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Reise & Charter: Freiheit für Freizeitkapitäne - Zehn Jahre führerscheinfreies Fahren durch das Naturparadies im Nordosten
06.09.2010
Zehn Jahre nach der Einführung des führerscheinfreien Bootfahrens hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern eine positive Bilanz gezogen: "Mit dem Charterschein hat sich Mecklenburg-Vorpommern im Wassertourismus eine neue Zielgruppe erschlossen und einen Aufschwung erlebt, von dem zahlreiche Charterfirmen und touristische Anbieter profitieren", sagte Verbandspräsident Mathias Löttge. Umfragen zufolge wird heute fast jedes zweite Schiff im Landesinneren von Menschen gechartert, die keinen Bootsführerschein besitzen. Das entspricht in etwa einer Verdopplung im Bootstourismus in der aufgrund ihrer Größe und Angebotsvielfalt dennoch nicht überfüllten Mecklenburgischen Seenplatte.
Gastfreundliches Angebot
"Hochgerechnet wird derzeit pro Jahr rund 12.000 Mal führerscheinfrei abgelegt", erläuterte Löttge. Damit einher gingen Gesamtjahresumsätze in Millionenhöhe. Insgesamt seien seit dem Jahr 2000, in dem das führerscheinfreie Fahren im Nordosten als Modellversuch startete, rund 80.000 Charterscheine ausgestellt worden. "Die anfangs bisweilen zu verspürende Skepsis gegenüber der neuen Regelung ist der vollen Akzeptanz dieses gastfreundlichen Angebotes gewichen", fügte er hinzu.
Blaues Paradies
Mit dem Charterschein ist das Fahren von Haus- und Motorbooten bis zu 15 Metern Länge und 12 km/h Höchstgeschwindigkeit fast im gesamten Binnenrevier im Nordosten - dem "Blauen Paradies" - ohne Führerschein möglich. Bootstouristen können auf diese Weise Törns auf ausgewiesenen Wasserstraßen von Dömitz in Westmecklenburg über die Landeshauptstadt Schwerin bis in die Mecklenburgische Seenplatte und Neustrelitz unternehmen. "Wer Gefallen am Bootfahren in der Natur findet, erwirbt anschließend häufig einen unbefristet gültigen Bootsführerschein", so Mathias Löttge.

Bereicherung für den Tourismus
Freizeitkapitäne werden in einem verpflichtenden dreistündigen Kurs unter anderem in die Handhabung des Bootes, Sicherheitsregularien und Rettungsmittel sowie in das Verhalten beim Schleusen eingeführt. Nicht zuletzt aufgrund der fundierten Einweisung sowie der begrenzten Geschwindigkeit sieht auch die Wasserschutzpolizei die Charterscheinregelung als Bereicherung für den Tourismus.
Kein Ansteigen von Bootsunfällen
Laut Hartmut Richter, Kriminalhauptkommissar bei der Wasserschutzpolizeidirektion Mecklenburg-Vorpommern, ist infolge der Regelung kein Ansteigen von Bootsunfällen zu verzeichnen, zu denen bereits das leichte Touchieren von Seezeichen, Hafenanlagen oder anderer Boote zählt. "Lediglich rund fünf Prozent der 250 gemeldeten Sportbootunfälle im vergangenen Jahr sind von Bootsführern ohne Führerschein verursacht worden", erklärte Richter. Unternehmer Harald Kuhnle zufolge sind selbst dies jedoch zumeist kleinere Schäden im Bereich unter 100 Euro.
Führende Rolle im Chartergeschäft
Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 2.000 Seen und einem fast vollständig vernetzten Wassersportrevier nimmt im Bootschartergeschäft in Deutschland die führende Rolle ein. Laut Bundesverband für Wassersportwirtschaft entfallen 75 Prozent des deutschen Chartergeschäftes mit jährlich 37.000 Chartergästen, mehr als 180.000 Übernachtungen von Chartertouristen und einem Umsatzvolumen von 20 Millionen Euro auf Mecklenburg-Vorpommern. Schätzungen zufolge machen die in der amtlichen Statistik nicht auftauchenden Bootstouristen sowie -eigner allein in Mecklenburg-Vorpommern rund 600.000 Übernachtungen im Jahr aus.
Quelle: www.auf-nach-mv.de
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