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Anti-Fouling: European Coatings Conference informierte über neue Entwicklungen im Anti-Fouling Bereich

15.03.2010

Am 09./10.02.2010 nahm der Deutsche Segler-Verband an der European Coatings Conference „Marine Coatings II“ in Berlin teil. Neben dem Korrosionsschutz für Stahl- und Aluminiumrümpfe lag der Schwerpunkt dieser Veranstaltung bei der Entwicklung von Unterwasserschutzanstrichen zur Abwehr von Bewuchs.

Derzeit 97% der wirksamen Anstriche biozidhaltig
In der EU wird der Einsatz von Bioziden in Antifoulings durch die Biozid-Richtlinie geregelt. Zur Registrierung sind 10 Stoffe angemeldet .Das Ergebnis der Prüfung wird im Laufe des Jahres 2010 und die Aufnahme in den Annex 1 (Positivliste) für 2011 erwartet. Neben der europäischen Richtlinie wird auch dem Einsatz von flüchtigen Lösungsmitteln (VOC) zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Er ist zwar in der EU noch nicht geregelt, doch gibt es bereits Beschränkungen in den USA und in Asien sind Vorbereitungen im Gange. Eine weitere Regulierung erfolgt durch die “Convention on the Control of Harmful Anti-fouling System on Ship (AFS ConventIon), die im September 2008 in Kraft trat.



Biozidfreie Antifouling-Anstriche
Im Handel erhältlich sind mittlerweileauch biozidfreie Antifouling-Anstriche, die auf unterschiedlichen Techniken basieren. Das belgische Produkt „BioCyl“ basiert z.B. auf Nanotechnik und soll besonders gut gegen Seepocken wirken. In Dänemark setzt man auf die Zugabe eines Enzyms „CoatZyme“, welches das Anhaften von Algen und Seepocken verhindert. Schweden hat einen neuen Wirkstoff „Medetominidine“ zur Prüfung bei der EU angemeldet. Er soll eine starke Repellentwirkung auf die Larven der Seepocken haben. Auch laufen derzeit Untersuchungen mit dem Antibiotikum „Avermectin“. Ein Avermectinderivat ist für viele Wasserorganismen verträglich, wird u.a. in Fischfarmen und Lachszuchten angewendet und wird biologisch abgebaut.

Viel Forschungsarbeit
Asien hingegen setzt „Pyridine-triphenylborane“ (TPBP) als Ersatz für Kupfer und TBT ein. Obwohl es bereits seit 5 Jahren im Einsatz ist, liegen nur wenige Daten zur Toxizität und Umweltbelastung vor. Wenn TPBP eine Zukunft als Biozid haben will, muss allerdings das Benzol in den Anstrichen minimiert werden. Die 2-tägige Konferenz hat gezeigt, dass viel auf dem Gebiet von umweltfreundlichen Anstrichen geforscht wird. Es wird aber sicherlich noch einige Jahre dauern, bis wirksame und bezahlbare Lösungen für die Sportschifffahrt entwickelt wurden.

Quelle: dsv.org

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