Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Links zur Messe Düsseldorf

Sie befinden sich hier: News. Business Information. Marktberichte & Reportagen. Reportagen - Archiv.

Reportagen - Archiv

J & J Design und Seaway: Erfolgreiche Yachtkonstruktion aus Slowenien


Firmengründer Jemej und Japec
Jakopin

Am Vorfuß der slowenischen Alpen, ca. 30km vom Brinek, dem Internationalen Flughafen von Ljubljana, und etwas mehr als eine Autostunde vom Mittelmeerhafen Koper entfernt, liegt der Ort Bled. In dieser idyllischen Umgebung, die mehr Urlaubs- als Arbeitsatmosphäre vermittelt, liegt die Firma Seaway. Die Firma wurde 1983 von den beiden Brüdern Jemej und Japec Jakopin (Bild der Brüder) als Konstruktionsbüro für den Yacht- und Bootsbereich gegründet. Hauptauftraggeber war zu dieser Zeit die slowenische Firma Elan, bekannt für Ihre Aktivitäten im Bootsbau, Segelflugzeugbau und für die Herstellung von Alpinski.

Mit Jeanneau kam der Durchbruch
Während in den ersten Jahren ausschließlich Segelboote konstruiert wurden, kam 1987 ein erster Auftrag für die Entwicklung eines Motorbootes. Auch war der Kundenkreis des jungen Unternehmens vorerst auf jugoslawische Auftraggeber sowie zwei Aufträge aus Griechenland beschränkt. Der internationale Durchbruch gelang, als Jeanneau die Entwicklung der Sun Odyssey 51 bei Seaway in Auftrag gab. Von nun an erweiterte sich der Kreis der Auftraggeber beständig sowohl zahlenmäßig als auch geografisch. Ein neues Kapitel der Erfolgsgeschichte wurde 1992 aufgeschlagen, als der erste Auftrag für die Deutsche Firma Bavaria, die Bavaria 44, realisiert wurde. Bis Anfang 2003 sind in Bled insgesamt 155 Yachten entworfen worden, von denen weltweit rund 26.500 Einheiten auf 28 Werften in 14 Ländern gebaut wurden. Heute gehören neben der Giebelstädter Segel- und Motoryachtwerft so renommierte Firmen wie Cantiere dei Pardo, Schöchel, Dufour, Etap, ACM, OMC sowie Poncin Yachts zu den Auftraggebern von Seaway.


Überall im Büro finden sich die Modelle aktueller und älterer Entwürfe aus der Feder der beiden Brüder.

Mehr als nur Yacht-Design
Besonders bemerkenswert dabei ist, dass Seaway für die beiden größten Segelbootswerften der Welt gearbeitet hat: die französische Werft Jeanneau, die heute zur Beneteau-Gruppe gehört, und Bavaria halten zusammen ca. 50% des Weltmarktes im Bereich der Segelboote von 30 – 50 Fuß. Die beiden nächsten Verfolger, die US-amerikanischen Firmen Hunter und Catalina, liegen mit weitem Abstand bei jeweils ca. 600 Einheiten. Ein Konflikt war hier natürlich abzusehen, und es dauerte nicht lange bis beide Großwerften versuchten, auf ein Exclusivabkommen zu drängen. Den Preis dafür wollte aber am Ende keiner der beiden Konkurrenten bezahlen. Vielleicht lag aber genau darin die Herausforderung: Sich immer wieder dem Wettbewerb stellen zu müssen, bedeutete auch sich selbst ständig weiterzuentwickeln, so dass Seaway heute weit mehr ist als ein reines Konstruktionsbüro. Die Arbeitsbereiche haben sich erheblich ausgeweitet, aus der reinen Designarbeit ist ein vielschichtiger Entwicklungsprozess für den Boots- und Yachtbau geworden.

Flexibilität und Erfahrung von der Idee bis zur Fertigung
Dieser Prozess beginnt mit dem Briefing durch den Kunden, in dem der Auftragsrahmen bestimmt wird. Auf dieser Basis werden Markt-, Technologie- und Produktionsuntersuchungen vorgenommen, aus denen ein Design-Memorandum erwächst. Erste yachttechnische Berechnungen und Grundkonstruktionen schließen sich an. In der nächsten Stufe erfolgen Festlegungen im Styling. Aus Vorstudien, Konzeptskitzen und einem Rohentwurf geht ein handwerklich erstelltes Modell hervor, dessen Scan die Grundlage bildet für die CAD-gestützte Konstruktion. Nach einem CAD-Rohentwurf wird maschinell ein skaliertes Modell gebaut. Nach einer weiteren Stufe manueller Überarbeitung folgt die Verfeinerung der CAD-Konstruktion. Nach der Festlegung der vorläufigen technischen Spezifikation und Kostenstruktur geht es an die endgültige Abstimmung des Entwurfes mit dem Kunden.

Die Tücke steckt im Detail
Ist der Kunde zufrieden und hat seine letzten Ideen und Änderungswünsche in den Prozess eingebracht, geht es an die Detailarbeit. Die Entwürfe müssen in Konstruktionszeichnungen umgesetzt werden. Der Aufbau der Laminatstruktur, die Spezifikationen von Deck und Rigg und die Dimensionierung von Motor und Antrieb sowie der technischen Systeme müssen berechnet werden. Die Entscheidungen zu Inneneinrichtung, Auskleidung und Holzarbeiten wollen dokumentiert sein. Daraus ergibt sich eine Fülle von Detailspezifikationen, endlose Teile- und Ausrüstungslisten und am Ende eine Preisstruktur.

 
 

Nicht ohne Stolz präsentiert man
die vielen Auszeichnungen zur
"Yacht des Jahres"

Vom Prototyp zum Serienboot
Erst jetzt ist der Punkt erreicht, an dem Fragen der Realisierung in Angriff genommen werden. Ausgangspunkt dafür ist das Fräsen des Kerns, von dem die Form der einzelnen Bauteile abgenommen werden soll. Auch hier wird natürlich nachgearbeitet und letzte Anpassungen werden vorgenommen. Das Finish erfolgt in manueller Arbeit. Von diesen Urmodellen werden dann die Formen für die Herstellung der Kunststoffteile abgenommen. Für den Innenausbau wird ein 1:1-Modell angefertigt, auf dessen Grundlage dann die Werkzeuge und dreidimensionale Datenfiles für die Produktion angefertigt werden. Ist diese Stufe abgeschlossen, geht der Prototyp in die Fertigung. Dieser wird in Testfahrten beweisen müssen, ob die Erwartungen an die Konstruktion erfüllt worden sind oder aber weitere Nachbesserungen notwendig werden. Erst wenn diese Änderungen in die Konstruktionszeichnungen und den weiteren Arbeitsprozess integriert worden sind, kann die Vorserienfertigung anlaufen, die das Ende der eigentlichen Konstruktionsphase darstellt.

Designpreise am Fließband
Seaway kann aus diesem Gesamtprogramm für seine Kunden jeden einzelnen Prozessschritt auch separat anbieten und ausführen. In diesem Punkt ist Flexibilität im Umgang mit den speziellen Erfordernissen der jeweiligen Kunden gefordert. Schon die Grundideen, mit denen die Kunden bei dem slowenischen Brüderpaar vorstellig werden, sind vielfältig: manche kommen nur mit den Grundzügen einer Idee, die dann zu einem Produkt entwicklet werden muss, andere haben bis ins Detail ausgefeilte Vorstellung von der Yacht, die am Ende der Arbeit im Wassers schwimmen soll. Da ist oft auch diplomatisches Geschick gefragt, um auf Grundlage der eigenen Kompetenz und Erfahrung aus der Kundenidee ein umsetzbares und vor allem auch marktfähiges Projekt zu machen. Das Design muss Stimmen, die Funktionalität gewährleisten und der Preis wettbewerbsfähig sein. Doch trotz aller Erfahrung bleibt es schwierig, den Erfolg eines neuen Modells vorherzusagen; der Wettbewerb ist hart. Wenn aber 17 Konstruktionen im Laufe der Jahre in den USA, Frankreich und Deutschland zum Boot des Jahres gewählt wurden, spricht dies für das Konzept der Slowenen. Dabei spielen die hohe Effizienz und die große Flexibilität des Unternehmens sowie die Breite des Leistungsangebotes von der Idee bis zur Planung der Fertigung sicher eine entscheidende Rolle. So orientiert sich beispielsweise die Konstruktion von Bavaria Yachten nicht nur an den üblichen Kriterien, sondern es ist bei der Konstruktion auch ein 90 Minutentakt in der Fertigung einzuplanen, wie er durch den Fertigungsablauf im Bavaria-Werk vorgegeben wird.


Der Auftraggeber des neuesten Yachtprojektes ist noch geheim

High-tech mit persönlicher Note
Im Laufe der Zeit wurden Serien-Segelyachten und Motorboote, One Design Boote, sowie Motor- und Segelyachten für Einzelanfertigung konstruiert. Dabei kooperiert man mit so bekannten Yachtkonstrukteuren wie Daniel Andrieu, Phillip Briand, Bruce Farr, Studio Garroni und Doug Petersen. Motorbootrümpfe werden grundsätzlich erst im Tank getestet und die Ergebnisse mit Versuchsfahrten auf See verglichen um seegängige, schnelle und effiziente Rümpfe zu entwickeln. Neben der Konstruktion, der Werkzeugerstellung für die Fertigung werden aber auch komplizierte Kunststoffteile wie Segelbootruder, Steuerkonsolen, Instrumentenbretter sowie Geräteträger für den Serienbau hergestellt. Bei unserem Besuch bei Seaway haben uns insbesondere die persönliche Atmosphäre und die technische Ausstattung beeindruckt. Neben den hochmodernen Computern beeindruckt vor allem eine 5-achsige Fräsmaschine, die Objekte in den Abmessungen 18mX6mX3m computergesteuert bearbeitet. Bewundern konnten wir auch den ersten Rumpf einer neu entwickelten Motoryacht, allerdings war keinem der beiden Firmeninahber ein Hinweis zu entlocken, welcher Auftraggeber diese Yacht demnächst in seinem Programm anbieten wird.

Zur Homepage von Seaway...

 
 

Mehr Informationen

Wetterservice

Seewetter, Segelwetter, Wetterbericht

zum Seewetterbericht

Messe Einblicke

360° Wassersport erleben

Video in größerem
Fenster öffnen

Boatfinder

Boatfinder, Bootsdaten, Yachtkatalog, Bootsmarkt

Alle ausgestellten Boote und Yachten der boot 2010
zum Boatfinder...

Wassertourismus-Guide

Wassertourismus-Guide, Törnplanung, Revierführer

WTG: Törnplanung online
Der große Törnplaner im Web

Medien für Wassersportler

Erlebnisberichte
mehr...
Praxisratgeber
mehr...
Revierführer
mehr...
Bildbände
mehr...
Humor
mehr...
Filme
mehr...

Werbung

Homepage
Homepage
Lexikon

Branchenbuch

Firmen & Organisationen
Suchmaske öffnen...
Produkte
Suchmaske öffnen...

Aus der Wirtschaft

HanseGroup setzt auf Navico
mehr...
Badeparadies statt Industriebrache
mehr...
Urlaub in Deutschland neu entdecken
mehr...
Mit Wasserstoff übers Wasser
mehr...
Zwei neue Bavaria Segler vorgestellt
mehr...

Wassersportmarkt

Neues von den Ausstellern der boot
Reportagen & Analysen
Hintergründe & Marktberichte

Aktuelle News

Planungen laufen auf Hochtouren
mehr...
Ideale Bedingungen zum Auftakt
mehr...
HanseGroup setzt auf Navico
mehr...
Badeparadies statt Industriebrache
mehr...
Mit Rückenwind in die Ostsee
mehr...