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Teil 4: Acht bis zehn Meter hohe Monster

Rolex Sydney Hobart Yacht Race

Teil 4: Acht bis zehn Meter hohe Monster




 
 

27.12. 5:30 Uhr

Sönke lädt über Satellit Wetterdaten herunter und empfängt Mails von Router Meeno Schrader. Vom anderen Ende der Welt kommt seine Ansage: In 30 Minuten müsst ihr mit Windzunahme und Gewitter rechnen. Tatsächlich, eine Viertelstunde später fängt es an zu blitzen. Die Winddrehung auf Süd sagt der Wetterguru für 8:00 Uhr morgens voraus. Sie kommt schon im Morgengrauen in Form einer angsteinflößenden, tief schwarzen Wand. Der Gennacker geht weg und wir sind beim Reffen, als uns diese Wand trifft. Innerhalb von wenigen Sekunden dreht der Wind um 150 Grad und nimmt auf 40 Knoten zu. Sofort steht eine riesige Welle.

 
 

Nicorette surfing

In der Bass Strait
Ich bin genervt. Wir sind 25 Meilen zu weit östlich. Die Wache vor uns hätte zwei Stunden früher halsen müssen. So war es besprochen. Jetzt dürfen wir kreuzen, statt hoch am Wind Kurs in Richtung Flinders Island zu segeln. Hartwig gibt unter Deck den "Green Cape Call" ab, eine Vorschrift als Konsequenz aus dem 98er Rennen. Das Race Committee fragt uns, ob Mannschaft und Boot fit und bereit sind, das Rennen fortzusetzen. Wir sind jetzt in der Bass Strait!

28.12. 0:30 Uhr

Acht bis zehn Meter hohe Monster
Dietrich hat sechs Stunden am Stück gesteuert und übergibt mit blutunterlaufenen Augen das Steuer. An Bord wird kaum noch gesprochen. Unser Wachsystem ist zusammengebrochen. Die Hälfte der Crew ist apathisch unter Deck. Die Wellen sind wahre Monster, vielleicht acht Meter, vielleicht zehn. Sie brechen unberechenbar. Der Wind ist konstant bei 40 Knoten, geht in den Squalls hoch bis 47 Knoten. Das Schiff legt sich nur mit Sturmfock so weit auf die Seite, dass man denken könnte, der Mast müsse das Wasser berühren. Ich dachte vorhin, ich hätte eine Windhose gesehen, stelle aber irgendwann fest, dass es ein Regenbogen des Mondes ist. Warum machen wir das hier eigentlich?



28.12. 4:30 Uhr

Das Krachen von Karbonfasern
Ich liege in der vorderen Koje, vielleicht sollte man besser sagen, ich schleudere in der vorderen Koje. Mir ist übel und es ist laut unter Deck. Das Boot schlägt mit unbeschreiblicher Wucht in die Wellen. Hört sich an, als ob jemand zwei große T-Stahlträger gegeneinander schlagen würde. Man merkt, wie der Kiel in jeder Welle im Boot gegen den Kielkasten schlägt. Wolf und Dieter haben das Krachen von Karbonfasern vernommen. Es tropft von der Decke, ich ziehe den Schlafsack über den Kopf. Überlege, ob ich Felix sagen sollte, dass in der vorderen Dusche viel Wasser steht. Irgendwer in der Stand-by-Wache wird sich darum kümmern, ich kann es jetzt nicht. Wolf liegt in vollen Klamotten auf einem nassen Segelsack, sein Husten hört sich nach Lungenentzündung an.

Quelle: Sailing Journal
Homepage: www.sailing-journal.de

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