Venedig - Die Reise einer Familie II

Auf den Spuren von James Bond und Jimmy Cornell

Venedig - Foto: pixabay
Wir folgen dem Fahrwasser, das einen Knick macht und können nun in einiger Entfernung Türme ausmachen. „Das muss es sein, da vorn liegt Venedig“, rufen die Kinder aufgeregt. Auf dem Wasser wird es geschäftiger. Fähren düsen in jede Richtung, Laser-Jollen kreuzen das Fahrwasser, kleine Schuten biegen in abzweigende Fahrwässer, Wasserfahrzeuge überall, hier ist richtig was los. Wir müssen auf den Plotter gucken, um nicht die Orientierung zu verlieren. Noch eine Rechtskurve, dann kommt der Campanile und San Marco an Steuerbord in Sicht. Der Skipper wird zunehmend nervös und greift zum Funkgerät.
Auf dem im Hafenhandbuch angegebenen Kanal hört er nur Stakkato-Italienisch, niemand antwortet auf seinen Ruf. Wir motoren langsam an der langen Mole der Marina entlang. Sehr tief scheint es hier auch nicht zu sein, das Wasser ist hellgrün, aber wir haben einen Kielschwerter und kommen mit 1,70 Metern Tiefgang überall rein. Da plötzlich schiebt sich eine imposante weiße Gestalt aus der Tür des Leuchtturms am Eingang zum Hafen und winkt.
San Marco voraus
Wir rufen hin und her, der Hafenmeister kann kein Englisch, wir kein Italienisch, aber wir verstehen, dass wir für eine Nacht bleiben können, die dritte Box links hinter der Einfahrt. Wir haben es geschafft. Venedig, wir kommen. Wir quetschen uns vorwärts zwischen eine englische X50 und eine große italienische Beneteau, etwas Leinensalat an den seltsam stehenden Pfählen und dann knallt der erste Sektkorken. Wir liegen 500 Meter Luftlinie von San Marco, Venedigs Panorama direkt vor uns. Einfach toll.

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Venedig - Foto: pixabay
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Opulent und vermodert
Die Stadt der Brücken erstreckt sich über 117 kleine Inseln in der sumpfigen Venezianischen Lagune. La Serenissima ist voller Kontraste und Rätsel, opulent und vermodert, glitzernd und stinkig, im Wasser versinkend, aber doch lebendig und cool. Es hat außer Millionen von Touristen schon immer Künstler und Literaten angelockt, aber wenige Segler. Jimmy Cornell war schon mal hier, aber wo war der noch nicht? Die Cornells erforschten die Kanäle Venedigs im eigenen Schlauchboot. Wir blicken auf das Gewusel der Boote und Schiffe vor uns und entscheiden uns für öffentliche Verkehrsmittel, hier Vaporetto genannt.

Schichtwechsel
Aber zunächst bringen wir unsere Bootspapiere zum Hafenmeister, da war mittlerweile jedoch Schichtwechsel. Keine Rede mehr von nur einer Nacht, wir können problemlos vier Nächte bleiben. Neunzig Euro die Nacht. Wir hatten eher mehr erwartet. Es gibt jedoch weder Toiletten noch Duschen, auch keinen Strom, aber einen Schlauch vor dem Schiff. Der englische Nachbar erzählt uns, dass die Plätze weiter in den Hafen hinein zu flach für größere Schiffe sind, er ist dort in der ersten Nacht umgekippt. Aber hier liegen wir gut.
venedig - Foto: pixabay
Venedig - Foto: pixabay
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Venezianische Hochzeit
Wir nehmen die Fähre vor der strahlend weißen Palladio-Kirche auf „unserer Insel“, die uns in drei Minuten zum Markusplatz bringt. Trotz der Zehntausenden von Touristen macht das Sightseeing Spaß, was für eine Stadt. Nach der Besichtigung der Basilika mieten wir für zwei Stunden einen der typischen Naturholzflitzer und lassen uns durch die Kanäle fahren. „Da, eine Hochzeit,“ ruft unsere Sechsjährige begeistert. Und wirklich, wir überholen eine kleine Gruppe offener Motorboote mit dem Brautpaar in der Mitte, viele junge Leute, jemand spielt Gitarre, Hochzeit auf Venezianisch.

Die Rückseiten der alten Paläste
In den nächsten Tagen fahren wir jeden Tag mit der Fähre in den Trubel Venedigs, sehen viel, essen besser als erwartet und genießen die Stadt. Am letzten Tag bedrängen uns die Kinder so sehr, dass wir die 80 Euro für eine Gondel ausgeben. Unser junger Gondoliere scheint jeden seiner 450 Kollegen zu kennen, ruft hier, grüßt da, und steuert die Gondel Zentimeter genau um die engen Ecken der Kanäle. Wir sehen die Rückseiten der alten Paläste, schmiedeeiserne Tore, bröckelnde Fassaden, bunte Mosaikfenster, es ist friedlich hier, einfach schön. Die Gondeln sind alle im Familienbesitz, unsere gehört dem Vater unseres Gondoliere. Nach einer Stunde sind wir wieder an der Promenade, da drüben auf der Insel locken „Sentas“ Kojen für den Mittagschlaf. Besser als mit dem eigenen Schiff kann man Venedig gar nicht erleben.

Autorin: Dr. Karen Eriksen

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