittelt mit dem Echolot die Wassertiefen und sucht sich eine günstige, geschützte Stelle im Bereich eines Kliffs, Hügels oder einer hohen Baumgruppe. Bei sonnigem, ruhigen Wetter kann auch in den trüben Gewässern der Nord- und Ostsee meist genügend tief - über vier Meter - gesehen werden, um die Beschaffenheit des Meeresbodens beurteilen zu können. Unsicherer Grasgrund ist zum Beispiel sehr dunkel. Wird er jedoch langsam abgefahren, stößt man meist auf mehr oder weniger große helle Sandflächen, die in ihn eingebettet sind. Hier sollte dann der Anker fallen.

Ehrenrunden sind keine Schande
Ist man gezwungen, einen dicht besetzten Ankerplatz anzulaufen, darf nach dem Fallen des Ankers keinesfalls ein Nachbar behindert oder gefährdet werden, indem man ihm während des Schwojens zu nahe kommt - leichter gesagt als getan. Denn von weitem ist eine entsprechende Beurteilung der Gegebenheiten aus dem Cockpit kaum möglich. Erst wenn man zwischen den Ankerliegern hindurchgelaufen ist, kann der vorher von weitem ausgeguckte Ankerplatz richtig beurteilt und eine Entscheidung getroffen werden. Erfahrene Crews erkennt man daran, dass sie sich hierzu viel Zeit nehmen und oft mehrere "Ehrenrunden" drehen, bis sie sich entscheiden.

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