Infos für Einsteiger

Vorzüge von Katamaranen im Charterurlaub

Katamaran an der Mooring - Foto: © Lagoon
Steht beim geplanten Chartertörn komfortables Segeln mit hohem Erholungsfaktor im Vordergrund? Wenn das der wichtigste gemeinsame Nenner ist, wird bei der Schiffswahl zwangsläufig ein Katamaran in die engere Wahl kommen. Denn moderne Touren-Doppelrümpfer bieten ein neues Segelerlebnis, mit vielen - besonders für den gestandenen Einrumpfsegler - überraschenden Eindrücken. Hier soll versucht werden, dem Kat-Einsteiger, gerade auch wenn er als Monohullsegler erstmalig auf zwei Rümpfen steht, konkrete Tipps und Information zu vermitteln.
Vorzüge im Chartereinsatz
Hört er sich um, erfährt der potenzielle Interessent von Kat-Gegnern eine ganze Reihe, scheinbar empirisch ermittelter Ansichten. "Katamarane kreuzen nicht, sie gehen ohne Maschine nicht durch den Wind, man findet keine Liegeplätze." Doch auch die Fans schöpfen aus dem Vollen: "Katamarane sind schneller als Monos, schaukeln nicht, haben unendlich Platz über und unter Deck." In der Praxis ist die Beurteilung aktueller Serien-Katamarane wesentlich diffiziler. Grundsätzlich sind die Vorzüge der Katamarane - das Wort stammt aus dem südindischen Begriff für "zusammengebundene Stämme" - im Chartereinsatz so gravierend, dass ihre Marktanteile kontinuierlich zunehmen.

Üppiges Platzangebot
Das Platzangebot mit zwei Rümpfen ist üppig, und das nicht nur, was den persönlichen Lebensraum im Salon, den Doppelkojen und Nasszellen angeht, sondern auch bei allen Staumöglichkeiten. Das bedeutet für die Praxis: Vom Einchecken über die Verproviantierung zu den gemeinsamen Mahlzeiten, bis hin zur "Kuschelstunde" an Bord, bieten Kats viel individuellen Lebensraum, die Crew steht "sich nicht auf den Füßen" und das Leben an Bord ist entspannter, sprich erholsamer. Allerdings reagieren alle Touren-Katamarane in ihren Segeleigenschaften empfindlich auf zuviel Gewicht.
Nicht mehr als 50 Grad am Wind
Wenn ein Multihull von 40 Fuß bei moderaten Seegangsbedingungen mit Beaufort 5 raumschots unterwegs ist, wird er einen gleich langen Einrümpfer deutlich hinter sich lassen. Muss der gleiche Kat bei identischen Bedingungen gegenan, wird die Crew schnell den Spiegel der Kielyacht sehen. Konkret: Bei Welle und Wind sind mit Tourenkats kaum mehr als 50 Grad am Wind möglich, und besonders höherer Seegang verlangt deutliches Abfallen, um das Slamming zu reduzieren. Darunter versteht man das Aufschlagen der Wellen gegen das Brückendeck, was immer wieder bremst und den Kat versetzt.

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Nicht mehr als 50 Grad am Wind
Wenn ein Multihull von 40 Fuß bei moderaten Seegangsbedingungen mit Beaufort 5 raumschots unterwegs ist, wird er einen gleich langen Einrümpfer deutlich hinter sich lassen. Muss der gleiche Kat bei identischen Bedingungen gegenan, wird die Crew schnell den Spiegel der Kielyacht sehen. Konkret: Bei Welle und Wind sind mit Tourenkats kaum mehr als 50 Grad am Wind möglich, und besonders höherer Seegang verlangt deutliches Abfallen, um das Slamming zu reduzieren. Darunter versteht man das Aufschlagen der Wellen gegen das Brückendeck, was immer wieder bremst und den Kat versetzt.

Rollt nicht, schaukelt aber
"Katamarane schaukeln nicht." Besser ist, Kats rollen nicht! Starke Gierbewegungen - die nachweislich eine beginnende Seekrankheit fördern - kennt der Kat nicht. Doch schaukeln tut er auch und kann, da er immer zwei Rümpfe über sich vielleicht überlagernde Wellensysteme bringen muss, unangenehm ins Torkeln kommen. Für Skipper und Crew bedeutet das: Wenn bei normalen Bedingungen an Bord auf seegerechtes Stauen fast verzichtet werden kann, ist die Vorbereitung auf schlechtes Wetter auch auf einem Kat nicht nur angeraten, sondern Zeichen guter Seemannschaft.
Katamnaran ankert in Bucht - Foto: © Sunsail
Liegeplatz? Überflüssig!
"Für große Touren-Katamarane findet man keine Liegeplätze." Vielleicht sollte man den Kritikern entgegenhalten "er braucht auch keinen". Denn dank eines deutlich besseren Verhaltens vor Anker kommt den Liegeplätzen in Häfen und Marinas geringere Bedeutung zu. Wer im großen Cockpit sitzend einen ruhigen Abend vor Anker verbracht hat, wird von den Zweirümpfern überzeugt sein. Während die Kielyachten im ewigen Schwell nicht zu Ruhe kommen - und die Besatzung in den Kojen auch nicht - liegt der Kat eben wie ein Floß. Kats finden in nahezu jeder Bucht noch einen Platz, denn der geringe Tiefgang erlaubt dichtes Heranfahren an die Küste. Der Grundsatz "genug Wasser unterm Kiel" gilt dabei natürlich auch für die kiellosen Yachten.

Keine Angst vor großen Schiffen!
Wer Landanschluss braucht - Wasser, Strom - kann auf die Manövrierfähigkeit durch zwei Maschinen vertrauen. Da in südlichen Häfen fast ausschließlich an Murings festgemacht wird, gibt es auch kein Platzproblem, und an vier Eckpunkten gehalten, liegt das Schiff sehr ruhig. Als Tipp gilt: Wenn sich der Skipper mit den Aufstoppweg des Schiffes vertraut gemacht hat, sollten die Drehmanöver entschlossen ausgeführt, und der Kat nicht lange seitlichen Winden ausgesetzt werden. Hilfreich sind zwei Crewmitglieder, die beim Anlegen durch einfache Handzeichen Abstände zur Kaimauer und Muringboje übermitteln. Dem Steuermann ist nämlich oft die Sicht auf die "Enden" des Kats genommen. Hat die Crew Kontakt zum Kai und Vor- bzw. Achterleine fest, beendet man das Manöver hervorragend durch "Eindampfen" in die Leine. Kat-Einsteigern sollten keine Angst vor großen Schiffen haben und sich mutig an das ungewohnte Längen/Breitenverhältnis herantrauen.
Relaxen an Deck - Foto: © Lagoon
Früh reffen
Besonders unter Segeln muss dem Kat aber die volle Aufmerksamkeit des Skippers gelten. Während ein Kielboot bei stärkeren Winden deutlich krängt, dadurch Winddruck wegnimmt und der Crew "signalisiert", die Segelfläche zu reduzieren, sind die Hinweise des Kats versteckter. Er setzt zunehmenden Winddruck zu Beginn in Fahrt um und macht dabei der erfahrenen Crew viel Spaß. Ein Tourenkatamaran wird auch bei stärkeren Winden nur leicht einen Rumpf heben, das Rigg muss den gesamten Winddruck aufnehmen. Weniger Geübte sollten deshalb die Segelanweisungen der Hersteller beherzigen und entsprechend der aufgestellten Tabellen früh reffen. Horchen Sie in das Rigg, achten Sie auf die Bewegungen des Schiffes. Sie werden schnell erkennen, wann der Kat weniger Segel braucht. Serienkats sind alle untertakelt, und um ernsthafte Schäden zu vermeiden, haben die Hersteller "Schwachpunkte" eingebaut. Konkret: Erst bricht der Fallschäkel vom Groß, bevor sich der Luvrumpf wirklich hebt.

Neues Segelerlebnis mit dem Tourenkatamaran

Bevor Sie auf Vorwindkursen wegen mangelnder Geschwindigkeit den Motor starten, ändern Sie ihre Segeltaktik: Vorm Wind wird mit dem Kat gekreuzt. Die daraus resultierenden Halsen sind total unproblematisch. Die Kunst bei den Kursen besteht darin, einen guten Kompromiss zwischen maximaler Tiefe und Geschwindigkeit zu finden. Nach einigen Stunden und den ersten Hafenmanövern haben Sie "Ihr" Schiff im Griff und werden auf dem Tourenkatamaran Segeln neu definieren. Genießen Sie mit Ihrer Crew die Großzügigkeit des Cockpits, geräumige Salons mit Panoramablick, entspanntes Segeln ohne Krängung und umfassenden Komfort in Doppelkammern und Nasszellen.

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