Zypern - Ein Platz zum Ankerwerfen

Ein Reisebericht von August Raulf

Zypern - Foto: pixabay
Willkommen im Kinderparadies Republik Zypern. Ein ideales Reiseziel für Segler mit frischem Nachwuchs. Und nicht nur das: Zypern ist ein Ganzjahresrevier und einer der wenigen Orte selbst im Mittelmeer, wo auch dann noch die Sonne scheint, wenn hier zu Lande winterliche Wolken den Horizont tiefer legen. Für einen sonnigen Segeltörn entweder sehr spät oder auch ziemlich früh im Jahr also bestens geeignet. Und zum Überwintern auf dem eigenen Schiff ist die Marina von Larnaca mit ihrer eingeschworenen Gemeinde von Liveaboards sowieso bestens geeignet.
Nicht nur das Klima stimmt, sondern auch die Infrastruktur an Land, die Liegegebühren bleiben erschwinglich und die gesellschaftlichen Ereignisse im Hafen überschlagen sich. Ein gemeinsames Barbecue samstags, regelmäßige Flohmärkte und Taschenbuch-Tauschbörsen gehören dazu. 
Vor Anker
Einen Tag nach unserer Ankunft in Larnaca ankern wir mit unserer Charteryacht in der kreisrunden Bucht beim Kap Greco, dem südöstlichsten Zipfel der Insel. Türkis schimmert der Meeresboden unter uns und wir können den Anker sehen, wie er sich, auf etwa fünf Meter Wassertiefe, im Grund eingegraben hat. Im Abendlicht schimmern die Felsen am Ufer wie goldgelbe Lava. Kein Mensch ist in Sicht und die Stille ringsum ist vollkommen. Nur die Sendemasten der englischen Radiostation ganz am äußersten Ende des Kaps erinnern uns daran, dass wir nicht die einzigen hier sind.

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Larnaca - Foto: pixabay
Larnaca - Foto: pixabay
Larnaka  - Foto: pixabay
Besuch von der Küstenwache
Dann erscheint ein kleiner, schwarzer Punkt seewärts am Horizont. Schnell kommt er näher, es ist ein Schlauchboot der zypriotischen Küstenwache. Höflich, aber auch gründlich fragen uns die beiden Männer an Bord aus: Wo wir herkämen, wie lange wir hier bleiben wollten, wo es danach hingehen solle. Dann wünschen sie uns einen "Guten Abend" und brausen wieder davon, in die einsetzende Nacht hinaus.

Geteiltes Land
Diese Begegnung und die mittlerweile rot in der Dunkelheit blinkenden Antennenmasten des britischen Militärs verdeutlichen uns, dass wir auf einer geteilten Insel sind, die geografisch noch dazu nahe am Brennpunkt des politischen Geschehens liegt: Nach Beirut sind es gerade einmal 110 Seemeilen, nach Tel Aviv 182 und nach Port Said 230 Meilen. Alle diese Häfen könnten wir mit unserer Charteryacht vom Typ Oceanis 361 Clipper unter Segeln innerhalb von 24 Stunden erreichen, doch für unseren Urlaub bleiben wir lieber in den Gewässern Südzyperns.
Zypern - Foto: pixabay
Zypern - Foto: pixabay
Zypern - Foto: pixabay
Gsatfreundlich und ein Herz für Kinder
Schon nach zwei Tagen im Yachthafen von Larnaca gehören wir dazu. Tony winkt von der "Flisvos" zu uns herüber, während er für heute sein Open-Air Café am Oberdeck des antiken Holzkutters aufmacht. Die Dame an der Bar des Yachtclubs begrüßt uns mit einer Herzlichkeit, als seien wir bereits seit zehn Jahren Mitglieder hier. Wie schon am Tag zuvor beschäftigt sie sich dann hauptsächlich mit unserem zwei Monate jungen Sohn, während wir, dankbar für diese spontane Babysitterin, das herzhafte, englischzypriotische Frühstück genießen. Das besteht aus gebratenem Bacon und Spiegelei mit Pommes Frites (englisch) sowie frischem Salat mit gegrilltem Halumi-Käse (zypriotisch) und könnte glatt das Mittagessen ersetzen.  

Mühelos erobert unser Filius die Herzen der Insulaner und lässt uns schnell Kontakte zu den Einheimischen knüpfen. Szenen wie diese wundern uns bald schon gar nicht mehr: Der imposante Wirt des schönen, alten Restaurants "Archontiko" an der Wasserfront von Larnaca begeistert sich darin, mit unserem zappelnden Säugling in den muskulösen Armen durch sein Lokal zu stolzieren. Wieder einmal können wir derweil in Ruhe essen. Erst als er verzückt lächelnd seiner Frau das Baby zeigt bekommt seine Begeisterung einen scheinbaren Dämpfer versetzt: "Komm du mir nur nicht auf dumme Gedanken!"

Autor: August Raulf

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