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Skimboarden - Spaß am Strand auch ohne Welle

Wenn bei sengender Hitze der Wind in seinen fast obligatorischen Sommerschlaf verfällt und man bei absoluter Flaute und 30 Grad im Schatten am Strand sitzt, sucht man zwangsläufig nach Alternativen. Ist die Welle nicht hoch genug zum Wellenreiten und kein Motorboot oder Wakeboardlift verfügbar, gibt es dennoch eine Möglichkeit übers Wasser zu gleiten.
Skimboarding
Wie genau der Sport entstanden ist, kann heute niemand mehr sagen, aber irgendwann kam wohl jemand auf die Idee, auf ein im flachen Wasser liegendes Brett zu springen. Und auszurutschen. So wird es auch nahezu jedem bei seinen ersten Skimboardversuchen gehen, denn Skimmen ist der ideale Sport, sich gepflegt abzupacken. Man unterscheidet zwischen Sandskimboarding und Shorebreak-Skimboarding. Beim Sandskimboarding geht es darum, das nur wenige Zentimeter tiefe Wasser entlang zu rutschen und dabei verschiedene Tricks, die oft aus dem Skateboarden übertragen werden können, auszuführen. Shorebreakskimboarding, auch Waveskimboarding genannt, ist hingegen die Möglichkeit, Wellen in Ufernähe abzureiten.
Das Material
Skimboards sind meist 90 bis 130 Zentimeter lang, 40 bis 60 Zentimeter breit und oval. Schwerere Kandidaten und Waveskimboarder bevorzugen größere Boards mit besseren Gleiteigenschaften. Rocker, womit die Aufbiegung am Heck gemeint ist, haben die Boards meist sehr wenig, da sie gut und schnell gleiten müssen. Wenn man in Deutschland tatsächlich mal ein Skimboard am Strand liegen sieht, ist dies meist ein reines Schichtholzboard, die Einsteigerklasse der Skimboards. Was die wenigsten wissen: gute Skimmer bevorzugen glasfaserverstärkte Boards mit Holz-, oder Schaumkern, also Konstruktionen, die vom Aufbau her Kiteboards nicht unähnlich sind. Diese haben ein geringeres Gewicht und ein deutlich besseres Handling. Die Kiteskimboards, die mittlerweile von verschiedenen Herstellern angeboten werden, haben mit normalen Skimboards jedoch relativ wenig zu tun.

Wie das Skimboarden funktioniert
Das physikalische Prinzip, das dem Skimboarden zu Grunde liegt, ist nicht wesentlich anders, als das des Skifahrens, Schlittschuhlaufens oder Aquaplaning. Gibt es einen dünnen Wasserfilm unter einem Körper, kann das Wasser nicht verdrängt werden und es kommt so schon bei geringen Geschwindigkeiten in einen Gleitzustand. Ein wenig kennt der ein oder andere diesen Effekt auch vom Kitesurfen, denn in sehr flachem Wasser gleitet ein Kiteboard früher an. Beim Skimboarden ist dieser Effekt natürlich um Welten stärker ausgeprägt, da das Wasser hier oft nur zwei Zentimeter tief ist.
Immer mehr Anhänger
Seit einigen Jahren ist Skimboarden in Australien oder Amerika eine verbreitete Sportart mit einer doch beachtlichen Szene. Auch verschiedene Contests werden ausgetragen. Die Community in Deutschland hingegen ist noch sehr klein, jedoch befindet sie sich im Wachstum. Welches Potential in der Sportart steckt, erkennt man, wenn man die besten Skimboarder an den besten Spots sieht. Teilweise reiten sie mehrere hundert Meter einen meterhohem Shorebreak ab oder sind in richtigen Tubes zu sehen.
Skimboarding in Kurzform
1. Warte auf den richtigen Moment. Suche dir einen ruhigen Strandabschnitt mit einer flach auslaufenden Welle und warte eine Welle ab, die weit bis auf das Ufer läuft. Achte darauf, dass niemand im Weg ist!
2. Gib Gas, wenn das Wasser abläuft. Fang an zu laufen und wirf das Board vor dich in das flache Wasser, renn hinterher, je schneller, desto rasanter wird der Ritt. Taste dich aber erst einmal langsam heran.
3. Spring auf das Board. Versuche den optimalen Zeitpunkt zu erwischen und spring kraftvoll vorne ab. Lande möglichst breitbeinig, um einen sicheren Stand auf dem Board zu haben.
4. Zeig, was du kannst. Wenn du Tricks lernen möchtest, fang mit halben Drehungen an und steigere dich zu Ollies und Shove-its.
Text: Hannes Winter, Romy Spiekermann, Peter Goldbach
Fotos: HW-Shapes
Quelle: Kitelife
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