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Wilfried Erdmann - Segeln so lange es geht! </09.05>

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Wilfried Erdmann - Segeln so lange es geht!


Wilfried Erdmann gehört mit zu den ersten "Segelprofis" Deutschlands, denn seit 1966 lebt er vom Segeln. Die Bücher, die er über das Segeln geschrieben hat, haben ihn darüber hinaus bekannt gemacht. Jetzt ist Wilfried Erdmann mit 64 Jahren in einem Alter, an denen die meisten anderen überwiegend an ihren Ruhestand denken, wenn sie ihn nicht schon lange erreicht haben. Erdmann hat dagegen weiterhin viele Pläne, wie die Segler-Zeitung in einem Exklusive-Interview mit ihm erfahren konnte. Mit Wilfried Erdmann sprach Klaus Bartels.

Segler-Zeitung: In Ihrem bisher letzten Buch, "Ein deutscher Segelsommer", in dem Sie die Reise mit einer Hansajolle rund um Mecklenburg-Vorpommern beschreiben, wird deutlich, dass Sie sich mit Anfang 60 langsam zu alt für lange Jollentörns halten. Haben Sie mit einer Jolle angefangen zu segeln und wann war es?

Erdmann: Nein, leider nicht. Ich habe mir 1965 gleich einen seetüchtigen Kielschwert-Kreuzer von 7,50 Meter Länge gekauft und mir damit das Segeln selbst beigebracht. Sozusagen mit dem aufgeschlagenen Segellehrbuch auf der Cockpitbank. - Glücklicherweise war die erste "Kathena" ein Boot, das alle meine Fehler wegstecken konnte, ohne Schaden zu nehmen, denn wenige Monate danach ging ich auf meine erste Weltumseglung. Jollen segeln habe ich zum ersten Mal 1990 mit einem Schwertzugvogel betrieben.



Segler-Zeitung: Segeln ist ein Sport, den man bis ins hohe Alter ausführen kann. Wie wird Ihr Seglerleben jetzt weitergehen?

Erdmann: Einen Törn möchte ich noch machen. Zusammen mit meiner Frau Astrid schroffe, selten besuchte Inseln ansteuern.

Segler-Zeitung: Viele Leute haben damals nicht verstanden, warum Sie sich als knapp 60-jähriger die Tortur einer Nonstop-Reise gegen die Hauptwindrichtung angetan haben. Waren es rein wirtschaftliche Gründe, um wieder Stoff für ein Buch zu haben?

Erdmann: Diese Frage ist mir nicht neu. Ist natürlich Unsinn. Niemand schafft es, sich aus rein kommerziellen Gründen hunderte Tage gegen den Wind zu stellen - mit einem gut zehn Meter langen Boot in den stürmischsten Seegebieten der Erde. Und immer das gleiche tun: Wenden fahren, ein und ausreffen, Nässe und Salz an Bord in den Griff bekommen. Obendrein: Elf Monate allein das Schiff vorantreiben sind kein Pappenstiel. Nicht zu vergessen der psychische Aspekt. Ich habe 102 Tage in Folge auf einer einzigen Seekarte meine Kreuze der Mittagsposition eintragen müssen. Auf der BA Nr. 4007, die reicht von Kap Hoorn bis Neuseeland. Dazu gehört Contenance, Humor und Wille. Nein wirklich, für ein Buch macht man das nicht.

Segler-Zeitung: Durch ihre Bücher sind sie so etwas wie ein Segelpapst geworden. Man nennt Sie in einem Atemzug mit Bobby Schenk. Was unterscheidet Sie von Herrn Schenk?

Erdmann: Segelpapst bin ich nicht und möchte ich nicht sein. Dem Begriff hängt sowieso etwas Negatives an. Außerdem: Ich war schon zweimal rum, als Bobby sich bemerkbar machte.

Segler-Zeitung: Wie fühlt man sich als Bestsellerautor?

Erdmann: Großartig. - Klar aus Eigeninteresse, aber auch deshalb, etwas für die Popularität des Segelns beizutragen.

Segler-Zeitung: Jedes Buch von Ihnen spiegelt ihr authentisches Seglerleben wieder. Was haben Ihnen die vielen Reisen persönlich gebracht?

Erdmann: Erstmal meine Frau Astrid, die ich ja unterwegs kennen lernte. Und dann die Reinheit, das Einfache und Subtile am Segeln übers Meer.

Wilfried Erdmann im Interview - Fortsetzung...

 
 

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