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Haie - Die wohl verkanntesten Tiere dieses Planeten </11.05>

Reportagen & Portraits

Haie - Die wohl verkanntesten Tiere dieses Planeten

 
 

Seit 500 Millionen Jahren schwimmen die Haie durch die Weltmeere und sorgen für ein Gleichgewicht des Ökosystems in unseren Ozeanen. Doch in der jüngsten Vergangenheit werden die Tiere immer öfter zu Opfern merkwürdiger Essensgewohnheiten merkwürdiger Menschen. Es droht die Ausrottung dieser Spezies, was katastrophale Auswirkungen auch für uns Menschen bedeuten würde. Die Initiative SHARKPROJECT hat es in wenigen Jahren geschafft, durch ideenreiche Forschungsmethoden und durch eine einmalige Öffentlichkeitsarbeit auf diese Problematik Aufmerksamkeit zu lenken. Da insbesondere wir Wassersportler immer die Schreckensberichte vor Augen haben, wenn wir im Line Up sitzen oder beim Wasserstart mit den Beinen paddeln, wollen wir mit diesem umfangreichen und wissenschaftlichen Bericht die tatsächlichen Risiken, die von den faszinierenden Tieren ausgehen, genauer analisieren.

Urtiere der Weltmeere
Seit fast 500 Millionen Jahren bevölkern Haie die Weltmeere. Über 570 Arten hat man bis heute beschrieben, vom zehn Zentimerter kleinen Zwerghai bis zum Plankton fressenden Giganten, dem Walhai, der bis zu 14 Meter groß werden kann. Die meisten Haie leben im Meer, aber auch Süßwasserhaie sind bekannt. Bestimmte Haiarten könlen sogar zwischen Süß- und Salzwasser wechseln. In ihrer jeweiligen ökologischen Nische zählen sie zu den Topräubern und sorgen so für die Gesundheit und die Balancen in dem sie umgebenden, komplexen Ökosystem.



Exellente Sinnesorgane
Haie verfügen über geradezu unglaubliche Sinne. Neben einem extrem guten Gehör, das auch Bewegungen unter Wasser als so genannte Schwingungsmelodien hören kann,
sehen die meisten Haiarten extrem gut und verfügen über ein exzellentes Riechvermögen, das es ihnen erlaubt, Gerüche bis zu einer Verdünnung von 1:10 Milliarden zu erfassen. Das entspricht einem Tropfen in einem Schwimmbecken von 20x50 Metern und zwei Meter Tiefe. Dazu kommen weitere Sinnesorgane, die zum Beispiel Druckwellen messen können oder elektrische Felder bis zu einer Spannung von fünf milliardstel Volt.

Leber statt Schwimmblase
Auch wenn die verschiedenen Sinne bei den einzelnen Arten unterschiedlich ausgeprägt sind, in einem sind alle Haie gleich: Sie sind optimal an ihre jeweilige Umwelt angepasst. Dazu trägt eine ungewöhnliche Anatomie bei. Auch wenn Haie oft als Fische bezeichnet werden, so sind wir Menschen doch mehr mit einem Salamander verwandt, als ein Hai mit einem "normalen" Knochenfisch. Haie gehören ebenso wie Rochen und Chimären zu den Knorpeltieren. Wesentliche Unterschiede bestehen in dem leichteren Skelett aus Knorpel und einer ausgeprägten Leber, die die Schwimmblase der Fische ersetzt.

Lebendgebärende Eierleger
Ebenso ungewöhnlich wie seine Anatomie ist auch die Biologie des Haies. Obwohl die meisten Haiarten lebend gebären, gibt es viele Arten, die Eier legen. Unter den Lebendgebärenden gibt es wiederum einige Arten, die ihre Eier im Bauch ausbrüten und die Junghaie lebend gebären. Haie sind deshalb mit einem Begriff und einer Beschreibung nicht zu umfassen. Zu unterschiedlich sind die Arten, ihre Anatomie und ihre Biologie.

 
 

Die medienverstärkte Angst
Nur wenige Arten können dem Menschen potenziell gefährlich werden und selbst bei diesen gehört der Mensch nicht ins Beuteraster. Das zeigen die geringen Zahlen der Haiattacken sehr deutlich. Zwischen 60 bis 100 dieser Unfälle zwischen Mensch und Hai ereignen sich jährlich und nur fünf bis zehn enden für den Menschen tödlich. Doch ungeachtet der statistisch fast nicht erfassbaren Unfälle ist die Angst vor dem "Killer Hai" eine der ausgeprägtesten Phobien der von Medien beeinflussten Menschheit.

Sensationslust ist die Ursache
Die Medien sind es, die aus einem Haiunfall eine weltumspannende Horrorgeschichte machen, die wochenlang alle Zeitungen füllt. Nehmen wir zum Beispiel einen Motorradunfall, bei dem der Fahrer später im Krankenhaus einen Arm verliert. Dieses Ereignis wäre maximal eine kleine Meldung im lokalen Teil einer Zeitung, aber keine Grundlage für eine internationale Medienkampagne. Ist jedoch anstelle des Motorrads ein Hai in den Vorfall verwickelt, stürzen sich alle Medien auf die Meldung, ungeachtet der im Verhältnis zu Motorradunfällen statistisch sehr geringen Zahl von Haiunfällen weltweit. Diese einseitige Berichterstattung hat ihre Ursache in der menschlichen Sensationslust, die nicht erst seit dem Stephen-Spielberg-Klassiker "Der weiße Hai" besteht.

Zur Fortsetzung:

- Haie - Die wohl verkanntesten Tiere dieses Planeten (2. Teil)
 
 

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