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boot daily 2010
Kunst aus Müll
28.01.2010
Dominic Ziegler (re.) im Tauchsport Center.
Viele Taucher kennen das: Der Tauchgang war anstrengend, die Zigarette danach macht den Genuss erst perfekt. Und danach? Schnipp, Kippe über Bord. Tausende Tonnen Müll landen so in unseren Gewässern. Absoluter Spitzenreiter sind Zigarettenstummel. „Bei unserem letzten Unterwasser-Cleanup-Day waren es sage und schreibe 140.000“, erzählt Dominic Ziegler, Organisator des Cleanup-Art-Contest. Der Schweizer hat diesen etwas anderen Kunstwettbewerb – verwendet wird dabei ausschließlich Unterwasser-Abfall - im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. „Denn Kunst aus Müll sagt mehr als tausend Worte!“ Auf der boot stellt er das Projekt auf dem Stand von PADI vor. „Den so genannten Cleanup-Day gibt es schon seit vielen Jahren“, erklärt Ziegler. „Weltweit sammeln an jedem dritten Septemberwochenende an verschiedenen Spots Freiwillige Müll, im Wasser und an Land.“ 30.000 waren es im vergangenen Jahr, davon ein Drittel Taucher. In Statistiken werden Qualität und Quantität des Mülls anschließend ausgewertet. „Ich habe mich gefragt: Wie können wir es erreichen, dass nicht nur engagierte Menschen den Müll aus dem Wasser holen, sondern dass auch die nicht Aktiven für das Thema sensibilisiert werden?“, sagt Ziegler. So kam er auf die Idee, einen Kunstwettbewerb ins Leben zu rufen. „Denn man kann aus dem Abfall tolle Kunst machen.“ Die Aktion ist Teil des „Project Aware“, dem Vorreiter in Sachen Gewässerreinigung. „Wir wollen Taucher, Surfer und alle Wasserliebhaber erreichen und sie auffordern, das gefährdete Ökosystem Wasser zu retten. Regeln gibt es keine. „Einzig die, dass die Arbeiten ausschließlich aus dem Material bestehen dürfen, das während der Säuberungsaktion unter Wasser gefunden wurde.“ Alles ist erlaubt: Skulpturen, Collagen oder was auch immer. Die Entstehung der Kunstwerke oder die Kunstwerke selbst werden dann auf Film oder Foto gebannt. „Wir sind mit unserem Projekt noch in den Anfängen“, sagt Ziegler. „Aber wir können uns beispielsweise vorstellen, die Arbeiten in einer Ausstellung zu zeigen und sie anschließend zu versteigern.“ Dominic Ziegler appelliert übrigens an alle Taucher, den Müll, den sie unter Wasser finden, grundsätzlich mit nach oben zu bringen. „Aber es gibt auch Ausnahmen!“ Wenn ein Abfallprodukt sich schon perfekt an die Unterwasserwelt angepasst habe, dürfe man getrost die Finger davon lassen. Ein Beispiel? „Wenn eine Krabbe es sich in einer Coladose bereits gemütlich gemacht hat, sollte man ihr das neue Eigenheim doch bitte lassen.“
Halle 3/F28
www.cleanup-art.org
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