Tauchen und Fliegen

Tipps für Taucher vor dem Start in den Urlaub

Foto: © Sonnenuntergang am Flughafen
Der langersehnte Urlaub steht mal wieder vor der Tür und somit auch die Vorfreude auf mehr oder weniger lange Flugreisen in die näheren und ferneren Tauchparadiese dieser Erde. Aber aufgepasst! Einige der Veränderungen rund ums Fliegen beeinflussen den Taucher ganz besonders. In dem  folgenden Artikel hat Frau Dr. Anke Fabian von aqua med die wichtigsten Tipps rund um das Thema Tauchen und Fliegen zusammen gefasst.
Hinflug:
Beim Hinflug führen Zeitzonenverschiebung und Jet lag mit Desynchronisierung des biologischen Rhythmus häufig zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfung mit verringerter Reaktionsfähigkeit und erniedrigter Konzentrationsleistung. Bei größeren Zeitverschiebungen (insbesondere Flüge Richtung Osten) stellt sich eine „Resynchronisierung“ des biologischen Tagesrhythmus häufig erst nach Tagen ein. Zumindest ein guter Nachtschlaf sollte zwischen Flug und dem erstem Tauchgang die Regel sein. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Fluges sollte unbedingt geachtet werden, da Dehydratation sowohl den Tiefenrausch, wie auch die Dekompressionserkrankung begünstigt.

Rückflug:
Man muss davon ausgehen, dass nach jedem Tauchgang "stumme Blasen" vorhanden sind. Nach dem Tauchen dauert es in der Regel über 24 Stunden, bis sich ein neues Gleichgewicht zwischen gelöstem Inertgas (Stickstoff) und Umgebungsdruck eingestellt hat, das heißt bis man ganz entsättigt ist. Nach einem ausgedehnten Tauchurlaub mit vielen Wiederholungstauchgängen (z.B. einer Tauchsafari) dauert es unter Umständen bis zu 3 Tagen bis auch die langsamen Gewebe (Sehnen, Knorpel, Bänder etc….) den Reststickstoff abgegeben haben. Da der Kabineninnendruck, je nach Flugzeugtyp, meist auf 0,7 bis 0,8 bar abgesenkt wird, bedeutet das für den Taucher ein weiteres Ausperlen von Reststickstoff aus den langsamen Geweben – ähnlich wie beim Bergseetauchen.
Nicht zum Problem werden lassen
Häufig verstärken sich dann vor bestehende Symptome,die oft primär gar nicht als Tauchunfallsymptome gewertet wurden (z.B. Gelenkschmerzen, Juckreiz der Haut). Ungünstige Auswirkungen haben auch Vibrationen, besonders in kleinen Flugzeugen oder Hubschraubern. Stellt Euch einfach eine gut geschüttelte und danach entkorkte Sektflasche vor. Durch Absenkung des Kabinendrucks sinkt auch der Sauerstoffpartialdruck.

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Während Gesunde dies ohne Beeinträchtigung vertragen, kann dies für Kranke oder einen, noch stark mit Stickstoff aufgesättigten Taucher, zum Problem werden. Die relative Luftfeuchte der Kabinenluft liegt unter 15% und begünstigt damit weitere Dehydratation (Austrocknung) durch Wasserverlust an die Atemluft.

Prinzipiell gilt:
Je länger das Zeitintervall zwischen Tauchen und Fliegen, desto besser. aqua med empfiehlt grundsätzlich 24 Stunden vor dem Heimflug nicht mehr zu tauchen. Das Intervall verlängert sich nach dekompressionspflichtigen Tauchgängen, ausgedehnten Wiederholungstauchgängen oder ausgelassenen Dekostops sicherheitshalber auf 48 Stunden.
Foto: Taucher am Strand
Im Falle des Falles
Der Rücktransport nach einem Dekompressionsunfall darf frühestens 48 Stunden nach Abklingen aller Symptome angetreten werden, je nach Empfehlung des behandelnden Taucherarztes. Flugtransporte zu Behandlungsdruckkammern sollten nur unter 100%-iger Sauerstoffatmung entweder in einem Lear-Jet der Rettungsflugwacht (Kabinendruck 1 bar) oder im Hubschrauber mit einer maximalen Flughöhe von 300 m erfolgen.

Text: Dr. Anke Fabian
Quelle: www.aqua-med.eu

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