Tauchen mit Kindern

Praktische Fragen an Tauchschulen

Schnuppertauchen auf der boot - Foto: © Messe Düsseldorf / C. Tillmann
Die Verantwortlichkeit der Eltern im gesamten Geschehen spielt eine entscheidend lenkende Rolle. Manchmal entsteht ein Tauchwunsch spontan im Urlaubsgebiet, aber oft gibt es am Urlaubsort keine Möglichkeit für eine fundierte medizinische Untersuchung. Also lieber das Thema vor Abreise ansprechen und das Kind noch zu Hause einem Taucherarzt vorstellen. Für einen Tauchkurs, der ausschließlich im Freiwasser stattfindet, reicht es nicht einen medizinischen Fragebogen auszufüllen, denn die Abwesenheit von medizinischen Problemen an Land ist kein gesundheitlicher Freifahrtschein für den Tauchsport unter Wasser mit Atmung von komprimierter Luft. Eltern sollten sich zudem nicht scheuen zu fragen, ob die Basis speziell auf Kinder ausgerichtet ist.
Fragen für Tauchschulen
• Können wir die nötige Logistik bieten? Schulungsräume/Areale, eingegrenzte, schwimmbadähnliche Tauchgebiete (confined areas)
• Haben wir Ausrüstung in Kindergrößen?
• Haben wir genug Ausbilder um - auch während der Hochsaison - eine 1:2 oder sogar eine 1:1 Betreuung bereitzustellen?
• Können wir es uns bezüglich des erhöhten zeitlichen und finanziellen Aufwands leisten Kinder auszubilden?
• Sind die Angestellten dafür ausgebildet den speziellen Anforderungen gerecht zu werden? Viele Tauchbasen fühlen sich durch die Tauchwünsche der Kinder oder Eltern gedrängt, die kleinen Pioniere doch anzunehmen, selbst wenn sie dazu grundlegend nicht ausgerüstet sind. Darauf sollte man sich nicht einlassen: Vielleicht verliert man den einen oder anderen Kunden, aber das ist immer noch das kleinere Übel, als das Leben eines Kindes zu verlieren.

Kindertauchen - Die wichtigsten Aspekte im Überblick
• Eltern müssen die altersentsprechenden Grenzen ihrer Kinder akzeptieren.
• Der Taucherarzt muss die individuellen medizinischen Grenzen des Kindes feststellen.
• Tauchschulen müssen über eine kindgerechte Logistik verfügung.
• Tauchlehrer und -partner müssen das nötige Fingerspitzengefühl haben, damit das Kind seine Grenzen nicht überschreitet.
• Kinder buddy-Paare dürfen nicht zusammen tauchen!
•Taucht ein Erwachsener alleine mit einem Kind unter 16 Jahren im Freiwasser, muss man bedenken: Wer kann hier wen retten?

Text: Dr. Anke Fabian

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