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37 Millionen zur Rettung des Dorschs

16.05.2006

Stralsund (dpa) - Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat auf dem Landesfischereitag in Stralsund ein millionenschweres Zuchtprogramm zum Aufbau des bedrohten Dorschbestands angekündigt. "Wir wollen insgesamt 37 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Jungtiere vorzustrecken, die dann der Ostsee zurückgegeben werden sollen", sagte Backhaus. Ursache für den Rückgang des Ostsee-Dorschs ist der extrem niedrige Salzgehalt in der Ostsee, der die Reproduktionsfähigkeit des Fischs stark eingeschränkt hat.

Nachhaltige Bewirtschaftung
Das Programm, das nach Backhaus' Worten europaweit einmalig ist, soll auf dem deutschen Fischereitag im Juni in Schwerin vorgestellt werden. Der Dorschbestand in der Ostsee ist nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz von 700.000 Tonnen Biomasse im Jahr 1980 auf ein Zehntel im Jahr 2004 geschrumpft. Die mit den Jungfischen besetzten Flächen sollen dann nachhaltig bewirtschaftet werden.

Reformbedürftig
Nach zwei sehr guten Heringsjahren forderten Mecklenburg-Vorpommerns Kutter- und Küstenfischer auf dem Fischereitag neue Kriterien bei der Verteilung von Fangquoten. "Das System der Aufteilung der deutschen Quoten ist reformbedürftig", sagte ihr Landesverbandschef Norbert Kahlfuß. Die jetzige Verteilung der Heringsquote sei eine willkürliche Maßnahme, die sich nicht begründen lasse. Von rund 26.000 Tonnen deutscher Quote für den Ostsee-Hering bekämen die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern knapp 16 000.Tonnen. Die Quote war in diesem Jahr nach zwei Monaten abgefischt.



Ungerechte Quotenverteilung
Der Dransker Fischer Jürgen Krieger forderte die Einberufung einer Landesfischereikonferenz, um die Quoten neu zu regeln. Alle Schiffseinheiten müssten gerecht bedacht werden. Schleppnetzfischer dürften nicht zu Gunsten der Kleinfischer bevorteilt werden. Backhaus (SPD) sicherte den Fischern Unterstützung zu. "Mecklenburg-Vorpommern ist im Zuge der deutschen Einheit bei der Quotenverteilung ungerecht behandelt worden." Allerdings müssten die Erzeugergemeinschaften die Initiative ergreifen. "Die Politik hat bei der Quotenverteilung in Deutschland nicht reinzureden."

Bedenkliche Reglementierungen
Hinter den rund 400 Nordost-Fischern liegt eine überdurchschnittlich ertragreiche Saison. "Fischereilich und wirtschaftlich war 2005 ein ausgesprochen gutes Jahr", sagte Kahlfuß. Die Erlöse lagen mit 11,7 Millionen Euro rund zwei Millionen über denen von 2004. Problematisch für die Fischer seien die weiteren Reglementierungen durch die EU wie auch die zunehmende Ausweisung von Natura-2000-Schutzgebieten. Neben den seit Jahren beengenden Festlegungen von Quoten, Schonzeiten und Schongebieten dächten die Behörden jetzt über die Festlegung von Einsatztagen für die Ostsee- und Bodden-Kutter nach, sagte Kahlfuß.

Quelle: dpa

 
 
 

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