Erste SUP Tour des Jahres

Kaltstart in die Stand Up Paddling Saison



Auch beim Stand Up Paddling bescheren einem die Touren, zu denen man sich zunächst aufraffen muss, dann doch besonders schöne Momente auf dem Wasser. Zwar ist es zum Beginn der Saison noch kühler und man muss sich dicker einpacken, aber dafür sind die Spots noch leer und unberührt. "Eine Eisschicht auf dem Board und kein Gefühl mehr in den Füßen. Wie bin ich bloß auf diese Idee gekommen?" - Ein Erlebnisbericht unseres boot Bloggers Michael Walther:













Das Thermometer zeigt 1,5 Grad, über Null immerhin. Der Sturm der letzten Tage aber hat sich gelegt und es sind nur noch 2 bis 4 Knoten aus West übrig. Zwar ist es grau, aber hin und wieder lässt sich die Sonne blicken. Gerade Anfang der Saison bin ich immer besonders scharf darauf, möglichst wenig der kostbaren Sonnenstrahlen zu verpassen. So kommt es wie es kommen muss.

Die Vorbereitung
Schnell bei Google Maps einen passenden Fluss rausgesucht. Möglichst viele Flusskilometer und ein möglichst kurzer Rückweg über Land ist das Ziel. Die Eider bietet mit ihren Schleifen und Kurven perfekte Voraussetzung und ist zudem nur 20 Minuten entfernt. Also, runter vom Sofa und Tee kochen. Eine gut gefüllte Thermoskanne gehört bei diesen Temperaturen einfach zum notwendigen Equipment. Dann ab auf den Dachboden...

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Inflatable SUP, Paddel, Trockenanzug und Wollunterwäsche sind schnell gefunden. Den Woll-Overall ziehe ich schon mal über, das erspart mir später das vollständige ausziehen bei kühlen 1,5 Grad. Allerdings sehe ich nun auch erst einmal aus wie ein dunkelblauer Teddybär. Natürlich treffe ich in diesem Look gerade meinen Vermieter an der Tür. Etwas peinlich ist es schon, aber was soll man machen. Wenn ich ihm sage, dass ich unbedingt aufs Wasser muss, macht es die Situation in diesem Moment auch nicht besser – zumal er mit Schal und Handschuhen die Treppe hochgeschnauft kommt.
Stand Up Paddling / Foto: © Michael Walther
Stand Up Paddling / Foto: © Michael Walther
Stand Up Paddling / Foto: © Michael Walther

Die Ausführung
Schnell rein ins warme Auto und los. Es geht direkt zum Zielort meiner Tour. Kurz vor Kiel-Hassee kreuzt die Hamburger Landstraße die Eider. Genau hier hinterlege ich meine SUP Tasche, trockene Kleidung und vernünftige Schuhe und mache mich auf den Weg nach Flintbek. Beim Aussteigen aus dem warmen, gemütlichen Bus zögere ich kurz ob ich den ersten SUP Trip nicht doch besser ein paar Wochen verschiebe. Die Motivation endlich mal wieder in der Natur in aller Ruhe ein paar Stunden zu paddeln, gewinnt glücklicherweise gegen den bekannten Schweinehund.

Erste Frühlingsboten und letzte Wintereindrücke
Schnell in den Trockenanzug und das Board aufgepumpt und schon ist mir mollig warm. Thermoskanne und Notfallhandy im wasserdichten Beutel aufs Board geschnallt und schon kann es losgehen. Die ersten Meter entschädigen direkt für den ganzen Aufwand. Es ist Anfang März aber die ersten Triebe sind an den Bäumen und Büschen schon zu erkennen. Es riecht förmlich nach Frühling. Langsam geht es den Fluss hinab. Neben den Frühlingsboten sind aber auch noch viele echte Wintereindrücke vorhanden. So hängen an einer Brücke lange Eiszapfen. Auch die Tatsache, dass der dünne Wasserfilm auf meinem Board ziemlich knackig wird, gibt mir zu denken.

Herausforderungen nach der Winterzeit
In der Stadt war es offensichtlich 1,5 Grad über Null, hier in der freien Natur sind die Temperaturen offensichtlich darunter. Auf dem eigenen Board ausrutschen und ins kalte Wasser fallen, das fehlt mir noch. So bleibe ich auf meiner sicheren Standfläche und genieße Kurve um Kurve. Rehe und Eisvögel sind am Ufer zu sehen und auch ein Graureiher begrüßt mich auf meinem Weg. Der Fluss ist um diese Jahreszeit der Natur überlassen und so überrascht es mich auch nur bedingt, dass ein kräftiger Baum quer über den Fluss liegt. Einer der Winterstürme muss ihn umgeweht haben. Eigentlich kein Problem, kommt man doch schnell darunter durch oder wenn darunter zu wenig Platz ist, oben drüber. Dieser Baum bildet jedoch eine echte Herausforderung.

So hängen kräftige Äste nach unten, so dass ich auf jeden Fall drüber muss. Leider sind die Äste jedoch nicht stark genug um sich darauf zu stellen, so dass ich vom Board direkt auf den Stamm kommen muss. Ohne in das kalte Wasser zu fallen gelingt mir der erste Schritt. Nun stehe ich auf dem Baum, mein Board treibt aber noch in der Eider. Mit einem Fuß angle ich mir den Tragegriff und hebe es so aus dem Wasser. Dass ich mir dabei keine Krampf im Bein hole, wundert mich selbst. Auch das Aufsteigen ist nicht unbedingt einfach, gelingt mir aber glücklicherweise auch ohne hinein zu fallen.

Stand Up Paddling / Foto: © Michael Walther

Der Schlussspurt
Die letzten Kurven ziehen sich und ich merke, dass nach 12 Kilometern auch langsam das Ziel in Sicht kommen muss. Die Kälte zehrt doch mehr an den Kräften als man zunächst denkt. Zu allem Überfluss sind auch noch 8 Knoten Wind aus Nordwest aufgekommen. Nach 2 Stunden erreiche ich jedoch meinen Zielort und steige etwas steif vom Board.

Der Heimweg
Ohne zu zögern, um nicht kalt zu werden, beginne ich nach einer Tasse heißem Tee aus der Kanne direkt mit dem Abbau. Schnell das Board einpacken und umziehen. Beim einrollen des SUP knistert dieses leicht, weil die Eisschicht an Bord nun doch schon 1 mm dick geworden ist. Praktisch eigentlich, wenn das Wasser an Deck friert, denke ich. Schnell abklopfen und schon kann man alles trocken nach Hause bringen. Mit diesem Gedanken schnalle ich mir den Rucksack auf den Rücken und beginne die 4 km lange Wanderung zum Ausgangspunkt.

Das Fazit
Natürlich muss man nun nicht jede Woche mehrmals mit dem SUP auf einen Fluss wenn die Temperaturen nicht einmal die 0 Grad Grenze knacken. Aber ein Erlebnis, gerade im Frühjahr, ist es immer wieder. Selten erlebt man die Natur so unberührt und auch nur selten freut man sich so über jeden kleinen Frühlingsboten. Nun kann die Saison aber auch langsam richtig losgehen.

Viel Spaß auf dem Wasser!

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