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Interview mit Chris Dickson</09.04>
America's Cup 2007
Interview mit Chris Dickson

Chris Dickson, CEO und Skipper
von BMW ORACLE Racing
Louis Vuitton Act 1
Herr Dickson, Ihr Team ist in Marseille gelandet, die ersten Trainingseinheiten sind bewältigt. Welche Eindrücke haben Sie von der südfranzösischen Metropole? Und wie bewerten Sie die sportlichen Bedingungen?
Marseille ist eine sehr pulsierende Stadt. Lebhaft, offen und international - wie unser Team. Es ist sehr aufregend, zur ersten Pre-Regatta für den 32. America's Cup in Frankreich zu sein. Schließlich ist es die erste offizielle Wettfahrt in dieser neuen Ära des America's Cup. Die Rennen werden mit den sechs Teams vor Ort mit Sicherheit eine sehr große Herausforderung sein. Der Segelkurs ist in Sichtweite von Tausenden französischen Segelfans, die sich auf einen spektakulären Wettbewerb freuen können.
Der Louis Vuitton Act 1 in Marseille bildet den Auftakt einer Serie von Pre-Regatten, die in den nächsten drei Jahren ausgetragen werden. In Valencia finden im Oktober Act 2 und 3 statt. Damit fällt lange vor dem Finale der Startschuss zum 32. America's Cup.
Die Pre-Regatten, die auf den Louis Vuitton Cup und den America's Cup hinführen, werden dazu beitragen, dass die gesamte Veranstaltung für alle Teams, die Medien, Sponsoren und die Öffentlichkeit spannender wird. In der Vergangenheit gab es schließlich häufig sehr lange Pausen zwischen den einzelnen America's Cup. Dank der Neuerungen werden wir nun bis 2007 kontinuierlich segeln. Damit wird die Vision unseres Team-Eigners Larry Ellison und des Syndikatleiters von Alinghi, Ernest Bertarelli, umgesetzt. Beide haben sich für den Start einer neuen Ära im America's Cup stark gemacht. Als Challenger of Record hat auch BMW ORACLE Racing in den vergangenen Monaten seinen Teil dazu beigetragen, dass das Event für alle Beteiligten an Attraktivität gewinnt. Partner wie BMW sind es, die dazu beitragen, dass ein solches Event auf ein neues Niveau gebracht wird. Und die Teams profitieren, weil sie sich kontinuierlich mit starker Konkurrenz bis zum großen Höhepunkt 2007 in Valencia messen können. Europa wird Segeln auf Weltklasse-Niveau erleben.

In diesem Jahr konnte sich Ihr Team bei der UBS Trophy in Newport bereits mit America's Cup Titelverteidiger Alinghi messen. Nun folgen weitere harte Proben. Mit welchen Erwartungen segelt BMW ORACLE RACING in die erste Pre-Regatta?
Die UBS Trophy im Juni hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Allerdings sind Rennen gegen Alinghi immer eng, und schon beim nächsten Mal könnten die Schweizer die Sieger sein. In Marseille erwarten wir ein erstes Kräftemessen mit unseren direkten Gegnern im Kampf um den Einzug ins America's Cup Finale 2007. Darunter Team
Prada, das bereits zum dritten Mal am America's Cup teilnehmen wird, sowie ein wieder erstarktes Team New Zealand. Aufgrund des nahe am Ufer geführten Rennkurses können sich die europäischen Segelfans vor Ort sicherlich auf ähnlich spektakuläre Segelmanöver freuen wie in Newport. Auch für uns ist es von Vorteil, dass wir uns mit den unmittelbaren Wettbewerbern messen können. Das Team harmoniert sehr gut, die Chemie an Bord stimmt. Die Neuzugänge - wie Bertrand Pacé - haben sich problemlos integriert und sind echte Verstärkungen an Bord.
Ein Wort zum Modus. In Marseille erleben wir eine Kombination aus Match Racing und Fleet Racing.
Das ist einfach spektakulär. Wenn sechs America's Cup Boote beim Fleet Race in Küstennähe Bugspitze an Bugspitze um jeden Meter kämpfen, kommen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Und für uns Segler ist das eine echte Herausforderung. Du musst beim Fleet Race gleich gegen mehrere starke Teams antreten, anders als beim Match Race, wo es um das Duell Boot gegen Boot geht. Das Team muss immer 100 Prozent geben. Ohne Zweifel: Die beständigste Crew wird am Ende einer spannenden Woche in
Marseille die Nase vorn haben.
Quelle: BMW ORACLE Racing
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