15.12.2014

Hamburger Yacht-Versicherung Schomacker Versicherungsmakler GmbH

Was ist vor dem Chartertörn zu beachten?

Charterexpertin Katja Pilski

Welche Versicherungen sind notwendig? Vor dieser Frage stehen Charterkunden nach der Buchung des Törns. Die wichtigste Versicherung ist ganz eindeutig die erweiterte Skipperhaftpflicht-Versicherung. Welche Schadensummen hier entstehen können, kann man im Vorfeld nicht absehen. Bei einem schuldhaft verursachten Schaden haftet die Chartercrew grundsätzlich unbeschränkt. Eine pauschale Deckungssumme von 10 Mio. EUR ist eine gute Absicherung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Reisepreis gegen Nichtantritt der Reise (Reiserücktrittskosten-Versicherung) sowie die Kaution gegen den Einbehalt aufgrund eines Schadens (Kautionsversicherung) abzusichern. Wie sinnvoll diese beiden Versicherungen sind, zeigt die Vielzahl der eingereichten Schäden jeden Tag.


Direkt mit der Buchung des Chartertörns sollte eine Reiserücktrittskostenversicherung über den oft nicht unerheblichen Charterbetrag abgeschlossen werden. Dies ist bis 14 Tage nach Abschluss der Reise möglich, daher ist hier Eile geboten. Damit ist nicht nur der anteilige Charterpreis bei Ausfall eines Crewmitgliedes abgedeckt, sondern auch der Komplettstorno des Törns, falls der Skipper unerwartet erkrankt und kein anderer das Schiff führen kann.
Erweitert werden kann die Reiserücktrittskosten Versicherung um den Insolvenzschutz zur Rückzahlung des Reisepreises. Während bei großen Reiseveranstaltern im deutschen Markt üblicherweise Sicherungsscheine ausgestellt werden, sind Vercharterer dazu gesetzlich nicht verpflichtet - das heißt im Falle der Insolvenz des Vercharterers steht die Crew unter Umständen auf dem Steg, die Yacht ist nicht in Sicht und das Geld ist weg.


Unerlässlich ist die Skipper-Haftpflicht-Versicherung mit ausreichenden Deckungssummen, die im Falle einer nicht ausreichenden Wassersport Haftpflichtversicherung der Charteryacht bei Schäden an Dritten einspringt.
Katja Pilski, Charterexpertin der Hamburger Yachtversicherung Schomacker: „Grundsätzlich sollten Charteryachten gegen Kasko- und Haftpflichtschäden versichert sein. Die erweiterte Skipperhaftpflicht-Versicherung schützt den Skipper und seine Crew bei Deckungslücken, zum Beispiel wenn die Versicherungssumme der Bootshaftpflicht nicht ausreicht, es Ausschlüsse gibt oder die Prämie nicht gezahlt wurde. Auch bietet eine gute Skipperhaftpflicht-Versicherung darüber hinaus Deckung bei Personen- und Sachschäden untereinander, Ansprüchen des Vercharterers über den Ausfall von Chartereinahmen infolge eines Schadens am gecharterten Boot oder auch bei der Beschlagnahme im ausländischen Hafen. Sollten Sie einen Schaden am gecharterten Boot grob fahrlässig herbeigeführt haben, kann die Kaskoversicherung der Charteryacht Sie für den Schaden in Regress nehmen. Auch in diesem Fall sollte Ihre Skipper-Haftpflichtversicherung einspringen“.
Unter grober Fahrlässigkeit versteht man juristisch ein Verhalten, bei dem die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wird. Der Handelnde hat nicht beachtet, was in der Situation jedem hätte einleuchten müssen. In der Praxis besteht die Gefahr der groben Fahrlässigkeit schon, wenn die „gute Seemannschaft“ außer Acht gelassen wird. In diesen Fällen ist der Kaskoversicherer berechtigt, die Leistungen zu kürzen oder aber auch komplett zu verweigern.


Für eine geringe Zusatzprämie kann der Charterer zur Skipper-Haftpflicht-Versicherung eine Skipper-Rechtsschutz-Versicherung abschließen. Gerade bei Schäden im Ausland ist oft anwaltliche Hilfe nötig – hier ist eine gute und speziell auf die Bedürfnisse von Chartercrews entwickelte Absicherung unbedingt zu empfehlen. Ein einfaches Beispiel: Nach einer unverschuldeten Kollision sinkt die gecharterte Yacht. Um Entschädigung für den Verlust persönlicher Gegenstände vom Unfallverursacher durchzusetzen, wird ein Anwalt benötigt.


Wie weit sollte man sich mit dem Umgang eines Bootes und mit der Seemannschaft auskennen oder reicht einfach der richtige Führerschein in der Tasche?
Eine genaue Begutachtung der Yacht bei der Übergabe ist unerlässlich, ebenso ein Protokoll, auf dem alle Mängel vermerkt sind. Eine Probefahrt sollte selbstverständlich sein und auch die ausführliche Erklärung der Bedienung der Yacht.
Sobald ein Schaden entsteht, egal ob an der Charteryacht oder an Dritten, muss unverzüglich der Vercharterer informiert werden- er wird sagen, was zu tun ist.
Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, sollte der Schaden schnellstmöglich gemeldet werden, auch wenn noch keine konkreten Forderungen oder Rechnungen gestellt wurden.


Grundsätzlich gilt: der gesetzlich vorgeschriebene Führerschein muss ohne Wenn und Aber vorhanden sein. Doch der beste Führerschein hilft nicht, wenn die „gute Seemannschaft“ nicht beachtet wird. Hierzu gehört unter anderem die Kontrolle der Seekarten auf deren Aktualität und eine sorgfältige Törnplanung, das Einholen von aktuellen Informationen über das Fahrtgebiet sowie die regelmäßige Kontrolle und Beobachtung des Seewetterberichtes, genaue Kenntnisse der Yacht und eine gewissenhafte Einweisung der Crewmitglieder. Leider ist es mittlerweile so, dass auch an gelegentliche Skipper einer Charteryacht vom Gesetzgeber und von Gerichten sehr hohe Anforderungen gestellt werden.


Eine Kaution wird vor Übernahme einer Yacht von fast allen Vercharterern zur finanziellen Absicherung vor potenziellen Schäden verlangt. Diese entspricht in der Regel der Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung und wird bei Schäden an der gecharterten Yacht durch den Charterer, die Crew oder andere Umstände bei einem Törn, ganz oder teilweise einbehalten. Und das passiert schnell: die Kollision mit einem Steg, das Übersehen eines Riffs, das Vergessen der Befestigung des Segels oder einfach der Verlust eines Fenders. Durch eine Charterkautions-Deckung kann das Risiko an das Versicherungsunternehmen abgewälzt werden - und das bei der Hamburger Yachtversicherung Schomacker sogar ganz ohne Selbstbeteiligung.


Die Skipper-Unfall-Versicherung macht dann Sinn, wenn keine ausreichende Deckung über eine private Unfallversicherung vorhanden ist. Diese beinhaltet auch sinnvolle Nebenleistungen wie den medizinisch notwendigen Rücktransport zum Heimatort, Bergungskosten (auch nach Herzinfarkt oder Schlaganfall) und Suchaktionen nach einem Unfall in Seenot oder schweren Beschädigungen an der Yacht.


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