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Trendsport: The Drifter - Surffilm der anderen Art
22.02.2010
Seit Dezember 2009 ist „The Drifter“, ein etwas anderer Surfmovie von und mit Rob Machado, im ausgewählten Fachhandel erhältlich. Im Film gibt der ehemalige Vizeweltmeister der ASP World Tour tiefe Einblicke in seine Welt des Surfens, der Reisen und der Menschen, die ihm auf diesem Weg begegnen. Das Ombak International Surf Film Festival zeichnete „The Drifter“ als „Best Film“ aus. Wer schon immer wissen wollte, was in dem Hirn vorgeht, dass sich unter dem zweifelsohne berühmtesten Afro der Surfgeschichte verbirgt, der sollte sich „The Drifter“ auf DVD kaufen, in den Player schieben und einfach für eine Stunde auf der Couch zurücklehnen.
Surffilm der anderen Art
Taylor Steele, der sich unter anderem für die Filme der „Drive Through“-Serie oder auch “Sipping Jetstreams” verantwortlich zeigt, führte bei „The Drifter“ Regie. Wer sich einen klassischen Surffilm erwartet, bei dem die Surfaction höchstens mal für ein paar Sekunden von einem Lifestyle-Shot unterbrochen wird, der ist bei diesem Film an der falschen Adresse. „The Drifter“ ist ein Roadmovie und ein teilweise autobiographischer Film, in dem sich Rob Machado nach Indonesien aufmacht, um aus dem Alltag eines Surfprofis auszubrechen und schließlich sich selbst findet. Irgendwo auf einer namenlosen Insel, fernab von dem Surfzirkus und Terminen.
Reise ins Ungewisse
„The Drifter“ zeigt in wunderschöner Kameraarbeit ein persönliches, emotionales Portrait von Rob Machado und seinem Zugang zum Surfen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise ins Ungewisse. Ausgangspunkt ist das überfüllte Kuta in Bali. Das Ziel ist viel weniger ein bestimmter Ort, als ein seelischer Zustand. Auf dem Weg warten auf Rob Machado schlecht gehütete Geheimnisse, ein altes Motorrad, endlose Barrels und Begegnungen mit einer fremden Kultur.

Eine Prise Humor
Der Film handelt davon die Einsamkeit zu suchen und sich selbst wieder zu finden. Um Abstand von dem Surfzirkus zu gewinnen, der nicht nur seine positiven Seiten hat. Wie Rob Machado meint: “Same people, same stories“. Bei all dem Streben des Films essentielle und ernste Fragen aufzuwerfen, fehlt es nie an einer guten Prise Humor. So entschließt sich Rob Machdo beispielsweise spontan seinen Aufenthalt in Indonesien zu verlängern, als er von einem Balinesen daran erinnert wird, wer in seinem Heimatland Kalifornien regiert.
Faszinierende Aufnahmen
Surfaufnahmen spielen bei „The Drifter“ eine sehr untergeordnete Rolle. Umso intensiver wirken die perfekten Tubes dann allerdings, wenn sie von Taylor Steele gezielt für ein paar Minuten eingesetzt werden. Kameratechnisch werden alle Geschütze aufgefahren. Von chilligen Landaufnahmen, die nicht nur die Welle selbst zeigen, sondern auch die Natur rundherum, über faszinierende water-angles bis hin zu Aufnahmen aus dem Helicopter.
Raum für eigene Interpretationen
Teilweise wirken die perfekt inszenierten Bilder befremdend und arbeiten gegen den Doku-Charakter an. Wenn man sich aber auf den Film einlässt und sich vor Augen hält, dass es eben keine Doku ist, sondern ein Surfroadmovie mit fast schon Spielfilmcharakter ist, dann kann man den Film richtig genießen. Die meiste Kraft entwickelt „The Drifter“ nicht in den bedeutungsschwangeren Zitaten aus dem Tagebuch von Rob Machado, sondern in den ruhigen Momenten, die einem Raum für eigene Interpretationen lassen.
Short facts:
Titel: The Drifter
Dauer: ca. 60 Minuten
Sprache: Englisch
Optionen: Audikommentar vom Regisseur
Lieferumfang: DVD, Plastikhülle
Release-Date: Dezember 2009
Film-Website: www.thedriftermovie.com
Text: Claas Röhl
Quelle: surf-dwv.com
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