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Sturm trennt Seehundbabys von Müttern

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Sturm trennt Seehundbabys von Müttern

17.06.2004

Friedrichskoog (dpa) - Seit Tagen wühlen stürmische Winde das Wasser von Nord- und Ostsee auf. Für Seehundfänger Delf Wille bedeutet das schlechte Wetter Schwerstarbeit, denn viele Seehundbabys finden in der rauen See ihre Mutter nicht wieder. Der Juni ist Hauptgeburtszeit bei den Seehunden. Wille sammelt die "mutterlosen" Robbenbabys ein und bringt sie zur Seehundstation Friedrichskoog (Schleswig-Holstein). Bis Donnerstag wurden dort rund drei Dutzend so genannte Heuler aufgenommen.

Keine Kuscheltiere
"Regelmäßige Arbeitszeiten gibt es in diesen Wochen nicht", sagt Wille. An manchen Tagen sammelt er bis zu sieben junge Seehunde ein. Die Seehundstation Friedrichskoog betreut nicht nur Schleswig-Holsteins Nordseeküste von Hamburg bis Nordfriesland, sie ist auch für die gesamte deutsche Ostseeküste zwischen Dänemark und Polen zuständig. Mit ihren dunklen Augen sehen die jungen Heuler zum Knuddeln aus. Doch Seehunde sind Raubtiere und keine niedlichen Kuscheltiere, weiß Wille aus eigenen schmerzhaften Erfahrungen. Mit ihren spitzen Zähnen schnappen sie zu, wenn man ihnen helfen will. "Ich bin gleich im ersten Jahr gebissen worden." Eine steife Hand erinnert Wille noch heute an den Unfall.

Schnelle Hilfe
Wenn die Polizei oder andere Seehundjäger die Seehundstation alarmieren, packt Wille eine große Plastikwanne und einen Zehnliter-Kanister voll Wasser in den großen Lieferwagen. "Wenn die Sonne das Fahrzeug aufheizt, muss ich die Tiere in der Wanne mit Wasser abkühlen", erklärt Wille. "Sinn und Zweck ist, die Heuler möglichst schnell in die Obhut erfahrener Pfleger zu bekommen." Aufgenommen werden nur Tiere mit einer guten Überlebenschance.

Ziel bleibt die Auswilderung
Die jungen Seehunde werden mit täglich zweieinhalb bis drei Kilogramm Hering aufgepäppelt, bis sie das für eine Auswilderung nötige Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreicht haben. Willes erster Heuler ist übrigens 1995 erfolgreich ausgewildert worden. Der schwimme auch heute noch vergnügt in der Nordsee, ist sich Wille sicher.

 
 
 

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