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Thailand - Segeln in den Nationalparks </10.05>
Reviere weltweit
Thailand - Segeln in den Nationalparks

Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel, die Luft istflirrend heiß, die hohe Luftfeuchtigkeit lässt einem fast den Atem stocken, kaum ein Lüftchen weht über der Bucht von Phang Nga. Am Himmel ziehen einige Schwalben ihre Kreise, lassen sich abfallen und verschwinden in einer der zahlreichen Höhlen in dem steil aus dem Meer aufragenden Kalkfelsen. Gemeinsam mit den anderen Felsen mutet er an wie das Gebiss eines alten Mannes.
Auftritt vor grandioser Naturkulissse
Diese imposante Formation scheint nur durch die Wurzeln der wildwuchernden tropischen Vegetation zusammengehalten zu werden. Dunkle Höhlen und Grotten sind auszumachen, mächtige Stalaktiten hängen bedrohlich herab. Kein Mensch weit und breit - bis auf das Zehnergrüppchen an Bord des Schlauchbootes, das einsam vor dieser grandiosen Kulisse dümpelt. Es ist mucksmäuschenstill an Bord. Wasserflaschen liegen auf dem Boden - alle leer. Da! Zehn Augenpaare folgen gebannt
Peters ausgestrecktem Zeigefinger. Hinter einem der Greisenzähne schiebt sich langsam ein Bugspriet hervor, ein weißer Rumpf, ein Fockmast, ein Großmast, ein Kreuzmast, ein Besanmast - allesamt voll aufgetakelt. 3365 Quadratmeter Segeltuch strahlen in der Sonne.
Die Viermast-Stagsegel-Barkentine Star Flyer
Vielleicht fehlen an dieser Stelle die Geigen, irgendein dramatisches Filmthema. Aber, einmal kräftig in den Arm gekniffen, wird uns schnell klar - wir befinden uns glücklicherweise gar nicht im Film, sondern im Urlaub. Im Urlaub auf einem der majestätischsten Kreuzfahrer unserer Tage, auf der Viermast-Stagsegel-Barkentine Star Flyer, die gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff Star Clipper seit Anfang der 90er Jahre auf den Meeren dieser Welt kreuzt. Die Begegnung, die wir soeben mit unserem schwimmenden Urlaubsdomizil in der Andamanensee vor Thailand hatten, wirkt nicht zufällig. Sie ist inszeniert - und zwar im besten Sinne. Was andernorts manchmal lapidar mit "Fototender" abgefeiert wird, ist in der Familie von Star Clippers Kreuzfahrten - seit Juni 2000 komplettiert durch das größte Vollschiff der Welt,
den Fünfmaster Royal Clipper - tatsächlich eine filmreife Inszenierung. Und das hat seinen guten Grund. Besagte Star-Clippers-Familie ist ein Trüppchen segelverrückter Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ihren Gästen den Mythos alter Clipper-Schiffe auf jede erdenkliche Art verständlich zu machen und ihn, ausgestattet mit dem Komfort heutiger Tage, zu einem Urlaubserlebnis der Extraklasse werden zu lassen.

Wiederbelebung legendärer Clipperromantik
Geistiger Vater und Kopf all dieser Segelverrückten ist zweifelsohne der Schwede Mikael Krafft, Eigentümer und Präsident von Star Clippers, der sich erinnert: "Die Idole anderer Jungen waren Fußballstars. Mein Vorbild war der Schotte Donald McKay, der vielleicht beste Clipper-Schiffbauer aller Zeiten." Krafft, in seinen Plänen um die Wiederbelebung der legendären Clipperromantik tatkräftig unterstützt von Ehefrau Ann, fand seinerzeit mit dem schottischen Konstrukteur Robert McFarlane und dem erfahrenen Schiffsdesigner Zygmunt Choren in der heutigen Zeit Gleichgesinnte, die seinen Ideen Gestalt verleihen konnten. An Bord gibt es schließlich weitere Segelnarren, die dafür sorgen, dass die Passagiere an Bord der drei Clipper-Schiffe sich heute zurückversetzt fühlen in die guten alten Tage der legendären Windhunde der See, wie die pfeilschnellen Clipper mit verderblicher Ware an Bord genannt wurden und die die See buchstäblich zerschnitten (to clip: zerschneiden).
Navigation für Jedermann
Zu ihnen gehört beispielsweise ein handverlesenes kleines aber feines Grüppchen von Kapitänen aus Deutschland und Russland, die sich als Mittler verstehen zwischen Schiff, Crew und Passagieren. Männer wie Uli Prüsse, Hans-Jürgen Enge, die Zwillinge Klaus und Jürgen Müller oder Yuri Kuschenko verstehen es sozusagen, die imaginäre Linie zwischen Brücke und Bar aufzuheben - will heißen: Sie animieren die Passagiere dazu, das Schiff für sich zu entdecken und zu erobern. Sie führen Unkundige ein in die vermeintliche Kunst des Kartenlesens und der Navigation bei Nacht, der Knotenkunde und der Technik im Maschinenraum. Mutige dürfen die Aussicht vom Mast oder vom Bugsprietnetz genießen. Und wer es denn unbedingt braucht, kann sogar das Steuer übernehmen - natürlich nicht ohne den entsprechenden Offizier an seiner Seite.
Entschleunigte Zeit an Bord
Aber zurück zur Inszenierung: Bei dem Wort Kreuzfahrt mag man leicht schaudernd denken an Bingo, Pool- party, Karaoke-Wettbewerb oder Musical-Show - inszeniert um den geneigten Passagier bei Laune zu halten. Bei Star Clippers darf man da getrost entspannen. Alles was hier inszeniert wird, sind atemberaubende Fotomotive. Ansonsten wird alles dafür getan, dass der Passagier gerade nicht das Gefühl hat, dass die Zeit angesichts eines voll verplanten Terminkalenders wie im Flug vergeht. Zwar lässt sich auch an Bord von Star Clipper, Star Flyer und Royal Clipper die Zeit nicht anhalten, aber das Leben hier folgt eher einem entschleunigten denn einem beschleunigten Tempo.
Zum zweiten Teil:
Thailand - Segeln in den Nationalparks (2. Teil)













