Angeln auf Zander

Schleppen statt schlafen

Angeln auf Zander / © pixabay.com
Wer mit Naturködern auf Zander geht, ist oft nachts unterwegs. Schleppfischer ziehen ihre Bahnen dagegen selten im Dunkeln. Dabei fangen leuchtende Wobbler dann Zander, wenn die Spinnfischerkollegen schon selig schlafen. Im Dunkeln schleppen, warum soll ich mir das antun? Ganz einfach, um die sonst oft "unfangbaren" Zander endlich zu erwischen.
Nachtaktive Räuber
An mehreren Gewässer kann man das gleiche Phänomen beobachten: Tagsüber stehen die Zander dicht gedrängt in wenigen Ecken, sind deshalb schwer zu finden und lassen sich sehr bitten, was das Beißen angeht. Anders bei Einbruch der Dämmerung: Die Zander verlassen die Löcher und ziehen umher. Mit dem Nachtschleppen deckt man große Wasserflächen ab und kreuzt so auch immer wieder den Weg der umherziehenden Räuber.
Markieren und beleuchten
Mit ein paar Hilfsmitteln fällt die Fangfahrt bei Mondschein auch nicht schwer. Fangen wir mit den Ködern an: Jeder Wobbler hat eine Ideal-Entfernung zum Boot, die ihn in der fängigsten Tiefe laufen lässt. Deshalb setzen wir nach ein paar Testläufen – noch im Hellen – eine Markierung auf die Hauptschnur. Bei helleren Schnüren geht das prima mit einem schwarzen Edding, bei dunklen dient ein Stopperknoten aus greller Geflochtener als Markierung.

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Rute im Dunkeln möglichst oft in der Hand halten
Es empfiehlt sich für die Nachtfischerei übrigens auch eine Geflochtene auf der Rolle. Denn die sorgt dafür, dass sich die Köderaktion auch an der Rutenspitze bemerkbar macht. Jetzt noch ein Knicklicht an die Rutenspitze und schon wissen Sie, ob Ihr Verführer noch tänzelt oder von einem Blatt am Drilling ausgebremst wird. Auch wenn die Rute im Rutenhalter liegt. Wann immer möglich, nehmen wir die Rute im Dunkeln aber in die Hand.
Auffallen um jeden Peis
So heißt für Köder die Devise. Denn trotz Seitenlinienorgan und lichtreflektierender Membran im Auge, fällt den Zandern die Beutesuche bei Nacht schwerer als am Tage. Und was ist im nachtschwarzen Wasser auffälliger als ein selbstleuchtender Wobbler? Wenn der auch noch rasselt und durch eine Zweiteilung besonders hektisch läuft, umso besser. Während der Dämmerung bringen grell gefärbte Köder Licht ins Grau. In außergewöhnlich hellen Nächten bieten schwarze Wobbler dicht unter der Oberfläche einen starken Kontrast und sind sogar auffälliger als leuchtende Kunstköder.

Mondsüchtig
Kennen Sie diese Klatscher im Dunkeln, wenn ein großer Räuber an der Oberfläche zwischen die Futterfische fährt? Genau dieses „Klosch“ bringt Sie auf die nächtliche Fährte zum Fisch. Und dass die Zander oben toben, ist wenig verwunderlich. Denn, wo der Mond oder eine Straßenlaterne aufs Wasser scheint, gibt’s oft Ring an Ring. Die kleinen Fische sammeln alles ein, was dort schwimmt. Gerade im Sommer finden sie ein reichliches Angebot an Insekten. Und das Gewimmel der Weißfische zieht auch die Zander magisch nach oben. Kein Wunder, dass wir die besten Erfolge bisher im Mittelwasser oder sogar dicht unter der Oberfläche hatten. An einem See gab es mehrere Zufallsfänge guter Zander beim Hechtangeln im Mittelwasser – im Sommer, während der Dämmerung und weitab vom Ufer. Gezielt können wir diese Fische mit der Nachtschlepperei erwischen.
Nur auf Zander?
Die Nachtfischerei mit selbstleuchtenden oder phosphoreszierenden Ködern bietet experimentierfreudigen Raubfischanglern ein weites Feld. Denn gerade in der heißen Zeit verlagern auch Hechte ihr Abendessen schon mal in die Nacht. Und ich wette, unser größter Süßwasserräuber, der Wels, wird ebenfalls Gefallen an großen, leuchtenden Ködern im Schlepptau finden. Packen Sie also einfach mal Ihr Schleppzubehör aus, wenn die Kollegen schon einpacken. Spätestens, wenn die knicklichtbestückte Rutenspitze heftig ausschlägt, werden Sie den kleinen Mehraufwand für diese Fischerei vegessen haben. (Rute&Rolle)
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