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Im Rausch der Räuber - Angeln am Yukon in Kanada </02.05>
Angelreisen weltweit
Im Rausch der Räuber - Angeln am Yukon in Kanada

Dort, wo vor über einhundert Jahren im Yukon der legendäre Goldrausch einsetzte, versetzen heute riesige Namaycush-Saiblinge Angler in einen wahren Drillrausch. Siegbert Stümke und Matthias Six erlebten am Kluane Lake in Kanada eine traumhafte Woche Wildnis pur "Wo immer Sie auch hingehen und was immer Sie auch fangen - Sie werden mit Sicherheit viele gute Erinnerungen mit nach Hause nehmen und die beruhigende Gewissheit, dass auch noch Ihre Kinder hier im Yukon werden angeln gehen können”, das ist eine Aussage des Umweltministers Jim Kenyon aus dem Yukon in Kanada, die sich in einer Infobroschüre übers Angeln findet. Und während ich diese Zeilen nachdenklich lese, verschwindet unter einer flauschigen Wolkendecke ein Land aus Flüssen, Wäldern und Seen, so schön und ergreifend, wie ich es selten vorher erlebt habe.
Sagenhaften Saiblingen auf der Spur
Sieben Tage lang verbrachten Siegbert Stümke und ich in der Wildnis Kanadas, um nach Herzenslust zu fischen und uns als Teil einer überwältigenden Natur fühlen zu dürfen, die im Yukon noch unberührt erscheint. Bilder von wunderschönen Fischen und spannenden Drills vor atemberaubender Kulisse jagen durch meinen Kopf, als ich im Flieger die vergangene Woche Revue passieren lasse. Denn nur wegen der sagenhaften Saiblinge hatten wir die weite Reise von Deutschland aus auf uns genommen - steinalt und riesengroß sollen sie werden.

Namaycush-Saiblinge - Königinnen der kanadischen Seen
Die Rede ist von Namaycush- Saiblingen, Königinnen der tiefen kanadischen Seen. Bis zu 90 Pfund können sie auf die Waage bringen und fast 100 Jahre alt werden, glaubt man indianischen Erzählungen. Und die Mitglieder der "First Nation" (so nennen sich die Indianer Kanadas) sind oft die einzigen Fischer, die man am Wasser trifft - zu weitläufig ist das Yukon Territorium im Nordwesten Kanadas. Saiblinge im Superformat.
Kaminfeuergeschichten auf der Ruby Range Lodge
Doch genau diese unberührte Wildnis war unser Ziel. Um ganz genau zu sein: die Ruby Range Lodge am Kluane Lake, nordwestlich der Ortschaft Whitehorse. Sie gehört heute einem Deutschen, der inzwischen seit vielen Jahren in Kanada lebt und seinen Lebensunterhalt als Trapper verdient. Frank Müller ist nicht nur ein guter Guide, der Sie zum Fisch führt, sondern auch ein unterhaltsamer Erzähler für helle Nächte vor dem Kaminfeuer. Als wir von ihm wissen wollen, wie groß die Namaycush- Saiblinge denn hier vor Ort werden, weiß er keine rechte Antwort. "Der schwerste verbürgte Räuber wog 68 Pfund, aber das ist schon etwas her. Hier fischt ja kaum einer und wenn, dann nur aus Spaß und fürs Lagerfeuer zum Essen”.

Längen und Tiefen des Kluane Lake
Ein kurzer Blick zu Siegi sagte alles: Er dachte genau das gleiche wie ich. Der riesige Kluane Lake ist ein (fast) unberührtes Paradies, der mit Sicherheit in seinen Tiefen nicht nur riesige Salmoniden weit über 70 Pfund beherbergt. Und die wollten wir natürlich fangen, na ja, vielleicht nicht gleich die ganz Großen, aber einige schöne Exemplare dürfen es schon sein. Schleppend zum Fisch. Doch wo sollten wir fischen, denn der Kluane Lake ist mehr als 120 Kilometer lang! Alleine der Seitenarm, an dem die Lodge von Frank Müller liegt, ist 48 Kilometer lang und über 100 Meter tief! Da wird am besten zunächst geschleppt, um das unbekannte Gewässer erst einmal näher kennen zu lernen, meinte unser Guide. Und damit hatte er natürlich Recht.
So eine große Wasserfläche lässt sich am besten beim Schleppen erkunden. Kurz vor einer Bachmündung passierte es dann. Ein knallharter Biss riss uns aus unseren Gedanken. Die Multi von Siegi kreischte und an Bord kam Hektik auf. Endlich der erste richtige Namaycush-Saibling. Man kann sein Glück kaum fassen: Siegbert Stümke mit einem schönen 25-pfündigen Namaycush-Saibling.
Quelle: Rute & Rolle
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