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Kompetenz bei Wassersportanlagen
Reportagen - Archiv
Kompetenz bei Wassersportanlagen

Hansa Marina Neugen in Lübeck
Als Geschäftsführer der Marinetek Neugen GmbH und als Vorsitzender des Arbeitskreises Wassersportanlagen (AKWA) hat Hartmut Neugen nicht nur einen guten Einblick in die Branche, die sich um die Erstellung, Erneuerung und Ausrüstung von Häfen und Marinas kümmert, er steckt auch mittendrin. Sein Unternehmen mit Büro an der Lübecker Untertrave ist nicht nur Spezialist für Boats-Handling-Systeme und die komplette Ausrüstung von Häfen mit Stegen und Anlagen, auch Spezial-Aufträge wie schwimmende Poolanlagen gehören zum Leistungsumfang von Hartmut Neugen und seinem Team. Die Wassersport-Wirtschaft sprach mit dem 44-jährigen Geschäftsmann über die Arbeit des Arbeitskreises Wassersportanlagen des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und die Trends in der Branche.
Wassersport Wirtschaft: Herr Neugen, wenn man zum Beispiel ein Stück Küste erbt und dort aus dem Nichts einen Hafen errichten möchte; was kann der Arbeitskreis Wassersportanlagen bei solchen Vorhaben leisten?
Hartmut Neugen: Im Arbeitskreis Wassersportanlagen, oder kurz AKWA, sind inzwischen gut 15 Firmen miteinander vernetzt. Alle Firmen haben ihren Sitz hier in Deutschland und bieten sämtliche Dienstleistungen rund um die Planung, den Bau und die technische Ausrüstung von Marinas, Häfen, Steganlagen und wasserseitigen Einrichtungen. Vom Architekturbüro, über Planungsbüros, die sich auch um Fördermittel kümmern, bis hin zu Technologieanbietern, die alles bis auf die Molenköpfe für eine Hafenanlage liefern. Wenn sich ein potentieller Hafenbetreiber an den AKWA wendet, werden zunächst auf Wunsch auch Standortanalysen und Konzepte erarbeitet. Solch eine Anfrage geht an alle AKWA-Mitglieder, so dass jedes Unternehmen mit seiner Kompetenz von der ersten Planung mit dabei sein kann.
Aber Ihre Frage nach einem absoluten Neubau betrifft zurzeit nur etwa 30 Prozent des Branchenumsatzes. Der große Teil wird derzeit für die Modernisierung und die Erweiterung bestehender Anlagen aufgewendet.

Wassersport Wirtschaft: Der Arbeitskreis Wassersportanlagen kann also die komplette Planung, den Bau und Lieferung von Komponenten für einen Hafen leisten?
Hartmut Neugen: Die Arbeit vom AKWA geht weit über die reine Bearbeitung von Kundenaufträgen hinaus. Gemeinsam kümmern wir uns im AKWA um einheitliche Standards und vertreten die Interessen unserer Branche. Auf unserer Internetseite www.wassersportanlagen.de kann man sich schnell informieren, wer was in der Branche leisten kann.
Wassersport Wirtschaft: Wie beurteilen Sie im Moment die Branche?
Hartmut Neugen: Durchaus positiv, denn es gibt sehr viel zu tun. Die Ansprüche der Wassersportler an eine Hafenanlage sind in den letzten Jahren sehr gestiegen und viele verbringen inzwischen auch sehr viel Zeit auf ihrem Boot. Das beginnt bei modernen Versorgungsmöglichkeiten im Hafen, guten Liegemöglichkeiten bis zu einem ansprechenden Umfeld mit Restaurants oder gar Wellnessbereichen. Wir haben immer wieder festgestellt, wenn eine Anlage modernisiert worden ist, steigt die Attraktivität und das bedeutet für den Hafenbetreiber einen Wettbewerbvorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Und da gibt es noch weitere Faktoren, die positiv auf die Branche wirken. Immer mehr Mega-Yachten besuchen die Ostsee und brauchen entsprechende Destinationen, allgemein sind die Boote in den letzten Jahren immer größer geworden und die Charterflotten hier in Deutschland scheinen auch größer zu werden.
Wassersport Wirtschaft: Sie betreiben mit der Hansa Marina Neugen GmbH selbst eine kleine Hafenanlage direkt im Hansahafen von Lübeck. Wie sind Ihre Erfahrungen aus diesem Projekt?
Hartmut Neugen: Sehr gut. Wir konnten dieses Jahr unsere Eröffnung offiziell feiern und haben 19 Liegeplätze direkt unter den Lübecker Kirchtürmen. Uns besuchen viele Skandinavier und Yachten aller Größen. Wir würden gerne noch erweitern, aber das dauert. Auch eine Erfahrung aus der Arbeit im Arbeitskreis Wassersportanlagen. Der größte Hemmschuh ist die Bürokratie.
Quelle: Wassersport-Wirtschaft 01/2006
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