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Rudern: Achter-Siegesserie beim E.on Hanse Cup in Rendsburg gerissen

01.09.2010

Ausgerechnet zum Jubiläum riss die Siegesserie: Der Deutschland-Achter musste beim 10. E.on Hanse Cup in Rendsburg die erste Niederlage seit Olympia 2008 hinnehmen. Und das ausgerechnet vor Augen zahlreicher Achter-Olympiasieger, Weltmeister und Medaillengewinner, die sich im hohen Norden zu einem besondern Jubiläum trafen. Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren wurde mit dem ersten Olympiasieg eines deutschen Achters 1960 in Rom der Mythos Deutschland-Achter geboren.

Physisch starke Ruderer
Die aktuelle Mannschaft mühte sich, wie es die Tradition im Flaggschiff des deutschen Sports ist, nach Kräften, um die zwei Jahre zuvor an gleicher Stätte begonnene Erfolgsserie beim Rudermarathon über 12,7 Kilometer auf dem Nord-Ostsee-Kanal aufrecht zu erhalten. Aber eine Nation hatte etwas dagegen: Großbritannien, Gastgeberland der nächsten Olympischen Spiele. Der mit Olympiasiegern und Weltmeistern extra für Rendsburg zusammengestellt englische Achter mit Schlagmann Andy Triggs Hodge hatte die physisch stärkeren Ruderer an Bord und gewann nach 36:45 Minuten 18 Sekunden vor dem Deutschland-Achter. Das musste Achtertrainer Ralf Holtmeyer anerkennen: „Es musste ja irgendwann passieren. Das war heute eher der Tag der Engländer. Wir haben nicht so die Ausdauertypen. Ich glaube, auf der olympischen 2.000-Meter-Distanz sieht es wieder besser für uns aus.“



Professionelle Olympiavorbereitung
Und bei der WM in Neuseeland Ende Oktober werden die besten Engländer ohnehin wieder im Vierer und Zweier erwartet. So ist es Tradition auf der Insel, wo aber auch ein starker Achter für London 2012 aufgebaut wird, der um den Olympiasieg mitfahren wird, davon geht Holtmeyer aus: „Es gibt keinen Verband auf der Welt, der sich so professionell auf Olympia vorbereitet. Wir kämpfen in diesem Jahr noch mit der Doppelbelastung aus Studium und Rudern.“ So nahm der Trainer auch einen Wechsel auf der Schlagposition vor und probierte Ersatz-Schlagmann Gregor Hauffe aus, der seine Sache auch gut machte. In den Bug rückte Sebastian Schmidt, der derzeit mitten im Physikum seines Medizinstudiums steckt.

England mit Topathleten
Rendsburg war nur eine kleine Etappe auf dem langen Weg nach London, aber die Niederlage tat den deutschen Achterrecken sichtlich weh. „Die Enttäuschung ist groß. Wir haben ja hohe Ansprüche an uns selbst“, meinte Steuermann Martin Sauer. Und Gregor Hauffe, dem auf der Strecke bei einer Berührung der Ruderblätter mit dem englischen Achter kurzzeitig der Riemen aus der Hand rutschte, stellte fest: „Wir haben gesehen, wo die Messlatte liegt. England hat Topathleten – da müssen wir hin. Aber ich glaube, dass wir auf der 2.000-Meter-Strecke immer noch dominierend sind.“ Das gilt es in zwei Wochen bei der EM in Portugal zu beweisen.

Sieg im Sprintrennen
Der deutsche U23-Achter belegte beim „härtesten Ruderrennen der Welt“, wie es der Veranstalter bezeichnet, den vierten Platz hinter dem englischen Achter, der Weltcupsieger wurde, aber noch vor dem Achter aus den USA. Im Sprintrennen am Samstag hatte der Deutschland-Achter noch vor den USA, Großbritannien 2, dem deutschen U23-Achter und Großbritannien 1 gesiegt.

Quelle: www.deutschlandachter.de

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