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Reportagen & Portraits

Interview mit Kevin Pritchard

 

Kevin Pritchard ist seit Jahren einer der erfolgreichsten Windsurfer der Welt und ein Ende seines Erfolgs ist nicht in Sicht - hier steht er dem Free Magazin Rede und Antwort.

 
 

Seit zwölf Jahren fährst du im Weltcup auf konstant hohem Niveau, konntest 2000 und 2006 sogar die Weltmeisterschaft für dich entscheiden. Was ist das Geheimnis deines Erfolges?
Ich glaube, dass es mein unbedingter Wille war, der mich zu einem der besten Windsurfer der Welt gemacht hat. Während meiner Kindheit und Jugend haben meine Eltern mich sehr unterstützt, aber sie haben mich nie gezwungen, zu trainieren oder an Wettkämpfen teilzunehmen. Die Entscheidung, Contests zu fahren, habe ich selbst getroffen. Es war meine Kampfansage an die Großen Windsurfer dieser Welt. Ich wollte beweisen, dass ich der beste sein kann.

Mit 18 Jahren bist du dann zusammen mit deinem Bruder Matt nach Maui gezogen, um Profi zu werden. Kannst du uns etwas über diese Zeit erzählen?
Es war ein abenteuerliches Unternehmen, da wir zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt keine Sponsoren hatten. Das allerdings, sollte sich schnell ändern. Matt und ich pushten uns gegenseitig und wurden schnell besser. Wir waren sehr fokussiert, hatten aber auch so viel Spaß auf dem Wasser, dass es uns gar nicht vorkam wie Training.



Inzwischen sind zwölf Jahre vergangen. Fällt es dir immer noch so leicht, dich für das Windsurfen zu motivieren?
Was das freie Surfen anbelangt, ja. Es geht nichts über Tage draußen in Hookipa oder am Camp One. Was das Contest Surfen angeht, nein. Ich wollte immer als Sieger aus dem Ring steigen. Leider kann ich mir das momentan aber noch nicht leisten. Darum muss ich versuchen, fokussiert zu bleiben und weiter oben mitzufahren.

Warum machst du dir denn jetzt schon Gedanken über deinen Rücktritt? Du bist doch erst dreißig.
Das Leben auf Tour ist nicht immer so prickelnd wie es aussieht. Oft spielt Geld eine viel zu große Rolle. Da wir keine festen Gehälter bekommen, sind wir immer auf der Suche nach billigen Flügen, Unterkünften, Transfers... Dann der Wahnsinn mit dem Übergepäck. Der kritische Blick der Zollbeamten stresst mich inzwischen mehr als der der Judges. Außerdem sprengen wir beim Check-In jedes Mal das Budget.

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