Tipps für eine heiße Ausfahrt

Die Sonne auf dem Wasser "richtig" genießen

Sonnenbaden auf einer Virtesse - Foto: © Bavaria Yachtbau
Was ist schöner, als nach einem langen Winter bei ersten Ausfahrten mit dem Boot, auf dem Surfbrett oder im Kanu die wärmende Sonne zu genießen! Ein paar Tipps zum Umgang mit der Sonne auf dem Wasser haben wir für Sie zusammengetragen, denn abends in der Koje liegen oder das Trapez anziehen mit einem ordentlichen Sonnenbrand ist kein so großer Genuss.

Auf und am Wasser muss man mehr auf die Sonne achten, weil:

  • das Wasser (wie auch Sand oder Schnee) wie ein Spiegel wirkt und man so von allen Seiten gebräunt wird
  • man durch den kühlenden Wind, der gerade zum Segeln oder Wind surfen so wichtig ist, die Hitze der Sonne auf der Haut nicht spürt
  • an der Küste und auf dem Meer sich weniger Staubteilchen in der Luft befinden, welche UV-Strahlen blockieren
  • auf dem Boot nicht unbedingt in der Mittagszeit eine Pause eingelegt werden kann, wenn man gerade auf Törn ist
  • Wassertropfen auf der Haut durch Spritzwasser zum Beispiel einen Lupeneffekt für Sonnenstrahlen auf der Haut haben
  • man während eines Törns verschiedene Gebiete mit unterschiedlichen Wetterlagen durchfährt
  • und weil eine dünnere Ozonschicht als Multiplikator zu den vorher genannten Faktoren wirkt

Zur Sonnenbrandgefahr in europäischen Breitengraden

Verglichen mit Gebieten in Äquatornähe ist der UV-Index, also die Sonnenbrandgefahr in europäischen Breitengraden zwar geringer, allerdings schwankt die Dicke der Ozonschicht nicht nur am Süd-, sondern auch am Nordpol, was sich bis Zentraleuropa hin auswirken kann. Die Atmosphäre wird durchlässiger für den UV-Anteil der Sonnenstrahlung. Nachdem niedrige Ozon-Konzentrationen nach dem Winter 2004/2005 über dem Nordpol gemessen wurden, hat die Ozonschicht über dem Nordpol auch während des Winters 2010/2011 stark abgenommen. Anhaltend niedrige Temperaturen während eines Winters in der dortigen unteren Stratosphäre begünstigen dieses Phänomen laut Deutschem Wetterdienst (DWD).
Sealine F530 - Foto: © Sealine -  hanseyachts.com

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Schutz ist wichtig
Ähnlich wie bei Nachtwachen, sollten Sie sich auch in der Mittagszeit an Deck abwechseln und sich Pausen zum Ausruhen im Schatten unter Deck gönnen. Je nach Wetter-vorhersage kann auch schon vorab für den Tagestörn eine Mittagspause in einem Hafen oder an einem Ankerplatz eingeplant werden. Sonnenbrille, Sonnenhut oder eine Mütze mit Schirm, ein langärmeliges Shirt sowie lange Hosen und natürlich Sonnencreme sollten an Bord griffbereit sein. Gerade bei Kleidung gibt es viel Auswahl an Stoffen mit integriertem höheren Lichtschutzfaktor. Ein Hut mit breiter Krempe schützt auch Nacken und Ohren vor der Sonne und auch bei Sonnenbrillen sollte auf den UV-Filter geschaut werden. Wer beim Badestopp mit Lycra-Shirt ins Wasser geht, schützt sich gleichzeitig vor weiterem möglichem Brennen auf der Haut, bei der Berührung von Feuerquallen zum Beispiel.

Sonnenschutz auf der Haut
Bei der Sonnenschutzcreme sollte darauf geachtet werden, dass diese wasserfest ist - gerade, wenn sportlich gesegelt oder vor Anker gebadet wird, wobei man immer wieder nass wird. Geben Sie vorm Wasserkontakt der Creme genügend Zeit einzuziehen und zwischendurch sollte ab und zu nachgecremt werden, wobei das nicht die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen können, beliebig verlängert! Deshalb sollten Sie bei einem ganzen Tag auf dem Wasser einen entsprechend hohen Lichtschutzfaktor wählen und für empfindliche Stellen, Gesicht und Hände, auch einen Sunblocker benutzen.
Swift Trawler in Ankerbucht - Foto: © Beneteau
Verdecke - Hardtops - Biminis
Auch bei Bootsbauern und Herstellern von Wassersportgeräten macht man sich Gedanken um den UV-Schutz. So gibt es auf Yachten einiges an innovativen Lösungen an Deck, um sich dort ein schattiges Plätzchen zu schaffen. Bei Yachten im Hardtop-Design kann bequem per Knopfdruck das Sonnendach geöffnet oder geschlossen werden. Auch Bimini-Verdecke mit variabler Trägerkonstruktion sind oft für Boote mit Sonnendeck und Außensteuerstand erhältlich oder gehören schon beim Kauf zum Zubehör des Schiffs. Und um dem Gesamteindruck der Yacht gerecht zu werden, sind diese je nach Anbieter auch in verschiedenen Farben erhältlich. Bei manchem Bootsdesign ist sogar das komplette Dach in verschiedene Sektionen teilbar.

UV-Beständigkeit von Materialien im Wassersport
Auch was die UV-Beständigkeit von Materialien selbst angeht, wird immer weiter an Lösungen für eine bessere Haltbarkeit gearbeitet. Das betrifft farbige Oberflächen, die mit der Zeit ausbleichen würden, sich jedoch mit Beschichtungen und speziellen Lacken schützen lassen. Auch das Yachtinterieur kann mit nachrüstbaren ReflexFolien für Fenster von der Sonne abgeschirmt werden, wodurch es unter Deck zudem kühler bleibt. Der Mix aus Salzwasser, Sonne und feinem Sand ist auch für Segeltuche eine Herausforderung.

So wird das letzte Stück eines Segels z.B. am Vorliek von Segelmachern häufig mit einem UV-Schutz versehen - mit Acryl-Gewebe, einem selbstklebendem Film oder auch Schaum - um das Tuch, wenn es eingerollt ist, vor der Sonne zu verbergen. Generell hilft es schon, nicht genutzte Ausrüstung zeitig aus der Sonne zu schaffen, auch damit Stoffe nicht brüchig werden. Auch mit einer Persenning oder Plane können Sie ihr Wassersport-Equipment nicht nur vor Regen und Schmutz, sondern auch vor zu viel Sonne schützen.

Quellen: www.uv-index.de, www.dwd.de, www.boot.de

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